Jagd auf einen vermeintlichen Rassisten

23. Oktober 2013 3

In Krefeld will der Vorsitzende eines Bürgervereins keine türkischen Rechtsextremisten aufnehmen und wird dafür von der Presse verleumdet

Wappen und Handzeichen der rechtsextremen türkischen Grauen Wölfe

Wappen und Handzeichen der rechtsextremen türkischen Grauen Wölfe

Der designierte Vorsitzende eines Bürgervereins spricht sich gegen die Aufnahme eines Antragstellers aus, weil dieser eine verdächtige Nähe zu einer als rechtsextrem bekannten Gruppierung aufweist. Eigentlich ein unspektakulärer Vorgang – möchte man meinen. Aber nicht so in Krefeld, wo Jürgen Heitzer, dem Vorsitzenden des Bürgervereins Ost, seit Monaten über die Presse „Rassismus“ und „Fremdenfeindlichkeit“ vorgeworfen wird, weil er einen Antragsteller aus dem Umfeld der rechtsextremen türkischen Grauen Wölfe nicht in seinen Verein aufnehmen will.

Eine besondere Rolle spielt dabei das ehemalige DKP-Mitglied Egon Traxler. Traxler war von 1986 bis 1990 Moskau-Korrespondent der DKP-Zeitung Unsere Zeit (UZ) und ist heute als freier Mitarbeiter für die Westdeutsche Zeitung (WZ) tätig. Man tritt ihm nicht zu nahe, wenn man feststellt, dass er über die radikal-islamische Szene in Krefeld stets nur positiv und unkritisch berichtet. Rechtsextreme Graue Wölfe, Salafisten oder Mitglieder der als antisemitisch bekannten Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) kommen, obwohl in Krefeld zahlreich vertreten und sehr aktiv, in seiner Berichterstattung so gut wie nie vor. Oder besser: sie kommen vor, werden aber von ihm nie als solche benannt.

Und am 15. Juli, nur einen Tag vor Heitzers Wahl zum Vorsitzenden des Bürgervereins Ost, veröffentlichte Traxler in der Krefelder WZ einen Artikel mit der Überschrift: „Bürgerverein Ost: Heftiger Streit um Aufnahme eines türkischstämmigen Anwohners“. In diesem Artikel verschweigt Traxler, dass es sich bei der Moschee in der Seidenstraße 6, deren Umfeld der türkische Antragsteller entstammt, um eine Moschee handelt, die nicht nur von anerkannten Fachleuten, sondern selbst von Grünen und Mitgliedern der Krefelder Linkspartei den Grauen Wölfen zugerechnet wird. Ferner zitiert er in seinem Artikel aus einer E-Mail Heitzers vom 31. Mai:

Diese Leute verachten unser Land, versuchen sich durch die Instanzen zu organisieren, beziehen überdurchschnittliche Sozialleistungen, fordern Rechte für Moslems ein.“

Eine Formulierung, die man ohne Kenntnis der Hintergründe tatsächlich als fremdenfeindlich verstehen könnte. Allerdings verschweigt Traxler, dass diese E-Mail nur eine von vielen war, in denen Verantwortliche der Krefelder Bürgervereine Ende Mai aufgeregt darüber diskutiert hatten, ob man eine Person aus dem Umfeld der Grauen Wölfe aufnehmen solle oder nicht. Des Weiteren verschweigt er in seinem Artikel für die WZ den vollständigen Wortlaut von Heitzers E-Mail, dem man unschwer entnehmen kann, dass dessen Aussage explizit auf türkische Rechtsextreme, aber nicht auf Türken als solches bezogen war:

Ich lasse mich nicht mit rechtsextremen Türken, die 2 Millionen Armenier auf dem Gewissen haben, ein. Diese Leute verachten unser Land, versuchen sich durch die Instanzen zu organisieren, beziehen überdurchschnittlich Sozialleistungen, fordern Rechte für Moslems ein, 80% der Gewaltverbrechen – Mord, Vergewaltigung, Raub, Rauschgifthandel, und unsere Bevölkerung wird getrieben und denunziert.“

