Ketzerisches über den Kultstatus bevorzugter „Opfergruppen“

8. März 2014 0

Zum Weltfrauentag und zu den internationalen Wochen gegen Rassismus

Google Hommage zum Frauentag 2014 - allerdings einen Tag zu früh online (Screenshot)

Google Hommage zum Frauentag 2014 – allerdings einen Tag zu früh online (Screenshot)

Heute wird wie jedes Jahr am 8. März der internationale Frauentag – kurz Weltfrauentag –  feierlich begangen. „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben“, findet die für Recht zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding mit bemerkenswerter Scheinlogik und zieht daraus den ihr möglicherweise ebenso logisch erscheinenden Umkehrschluss: „Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen.“

Nach Frau Redings Logik gäbe es in Deutschland eigentlich keinen Grund mehr zu feiern; denn hier sind Frauen und Männer vor dem Gesetz längst gleichberechtigt. Frauen haben ebenso wie Männer das aktive sowie passive Wahlrecht und auch sonst die gleichen Rechte: So darf beispielsweise ein Ehemann schon lange nicht mehr über den gemeinsamen Wohnort der Eheleute, die Berufstätigkeit sowie das Konto seiner Frau bestimmen und ein Arbeitgeber eine Bewerberin nicht wegen ihres Geschlechts bei der Arbeitsplatzvergabe benachteiligen.

Ich weiß nicht, ob also die Kommissarin das von ihr proklamierte Ziel der Gleichberechtigung zumindest bei uns in Deutschland erreicht sieht und ob sie darüber ohne weitere Vorbehalte glücklich wäre; denn mit der Erreichung dieses Zieles stände ja eine Menge auf dem Spiel – besonders auf dem Rollenspiel, in dem Frauen nach dem Dafürhalten von Feministinnen und gewerkschaftlich organisierten Frauenverstehern immer noch in eine Opferrolle gedrängt werden. Und es spricht viel dafür, dass dieses Rollenspiel noch lange Zeit auf dem Spielplan bleibt, seine Inszenierung weiter für solidarische Anteilnahme mit den „Benachteiligten“ und für materielle sowie immaterielle Kompensation der „Benachteiligungen“ sorgt.

Aber wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Frauen nicht mehr als benachteiligt gelten? Wenn Väter nach der Geburt eines Kindes in der Regel genauso lange zuhause bleiben wie Mütter? Oder „wenn durchschnittliche Frauen in Führungspositionen sind“, wie es Ursula von der Leyen als Gleichstellungsindiz vorschwebt? „Wir müssen mit der Zeit gehen“, fordert die Ministerin und will nun die Bundeswehr, in der seit einiger Zeit auch Frauen Militärdienst leisten, zum Kampf für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie umrüsten.

Seitdem die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Deutschland erzielt ist, hat sich nicht bloß Ursula von der Leyen als weiteres Ziel zur Fortsetzung des Opferrollenspiels die Gleichstellung von Frauen mit Männern vorgenommen. Dafür macht sich auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stark, der sich nach eigenem Verständnis um Benachteiligte zu sorgen hat, aber – zur Legitimation seiner Existenz – auch besorgt sein muss, dass ihm nicht die Benachteiligten ausgehen. Und wenn es im eigenen Land nicht so viel zu sorgen gibt, dann nimmt man sich umso mehr der Benachteiligten im übrigen Europa an.

„Das politische Krisenmanagement aus Spardiktaten, Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen hat in vielen europäischen Ländern zu einer wirtschaftlichen Talfahrt geführt“, beklagt der Deutsche Gewerkschaftsbund in seinem Aufruf zum internationalen Frauentag 2014. „Diese Politik geht besonders zu Lasten der Frauen: Sie lindert ihre Chancen am Arbeitsmarkt, kappt notwendige öffentliche Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und kürzt insbesondere Bildungs- und Sozialausgaben“, kritisiert der DGB und hat die Sorge, dass diese Sparpolitik die „Gleichstellung von Frauen und Männern“ verhindern könnte. Deshalb will er diese durch  „europäische Regelungen vorantreiben: bei der Durchsetzung von gleichem Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, bei der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt, durch mehr Frauen in Führungspositionen oder durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“ Wenn das nicht gelingt, werden Frauen „in überholte Rollenbilder gedrängt,“ fürchtet man. Und „dies führt zurück zu einer überwunden geglaubten Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern.“

Um solch einem Rückschritt entgegenzuwirken, unterstützt der DGB die Gleichstellungsziele der EU, die mit dem „Gender Mainstreaming“ erreicht werden sollen. Was es damit auf sich hat, wissen vermutlich die wenigsten Menschen, obwohl es um ihre Interessen gehen soll. „Gender“ ist ein Begriff aus dem Englischen und bedeutet eigentlich „Sex“ im gleichen Sinne wie im Deutschen das „Geschlecht“. Weil der Volksmund damit das biologische Geschlecht meint, redet man offiziell lieber von „Gender“; denn die Verfechter der „Gender“-Theorie in Wissenschaft und Politik möchten Männer und Frauen nicht nach primären oder sekundären Geschlechtsmerkmalen unterschieden, sondern wollen „Gender“ – also das Geschlecht – als gesellschaftliches Konstrukt verstanden wissen.

