Miezen und Kohle

8. März 2015 1

Polemisches zum internationalen Tag der Frau und zur Woche gegen Rassismus

Google Hommage zum Frauentag 2014 - allerdings einen Tag zu früh online (Screenshot)

Google Hommage zum Frauentag 2014 – allerdings einen Tag zu früh online (Screenshot)

„Miezen und Kohle“ wünschten sich junge Randalierer aus den größtenteils muslimisch sozialisierten Milieus in den Vororten französischer Großstädte, als sie von Reportern nach Motiven für ihre Mitwirkung an der Randale in ihren Wohnquartieren befragt wurden und ihnen – zur Enttäuschung manches Salonbolschewisten – sonst nichts zur Überwindung ihrer sozialen Benachteiligung einfiel.

Mittlerweile werden keine Schulen mehr in den Banlieus angezündet; an den Schulen geht es jedoch umso heißer zu. „Wenn Du mir einen bläst, gebe ich Dir Dein Handy zurück!“ Mit solchen Erpressungsversuchen werden schon zwölfjährige „Miezen“ zum Oralverkehr auf der Schul-Toilette genötigt, wie ein Verein gegen Prostitution von Kindern in Frankreich neulich beklagte. Dass immer mehr halbwüchsige Jungen ihre Freundinnen an Schulfreunde weiterreichten, ließe sich auch an den Dumpingpreisen ablesen, zu denen diese „Ware“ angeboten werde, heißt es weiter. Und dass man(n) mit „Miezen“ auch „Kohle“ machen könne, habe sich nicht bloß an Vorortschulen sozial benachteiligter Migrantensöhne aus dem Maghreb, sondern auch an Gymnasien verwöhnter Zöglinge der einheimischen Bourgeoisie herum gesprochen. Sie hätten es „so im Internet gesehen“, erklärten einige Kinder und Jugendliche, denen die Verwerflichkeit ihrer Umtriebe gar nicht klar gewesen wäre.

Was an seinem Treiben verwerflich war, wusste anscheinend auch nicht Dominique Strauss-Kahn, der ebenfalls aus dem Maghreb stammt, aber kein Moslem ist, an der Schule nicht randalierte, sondern fleißig lernte und sozial arrivierte, es als Mitglied der Sozialistischen Partei zum Wirtschafts- sowie Finanzminister und dann zum IWF-Chef brachte. Er hätte sogar Chancen gehabt, Präsident seines Landes zu werden, wenn er nicht in den Ruf eines Wüstlings geraten wäre. Und diesen Ruf wird er nicht los; denn in seinen Kreisen geht es wohl mitunter zu wie auf „Bunga-Parties“ des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi. Dass die „Miezen“, die ihm auf einer Party serviert worden waren, es für „Kohle“ mit ihm getrieben hätten, wäre ihm gar nicht klar gewesen, beteuerte Strauss-Kahn kürzlich vor Gericht. Hatte er geglaubt, dass sie der Erotik seiner Machtfülle erlegen wären?

„Miezen“ wünschte sich offenbar auch ein junger Moslem in Großbritannien, hatte allerdings die frustrierende Erfahrung gemacht, dass eine von ihnen sich wegen seines Glaubens nicht mit ihm einlassen wollte. Und diese von ihm als „rassistisch“ empfundene Diskriminierung grämte ihn nach eigener Aussage so, dass sie zu seiner Radikalisierung als Islamist und schließlich zur Mitwirkung an Bombenanschlägen in Londoner Bussen und Bahnen beitrug, denen einige hundert „Ungläubige“, allerdings auch etliche Muslime zum Opfer fielen (2005).

Wenn sexuelle Benachteiligungen zum Massenmord an „Ungläubigen“ reizen, könnte man zynisch auf den Gedanken kommen, dass der britischen Gemeinde Rochester vielleicht Schlimmeres erspart blieb, weil die Verantwortlichen in der Politik und Verwaltung dieses Ortes jahrelang nicht wahrnehmen wollten, dass eine Männerclique aus dem muslimischen Migrantenmilieu der Stadt in wachsendem Maße einheimische Mädchen, teilweise auch Jungen sexuell nötigte und zur Prostitution zwang. Da die Verantwortlichen besorgt waren, man könnte ihnen „Rassismus“ vorwerfen, ließen sie eine Aufklärung dieser Schandtaten lange Zeit nicht zu. Lieber Ejakulation als Detonation? Jedenfalls kam es in Rochester nicht zu Bombenterror, aber zu Übergriffen auf insgesamt 1.400 (in Worten: Eintausendvierhundert) „ungläubige“ Kinder und Jugendliche, die der sexuellen Gewalt dieser Verbrecher aus dem muslimisch sozialisierten Milieu der Stadt sowie darüber hinaus der „political correctness“ des lokalen Establishments zum Opfer gefallen waren. Und es dauerte 16 Jahre, bis das nicht mehr zu verschweigen war. Als dagegen Prinz Harry einmal auf einer Party im Taumel seiner Sinnlichkeit blank zog, setzten britische Zeitungen bereits am nächsten Tag the „main vein“ of His Royal Highness ungeniert, wenn auch unscharf ins Bild.

