Uni Münster standhaft gegen Mazyek?

11. November 2013 7

Beugt sich die Politik erneut den Islamverbänden, dürfte die grund- und menschenrechtswidrige Islamisierung des NRW-Schulsystems kaum aufzuhalten sein

Aiman Mazyek, ZMD-Vorsitzender - Bild: Jakub Szypulka / Wikipedia

Aiman Mazyek, ZMD-Vorsitzender – Bild: Jakub Szypulka / Wikipedia

Die Universität Münster hat endlich öffentlich Widerspruch gegen die Islamisierungswünsche der radikalen Muslime geäußert, zu deren Wortführer sich Aiman Mazyek vom sogenannten Zentralrat der Muslime (ZMD) zuletzt aufgeschwungen hatte (Kölner Stadt-Anzeiger). Rektorin Ursula Nelles wies den Vorwurf zurück, die Universität Münster würde bei der Lehrplan- und Personalgestaltung des Zentrums für Islamische Theologie nicht hinreichend auf die muslimischen Religionsgemeinschaften eingehen.

Mazyek ist bekanntlich ein notorischer Dauerforderer, der ständig vor einem angeblichen „religiösen Rassismus“ in Deutschland zu warnen pflegt. Der von ihm vertretene Verband, der ZMD, steht für eine radikal-orthodoxe Auslegung der Korans und verhindert somit eher die Integration von Muslimen, anstatt sie zu fördern. Im September 2012 wagte Mazyek es gar, die deutsche Öffentlichkeit zu erpressen und zur Aufgabe wesentlicher Freiheitsrechte zu nötigen: Er warnte vor „Straßenschlachten“, sollte der lustige Satire-Film Die Unschuld der Muslime hierzulande aufgeführt werden.

Was steht nun hinter dem jetzigen Streit zwischen Mazyek und der Universität Münster? Um dies zu verstehen, ist eine Rückblende nötig: Im Schuljahr 2012/2013 wurde in NRW der islamische Religionsunterricht eingeführt, abgekürzt: IRU. Dieses Fach steht formal gleichberechtigt neben evangelischer und katholischer Religionslehre – ein Herzensanliegen der Schulministerin Sylvia Löhrmann: Muslime erhielten so ein „Zeichen für Integration und Teilhabe“, so die gutmenschelnde Grünen-Politikerin.

Verfassungsrechtlich vollzog die Landesregierung eine Gratwanderung. Denn laut Grundgesetz wird jeglicher Religionsunterricht „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt“. Als Problemfrage stellte sich somit: Wer repräsentiert überhaupt die muslimische Gemeinschaft in Deutschland? Bezüglich des christlichen Religionsunterrichts sind es die evangelische bzw. die katholische Amtskirche, welche über Unterrichtsinhalte und Lehrbefugnisse bestimmen. Doch auf der Seite des Islams gab es bis dato keine Institution mit entsprechender Repräsentativität.

Darum ließ die findige Ministerin kurzum einen achtköpfigen Beirat schaffen, zusammengesetzt aus Vertretern von vier großen islamischen Organisationen. Dieser Beirat hat auf das neue Schulfach nun denselben Einfluss wie z.B. die katholische Amtskirche auf den katholischen Religionsunterricht. Der Beirat kann Lehrern die Lehrbefugnis erteilen und auch wieder entziehen.

Bei den vier Verbänden, die den Beirat bilden, handelt es sich ausschließlich um solche, die den Islam sehr konservativ auslegen: die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland, der Verband islamischer Kulturzentren und eben der von Mazyek vertretene sogenannte Zentralrat der Muslime.

Liberalere Verbände wie der Liberal-Islamische Bund und der Verband Demokratisch-Europäischer Muslime kamen erst gar nicht zum Zuge. Diese beiden Verbände monierten gegenüber der Landesregierung ausdrücklich die Dominanz der Konservativen. Und sie hatten gute Argumente: Laut Bundesinnenministerium werden nur 20 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime von jenen vier Verbänden vertreten. Sollen die Kinder der übrigen 80 Prozent nun ausgerechnet von rückwärtsgewandten Traditionalisten indoktriniert werden?

Die Lehrerausbildung für das neue Schulfach erfolgt an der Universität Münster, welche im Zentrum des aktuellen Streit steht und wo sich der geradezu faschistoide Einfluss der besagten konservativen Islamverbände sehr heftig zeigte. Mit Muhammed Kalisch war im Jahr 2004 zunächst ein liberaler Islamforscher auf den Lehrstuhl berufen worden. Als Anhänger einer kritisch-historischen Perspektive gestatte er seinen Studierenden, der Frage nach Mohammeds Existenz ergebnisoffen nachzugehen. Das brachte natürlich die konservativen Verbände zum Aufschreien – die Grundlagen des Korans dürfe niemand in Zweifel ziehen. Die vier oben benannten Organisationen setzten die NRW-Landesregierung unter Druck. Man werde alle Muslime zum Boykott dieses Studiengangs aufrufen, wenn Kalisch nicht entlassen würde. Das Wissenschaftsministerium war in einer Zwickmühle, denn es suchte händeringend nach Studierenden für das künftige Schulfach. So wurde der Erpressung nachgegeben und die Lehrerausbildung in konservativere Hände gelegt.