Dass die „Gender“-Idee als „Mainstream“ alle gesellschaftlichen Bereiche und im Besonderen die Führungsebenen von Behörden sowie nachgeordneten Einrichtungen, anderen Betrieben und Organisationen durchdringt und die Wahrnehmung unterschiedlicher Interessen sowie Chancen von Frauen und Männern beeinflusst, ist eine politische Aufgabe der EU-Staaten, die  als „gleichstellungsorientierte Politik“ oder einfach „Gleichstellungspolitik“ bezeichnet wird.

Werden Benachteiligungen festgestellt, soll die Politik dafür sorgen, dass diese beseitigt werden. Förderungen kommen in dem Zusammenhang bisher hauptsächlich Mädchen und Frauen zugute. Das fängt schon in der Schule an, obwohl die Vernachlässigung von Jungen in der Schulbildung seit langem äußerst besorgniserregend ist und Schülerinnen mittlerweile erfolgreicher als Schüler sind. Sie holen sogar in naturwissenschaftlichen Fächern auf, in denen Jungen traditionell besser abgeschnitten haben. Vergleichbare Programme wie MINT, mit denen Mädchen für Naturwissenschaften sowie Technik interessiert werden sollen, gibt es nicht für Jungen – ungeachtet der ersten Pisa-Studie (2000), in der die Sprachförderung von Jungen als größte bildungspolitische Herausforderung benannt wurde. Geändert hat sich seitdem so gut wie nichts. Jungen brauchen, wie auch der jüngste Bildungsbericht zeigt, vor allem Unterstützung im sprachlichen Bereich. Ob sich an ihrer Benachteiligung bald etwas ändern und sogar eine Männerquote für die weiblich überrepräsentierten Lehrerkollegien eingeführt wird, steht zu bezweifeln; denn es ist die Frage, ob das politisch gewollt ist.

Unter denen, die von der Schule mit Abitur abgehen und an den Universitäten studieren, bilden Frauen schon lange die Mehrheit. Die meisten Schulabbrecher hingegen sind männlich. In den Ausbildungsbereichen, die eine bessere Vorbildung erfordern und anschließend ein höheres Gehalt erwarten lassen, haben Frauen inzwischen ebenso die Nase vorn, während Männer häufiger als Frauen mit weniger qualifizierten und schlechter bezahlten Tätigkeiten auskommen müssen oder erwerbslos sind. Das Nachsehen haben Jungen auch am Boys‘ Day oder Zukunftstag, der analog zum Girls‘ Day stattfindet: Bei einer solcher Gelegenheit waren es bloß fünf bis zehn Prozent der Kindertagesstätten sowie Schulen, die für Jungen Plätze anboten, damit sie sich dort einen Einblick ins Berufsleben verschaffen konnten. Hätte jede Bildungseinrichtung wenigstens einen Platz zur Verfügung gestellt, wären es davon insgesamt über eine Viertelmillion Plätze gewesen, wie das Männernetzwerk Manndat e.V. berechnete.

Die „Gleichstellungspolitik“ hat bisher nichts an Benachteiligungen von Männern geändert, diesen andererseits aber keinen Opferstatus zugestanden. Eine Frau ist schon als solche dafür prädestiniert. Wenn sie dann auch noch ein Kind bekommt und Alleinerziehende ist, erfüllt sie gleich mehrere Kriterien der Benachteiligung und trägt – nebenbei bemerkt – dazu bei, dass weltweit die Zahl der Benachteiligten die der Weltbevölkerung um 400 Prozent übersteigt.

Es mag ja sein, dass Frauen relativ häufig auf der Karriereleiter von Männern überholt werden und in Führungspositionen unterrepräsentiert sind. Dafür gibt es eine Reihe Gründe, zu denen auch gehört, dass es glücklicherweise immer noch Frauen gibt, die Kinder kriegen, in solchen Fällen für ein paar Jahre aus dem Beruf ausscheiden und insofern beruflich ins Hintertreffen geraten. Wer behauptet, dass sie damit ein unzumutbares Opfer bringen, kann sich wohl nicht vorstellen, dass viele Frauen Kindererziehung als Bereicherung ihres Lebens ansehen und ihnen eine steile Karriere nicht so wichtig ist wie Männern. Schon allein deshalb könnte es ungeachtet aller Förderangebote noch lange dauern, bis so viele Frauen die Familie mit dem Beruf vereinbaren und darüber hinaus in Führungspositionen sind, dass Viviane Reding nicht mehr zu feiern braucht und Ursula von der Leyen nicht bloß die Gleichberechtigung, sondern auch die Gleichstellung von Frauen und Männern als erreicht sieht.

