Deutsche Islamkonferenz 3.0

27. Januar 2014 4

Satire: Islamverbände wollen künftig über innermuslimische Probleme reden, vor allem über Homosexuellen- und Judenfeindlichkeit sowie das islamische Frauenbild

Innenminister Dr. Thomas de Maizière aka Tom die Misere - Bild: BMI / Peter Lorenz

Innenminister Dr. Thomas de Maizière aka Tom die Misere – Bild: BMI / Peter Lorenz

Entgegen der Ankündigung des Innenministeriums von letzter Woche, wird die Deutsche Islamkonferenz (DIK) wird auch weiterhin so heißen. „Wir wollen den Namen endlich zum Programm machen und uns mit dem Islam selbst und den Problemen innerhalb der muslimischen Bevölkerung hierzulande beschäftigen“, verkündete Innenminister Tom die Misere am Montag auf einer Pressekonferenz mit den teilnehmenden Islamverbänden. „Wir werden uns zuerst der verbreiteten Homosexuellen- und Judenfeindlichkeit unter Muslimen zuwenden“, bestätigte Konan Kela, Vorsitzender der Türken-Gemeinschaft innerhalb Deutschlands (TGD). „Ich fordere von den in Deutschland lebenden Türken, sich dieser Diskussion proaktiv zu stellen“, so Kela weiter.

Die unter dem damaligen Innenminister Wolf Schäumer 2006 begonnene Islamkonferenz hatte bisher abgesehen von einigen bemerkenswerten Studien keinerlei Ergebnisse gezeitigt. Insbesondere hatten sich die Islamverbände nicht auf eine uneingeschränkte Zustimmung zum Grundgesetz einigen können. „Wir wollten mit der deutschen Politik lieber über die Ablehnung der Muslime und des Islams in der deutschen Gesellschaft sprechen, als uns zunächst an die eigene Nase zu fassen“, gab Maman Aizyek, Vorsitzender des Zentralkomitees der Moslems in Deutschland (ZMD) zu.

Man wolle nun analysieren, ob es am Islam und den in muslimischen Migrantengemeinschaften vermittelten Werten liegen könne, dass Muslime einen überproportional großen Anteil an Gewaltverbrechern stellen, so Aizyek. Kela forderte zudem seine Kollegen in den Islamverbänden auf, ihre Posten zu räumen und stattdessen Frauen den Vortritt zu lassen. „Das traditionelle Frauenbild im Islam ist doch irgendwie überholt. Ich fordere eine Frauenquote für die Position des Imams in den Moscheen“, so Kela weiter.

„Dass wir in der Islamkonferenz künftig auch über Deutschenfeindlichkeit sprechen wollen, hat übrigens nichts mit dem Islam zu tun“, gab der Innenminister vor den Journalisten in Berlin zu Protokoll. Ob der Islam nun aber zu Deutschland gehöre oder nicht, darüber wolle man zunächst nicht reden. Aizyeks Begründung für diese Zurückhaltung: „Was von unserer Religion überhaupt noch übrigbleibt, wenn wir die grundgesetzwidrigen Aspekte aus dem Koran gestrichen haben, müssen wir noch abwarten.“

Kritik an dem neuen Programm der Islamkonferenz kam von deutschen Vorurteilsforschern. Man habe über Jahrzehnte daran gearbeitet, den Begriff der „Islamophobie“ in der deutschen Politik zu verankern. Doch die eigenen Studien hatten eine solche „unbegründete Angst vor dem Islam“ nicht nachweisen können und selbst die an der DIK beteiligten Muslime erklärten, dass Kritik an einer Religion nicht strafbar sei. Deshalb hätte man 2011 mit „Muslimfeindlichkeit“ extra einen neuen Begriff erfunden. Dass die Islamverbände nun in eine ernsthafte Diskussion der innerislamischen Probleme eintreten wollten, liefe dieser Strategie vollkommen entgegen, sagte ein Vorurteilsforscher aus Münster, der seinen Namen nicht gedruckt sehen wollte. Sollten die großzügigen staatlichen Alimentierungen gekürzt werden, würde man Stellen streichen müssen, drohte er unverhohlen.

4 Comments »

  1. Charles Makende 27. Januar 2014 at 19:22 - Reply

    Sehr lustig!

    Schade, dass es nur ein Märchen ist.

  2. Ralf Görlitz 27. Januar 2014 at 23:26 - Reply

    Was darf dard Satire? Alles!
    Sehr schön.

  3. Torsten Wicher 28. Januar 2014 at 01:20 - Reply

    Gut überlegt, stechend und GEIL !!!!

  4. Andreas 28. Januar 2014 at 14:47 - Reply

    Sehr schön geschrieben… tolle Nummer. So sollte es laufen 😉

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