Kalischs Nachfolger wurde Mohanad Khorchide, welcher vergleichsweise orthodoxe Positionen vertritt, indem er zum Beispiel die Existenz des Propheten nicht in Zweifel zu ziehen wagt. Dennoch schaffte er es, sich in den Medien als „liberal“ zu präsentieren, vor allem indem er ein auf Sympathieerwerbung ausgerichtetes Buch veröffentlichte: Islam als Barmherzigkeit (CT-Rezension) heißt dieses Werk, in welchen der Khorchide für eine „liberale Lesart“ des Korans plädiert. Das ging konservativen Verbänden schon zu weit, so dass sie Khorchide im Frühjahr 2013 mit öffentlichen Vorwürfen konfronierten, er würde den Islam „verweichlichen“ (Deutschland Radio).

Wie gesagt: Im Vergleich zu seinem Vorgänger Kalisch ist Korchide duchaus als „konservativ“ einzustufen. Doch entschieden wehrt er sich gegen eine wortwörtliche Anwendung des Korans, wie es die Fundamentalisten fordern. Deswegen hat Mazyek jetzt sogar angekündigt, die vier konservativen Islam-Verbände würden in Kürze ein theologisches Gutachten herausgeben, womit man Khorchide „Punkt für Punkt unter die Lupe nehmen“ wolle. Der Münsteraner verstoße gar „gegen die Verfassung“, so der Vorwurf des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime.

Möglicherweise werden Mazyek und seine Komplizen dann erneut die Landesregierung NRW erpresserisch unter Druck setzen: Entweder die Universität müsse nach Kalisch auch Korchide durch einen (noch) konservativeren Theologen ersetzen oder die muslimischen Verbände würden erneut die Studierenden zum Boykott des Studiengangs aufrufen. Eine Taktik, die ja schon einmal aufging. Sollte sich so etwas wiederholen, dürfte eine grund- und menschenrechtswidrige Islamisierung des NRW-Schulsystems wohl kaum aufzuhalten sein.

Wir müssen wachsam sein gegenüber solchen Tendenzen! Wie stark gerade in Münster die orthodoxen muslimischen Verbände sich schon ins Schulsystem einmischen, hat erst gestern Citizen Times Autor Lukas Elberfeld aufgedeckt, indem er auf die Kooperation eines Münsteraner Gymnasiums mit einer fragwürdigen DITIB-Moschee hinwies.

7 Comments »

  1. Peter Schulze 12. November 2013 at 12:01 - Reply

    Hinweis: Mein Artikel zu M. Khorchide.
    http://www.gam-online.de/text-Islam.2.html
    Bitte etwas herunterscrollen. Es ist der 2. Artikel der Seite. Falls citizentimes es wünscht, so kann der Artikel übernommen werden.
    Peter Schulze

  2. egon sunsamu 12. November 2013 at 13:41 - Reply

    Lasst doch den Mazyek und seine rechtgläubigen Brüder zum Boykott des Studiengangs aufrufen! Hoffentlich befolgen dies dann auch alle Kandidaten. Das wäre das Ende der islamischen Gehirnwäsche in deutschen Schulen, noch bevor sie richtig loslegen konnte.
    Unter dem Strich sehr erfreulich…
    Die Anhänger der totalitären Ideologie Islam entblößen sich immer mehr.
    Wieso kämpft der Syrer Mazyek nicht in Syrien für die Freiheit seines Volkes statt hier mit dreisten Forderungen immer wieder Stunk zu machen??? Ist er etwa zu feige dafür???

  3. Olaf Knolaf 12. November 2013 at 15:05 - Reply

    Hallo Herr Krause,

    bitte werfen sie nicht so bedenkenlos mit Begriffen wie „faschistoid“ um sich. Ich sehe zwar auch Überschneidungen zwischen faschistischen Ideologien und dem Islam, aber es sind dennoch zwei Paar Schuhe. Und insbesondere hinsichtlich der Kritik an Herrn Kalisch und seinem Rauswurf ist der Begriff wirklich unangebracht. Hier handelt es sich um machtpolitisches Tagesgeschäft, basierend auf dem Einfluss der orthodoxen Islamverbände, der ihnen von der links-grünen Landesregierung in NRW zugestanden wurde.

    Herr Mazyek ist vielen Menschen als lieber Onkel aus dem Fernsehen bekannt. Hier könnte man vielleicht erwähnen, dass der Dachverband für Moscheevereine, dessen Vorsitzender er ist, zur Hälfte aus islamistischen Extremisten besteht. Solche Informationen helfen eher, die Forderungen von Mazyek und seinen Mitstreitern zu verstehen, als die vielstrapazierte Faschismuskeule.

  4. Klaus 13. November 2013 at 06:05 - Reply

    Mohammed und Jesus : Deine Botschaft und meine Botschaft
    https://app.box.com/s/0agn9hrmhkkxewihezq4
    Allahu Akbar (‏الله أَكْبَر‎ , Allah ist größer) ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit .
    https://app.box.com/s/5ux1q7q213jtgu28scka

Leave A Response »