Verhaltensweisen ließen sich viel schwerer ändern als die Besetzungslisten von Vorständen, Aufsichtsräten oder Parteigremien, frotzelt Jan Fleischhauer in seinem Buch Unter Linken: „Die Natur ist eine sperrige Materie. Nimmt man ‚Gender Mainstreaming‘ ernst, spricht deshalb einiges dafür, dass wahre Gleichberechtigung erst erreicht ist, wenn die biologischen Differenzen eingeebnet sind“, wenn sich also äußerlich nicht mehr unterscheiden ließe, wer Mann und wer Frau ist. „Erst die freie Wahl der sexuellen Identität, unabhängig von den natürlichen Vorgaben, erlöst aus den Klischees der ‚heterosexuellen Matrix‘, wie es bei den Gender-Vordenkern heißt, und eröffnet die Möglichkeit zur Begegnung der Geschlechter jenseits des ‚Rollendrills‘.“ Um die „heteronormative Gesellschaft“ und insofern auch die Benachteiligung von sexuell Andersorientierten zu überwinden, brauche man anscheinend eine „geschlechtsneutrale Erziehung“, bei der schon die Schulkinder über homo-, bi- und transsexuelle Partnerschaften aufgeklärt werden, wie es beispielsweise der zur Zeit heftig diskutierte Entwurf  eines Bildungsplans in Baden-Württemberg vorsieht.

Dass die „Gleichstellungspolitik“ zu einer Reduzierung der Benachteiligungen führt, ist wohl kaum zu erwarten; denn „mit jeder Opfergruppe“, befürchtet Fleischhauer, „weitet sich nicht nur der Opferkreis, sondern auch das Spektrum dessen, was als Diskriminierung zu gelten hat. Je sensibler sich eine Gesellschaft für die Kränkungen und Zurücksetzungen ihrer Mitglieder zeigt, desto mehr ermutigt sie, auch geringste Verfehlungen zur Anzeige zu bringen, und deshalb wächst der Bedarf nach Quotenregelungen, Gleichstellungsprogrammen und Fördergeldern proportional zum Bemühen, jede Form der Benachteiligung zu vermeiden.“ Damit wächst auch der fiktive Bedarf an Beauftragten, die es etwa für Frauen, Behinderte, Migranten und – als ob das nicht zur Bedarfsdeckung reichte – auch für Gleichstellung gibt. Und mit ihnen steigt die Zahl der Sozialpsychologen, Sozialpädagogen, und Sozialarbeiter, die nichts mit ihrer Ausbildung anzufangen wüssten, wenn sie nicht von Fördermitteln lebten.

Es könne nicht ausbleiben, dass die Opfer sich im Wege stehen, schreibt Fleischhauer weiter. Und damit beginne „ein Wettbewerb, bei dem jede Gruppe ihre besondere Benachteiligung herausstellt und sich von der Konkurrenz abzugrenzen sucht. Die Opfer rechter Gewalt wollen nicht mit den Opfern linker Gewalt in einen Topf geworfen werden, die Muslime legen Wert darauf, dass sie verfolgter sind als die Juden“, frotzelt er. „Je beleidigter und empörter eine Gruppe auftritt, desto sicherer sind ihr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und die Schutzangebote des Staates, eine Erfahrung, die muslimische Glaubensvertreter in Europa zuletzt ein ums andere Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.“

So sieht das auch Pascal Bruckner, der in seinem Buch Der Schuldkomplex Tariq Ramadan, einen fundamentalistischen Moslemprediger und einst Berater des britischen Premierministers Tony Blair, mit folgenden Worten zitiert: „Die heutigen Muslime sind vergleichbar mit den Juden der dreißiger Jahre“. Er habe den Eindruck, schreibt Bruckner, dass Kritik am Islam inzwischen bedeute, „sich die Uniform der Hitlerschergen anzuziehen“ und beobachtet wie Fleischhauer einen Wettbewerb, in dem es in der Hauptsache darum gehe, „wer die ärgste Kränkung vorzuweisen hat. Alle streben danach, dieses Qualitätssiegel, auf dem ‚Genozid‘ steht und dessen semantische Radioaktivität noch intakt ist, für sich verwenden zu können.“

„Islamfeindlichkeit ist die gegenwärtig an meisten verbreitete Form von Rassismus in Deutschland.“ Mit diesem kategorischen Urteil riefen der Koordinierungsrat der Muslime (KRM) und der Interkulturelle Rat, ein Zusammenschluss von Gewerkschaftern sowie anderen professionellen „Antirassisten“, zu den internationalen Wochen gegen Rassismus anno 2009 auf, die in diesem Jahr vom 10. bis 23. März stattfinden.