Es ist ja bekannt, dass es nicht bloß in Frankreich sowie Großbritannien, sondern auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern „Lover Boys“ gleich welcher Herkunft gibt, die ihre „Miezen“ an Freunde und Fremde zur sexuellen Verfügung weiterreichen. Könnte es auch bei uns passieren, dass Opfer sexueller Übergriffe so lange von „politisch korrekten“ Behörden nicht ernst und von der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis genommen werden wie in Rochester? Anscheinend ist die Presse im allgemeinen auf Meinungsbeeinflussung eher als auf Nachrichtenübermittlung aus und die Boulevardpresse im Besonderen an Skandalen hoch angesehener Menschen mehr interessiert als an Nöten der vielen Unsichtbaren, die oft erst dann Beachtung finden, wenn die Quantität der Notfälle eine schlagzeilenträchtige Qualität erreicht hat.

Doch wir haben keine Monarchie mit einem Prinzen, der ab und zu über die Stränge schlägt, was ihm gegönnt sei – und in den Reihen unserer Politiker sind keine alternden Wüstlinge vom Format eines Silvio Berlusconi oder Dominique Strauss-Kahn zu finden. Wir haben zwar mit Christian Wulff einen zurückgetretenen Bundespräsidenten, der es aber nicht zum Schürzen-, sondern nur zum Schnäppchenjäger gebracht hatte und sich weder für voyeuristische Darstellungen in der Boulevardpresse noch für Sexismusdebatten in anderen Gazetten und in Talkshows eignete.

Man hätte mit professionell inszenierter Erregung warten müssen, bis die Vorliebe des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy für nackte Knaben entdeckt wurde, wenn nicht Rainer Brüderle, seinerzeit Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bundestag, in ein Fettnäpfchen getreten wäre. Was man ihm vorwarf, war allerdings harmlos im Vergleich zu dem wüsten Treiben eines Berlusconi oder Strauss-Kahn; denn er hatte nicht etwa auf Sexparties Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen, sondern lediglich in einer Hotel-Bar bei einem Glas Wein mit einer Journalistin geplaudert, dabei einen verträumten Blick auf deren Busen geworfen und sich zu der anzüglichen Bemerkung hinreißen lassen, dass sie ein Dirndl gut ausfüllen würde, wie die Journalistin erst ein Jahr später in einem Zeitungsartikel nebenbei erwähnte – vermutlich nicht ahnend, was sie damit zu Beginn des Wahljahres 2013 für eine erregte Debatte auslösen würde.

Während in Rochester die sexuell missbrauchten Opfer aus der „weißen“ Unterschicht der britischen Society mit ihren Anzeigen weiter auf taube Ohren stießen, fand die „sexistische“ Bemerkung eines Politikers bei Journalistinnen, Partei- und Verbandsfunktionärinnen hierzulande auf Anhieb Gehör und löste einen Sturm der Erregung (#Aufschrei) aus, der wochenlang durch die Medienlandschaft fegte. Ehe man sich versah, war aus der Mücke, die es bloß auf den Busen einer Journalistin abgesehen hatte, ein Elefant geworden, der durch die Arbeitswelt trampelte, fortlaufend Frauen in Bedrängnis brachte und sie weiter am beruflichen Weiterkommen hindern würde, bis dem Trampel Einhalt geboten wäre. Und was mit dem Fehltritt eines FDP-Politikers ins Fettnäpfchen begonnen hatte, trug dazu bei, dass die SPD eine gesetzliche Vorschrift für Frauenquoten in Aufsichtsräten durchsetzte.

In Syrien und im Irak werden weiterhin Christinnen sowie Jesidinnen von IS-Kämpfern entführt und versklavt, in Nigeria sind immer noch von Boko Haram-Rebellen entführte Schülerinnen zumeist christlicher Konfession in deren Gefangenschaft, soweit sie nicht zwangsverheiratet wurden. Doch die SPD will anscheinend ebenso wenig wie andere am internationalen Tag der Frau zum massenhaften Protest dagegen mobilisieren, sondern lieber die Einführung der Frauenquote als Erfolg ihrer Politik feiern, als ob diese für die Masse der Frauen von Nutzen wäre.

So wie Männer nur in geringer Zahl in Aufsichtsräten vertreten sind, wird es auch nur sehr wenige Frauen geben, die von der Quotenregelung profitieren. Wenigstens für Ministerinnen bieten sich damit jedoch bessere Aussichten, nach dem Amtsverzicht in den Aufsichtsrat der einen oder anderen Firma berufen zu werden, um ihre politischen Beziehungen zum Firmenvorteil zu nutzen. Darunter ist dann möglicherweise manch eine Firma, die Geschäftsbeziehungen zu Ländern hat, in denen Frauen unterdrückt sowie Terrorismus unterstützt werden, und die vielleicht sogar Waffen dorthin verkauft.

Wenn das für Euch ein Herzensanliegen ist, Genossen und Genossinnen, dann war es wohl ein weiter Weg, den die SPD von Clara Zetkin zu Andrea Nahles sowie Manuela Schwesig zurückgelegt hat, und ein guter Grund für Euch zum Feiern am internationalen Tag der Frau.

Der Autor kommentierte bereits 2014 den internationalen Frauentag.

One Comment »

  1. Norbert Seemann 30. April 2015 at 16:07 - Reply

    Guter Artikel mit viel Klarsicht und Sachverstand, leider liest man so etwas viel zu selten.

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