„Der Einzelne ist per Geburt Muslim, wie ein anderer große Ohren oder blonde Haare hat. Eine Entscheidung über diesen Zustand steht ihm nicht zu, er ist sozusagen von Gott gegeben. Ihn wegen dieser Besonderheit oder dieses Stigmas zu kritisieren, ist deshalb diskriminierend, weil Muslimsein das eigentliche menschliche Privileg ist und ein Muslim nichts dafür kann, dass er Muslim ist“, schreibt Necla Kelek in einem Beitrag für die taz über das schlichte Argumentationsmuster des Koordinierungsrates und des Interkulturellen Rates. Man könnte sich „über die Schlichtheit der Argumentation lustig machen“, bemerkt sie, „wenn die Sache nicht so politisch irre wäre. Irre, weil hier die Spitzenorganisation des Islam in Deutschland die Muslime zu Opfern von Rassismus stilisiert, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie gefährlich es ist, Begriffe auf diese Weise zu bagatellisieren.“

„Unter Islamfeindlichkeit verstehen wir“, so heißt es in dem oben genannten Aufruf zu den internationalen Wochen gegen Rassismus, „wenn Muslime herabwürdigend beurteilt und Diskriminierungen befürwortet werden“. So wird beispielsweise das Kopftuchverbot für Lehrerinnen als islamfeindliche Herabwürdigung angeprangert. Doch ich halte es umgekehrt für diskriminierend, dass Vertreter von Moslemverbänden und professionelle „Antirassisten“ jede Kritik am Islam und Bräuche aus dem islamischen Kulturkreis als „rassistisch“ beurteilen und Kritiker demgemäß als „Rassisten“ herabwürdigen.

„Irre ist es auch“, meint Necla Kelek, „weil KRM und Interkultureller Rat dann wiederum aus ‚rassistischer‘ Diskriminierung (öffentliches) Kapital zu schlagen versuchen. Rassismus ist wie Nazismus und Antisemitismus das Schlüsselwort, um zum Beispiel öffentliche Gelder zu akquirieren. Wer es schafft, Rassismus, Antisemitismus und Islamkritik und -feindlichkeit in einem Atemzug zu nennen, der steht kurz davor, seine Koranschulen und Moscheeführungen mit Mitteln aus den Fonds gegen Rechtsradikalismus zu finanzieren. Es gibt einige Projekte, die gegründet wurden, um Aufklärungsarbeit gegen Rassismus zu leisten, die werden auf diese Weise ‚umgewidmet‘. Veranstalter, die Fortbildung in Sachen Antifaschismus anbieten, erweitern ihr Geschäftsfeld auf den Bereich ‚Islamophobie‘. Gern betonen die Muslime in diesem Zusammenhang (in anderen weniger) die Nähe zu den Juden. Man empfiehlt in dem Aufruf ‚abrahamitische Teams aus Juden, Muslimen und Christen‘ in die Universitäten und Schulen zu schicken, damit sie verkünden können: ‚Islam bedeutet Frieden und freiwillige Hingabe an Gott‘. Es wird mit Schlagworten wie ‚Völkerverständigung und Toleranz‘ versucht, einen ‚Schulterschluss der Opfer gegen Rassismus und Diskriminierung‘ herzustellen, wo es gar keine ursächliche Übereinstimmung gibt, weil die Ausgangslage grundverschieden ist. Nach dem Motto ‚Wir glauben alle an den einen Gott und werden von den Deutschen diskriminiert‘ wird eine Pseudo-Solidarität postuliert.“

Natürlich müsse in Deutschland über Rassismus diskutiert und Diskriminierung bekämpft werden,  gibt Necla Kelek zu bedenken und fordert konsequent: „Die Islamverbände sollten dabei zunächst vor der eigenen Tür kehren und kritisch hinterfragen, wie manche, angeblich so tolerante und friedliebende Muslime über die Deutschen denken. Wer mitbekommt, wie eine Gruppe muslimischer Jungen und Mädchen, Männer und Frauen unter sich über deutsche Mädchen, die Deutschen oder die Juden reden, dem wird es schlicht die Sprache verschlagen über die Ablehnung und die Verachtung, die ihm entgegenschlägt. Eine Kampagne gegen Rassismus und Nationalismus in den Reihen der Islamverbände, eine Aufarbeitung des Verhältnisses zu Christen, Juden und ‚Ungläubigen‘, die Klärung der Verhältnisse zu den Deutschen, den Minderheiten in den Herkunftsländern“ wären daher sinnvolle Projekte – und zwar nicht bloß für internationale Wochen gegen Rassismus, sondern für Jahrzehnte.

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