Eine offensichtliche Manipulation, die suggerieren sollte, dass Heitzer den Antragsteller wegen seines türkischen Migrationshintergrundes abgelehnt habe. Traxlers Spiel flog auf, als ich am 23. Juli im Internet einen Beitrag veröffentlichte, in dem ich den tatsächlichen Hintergrund des türkischstämmigen Antragstellers beschrieb und die vollständige E-Mail Heitzers zitierte. Traxlers Antwort bestand aus einer E-Mail an die Fraktionen des Krefelder Rates vom 9. August, in der er meinen Beitrag als „Pamphlet“ und „üble Kampagne“ eines anonymen Verfassers bezeichnete. Die von mir recherchierten Fakten stellte er jedoch nicht in Frage. Womit die Geschichte eigentlich ein Ende haben und Heitzer rehabilitiert sein sollte – möchte man meinen.

Ein faktenresistenter Baptist tritt nach

Wäre da nicht Rolf Hirschegger, maßgebliches Mitglied einer Krefelder Baptisten-Gemeinde und Vorsitzender des Bürgervereins Krefeld-Inrath. Hirschegger trat trotz eindeutiger Faktenlage noch einmal nach und ließ die WZ am 22. September verkünden, dass sein Bürgerverein aus der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB) austräte. Diesen Austritt begründete er mit der „passiven Haltung“ des AKB-Vorstandes gegenüber den „rassistischen“ und „fremdenfeindlichen“ Aussagen Heitzers. Womit sich Hirschegger jedoch selber ins Abseits stellte, denn obwohl Traxler in seinen Beiträgen für die WZ die tatsächlichen Hintergründe noch immer verschweigt, hat inzwischen die halbe Stadt mitbekommen, dass hier in Wahrheit über rechtsextreme Türken gestritten wird.

Und da Hirscheggers Baptisten-Gemeinde, die ebenfalls auf der Seidenstraße beheimatet ist, sich vor drei Jahren in der Rheinischen Post selber eines „engen Kontaktes“ zur bereits erwähnten Moschee des Antragstellers auf der gleichen Straße gerühmt hatte, haben sich die Beobachter natürlich längst ihre eigene Meinung zur Motivation Hirscheggers gebildet. Jetzt müssen Hirschegger und seine Evangelisch-Freikirchliche Baptisten-Gemeinde mit dem Vorwurf leben, sich nicht von türkischen Rechtsextremisten distanziert zu haben. Ein Vorwurf, der schwer wiegt, denn Rechtsextremismus und Antisemitismus sind auch in türkischer Gestalt kein bisschen anders oder besser als in deutscher.

Heitzers konsequente Haltung, keine Extremisten in seinem Bürgerverein zu dulden, hingegen wurde belohnt: Trotz Traxlers Veröffentlichung in der WZ wurde er mit 19 von 28 abgegebenen Stimmen als Vorsitzender bestätigt. Die Mitgliederzahl seines Bürgervereins Ost ist seitdem stark gestiegen. Und auch viele Migranten unterstützen Heitzers Kampf gegen Extremismus; sein Bürgerverein Ost hat Mitglieder aus sechs Nationen, unter anderem Griechen, Italiener und Türken. Eine beeindruckende Bilanz für den Vorsitzenden eines Bürgervereins, der seit Monaten mit Hilfe der WZ als „rassistisch“ und „fremdenfeindlich“ verleumdet wird. Aber eine öffentliche Rehabilitierung, beispielsweise durch vollständige und wahrheitsgemäße Berichterstattung, bekommt Jürgen Heitzer von der Krefelder WZ trotzdem nicht.

Im Forschungs- und Dokumentationsprojekt www.islamdebatte.de der Stresemann Stiftung werden unterschiedliche islamische Akteure und ihre Einflüsse auf Muslime in Deutschland und Europa vorgestellt und diskutiert:

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3 Comments »

  1. Jürgen Grimm 23. Oktober 2013 at 13:35 - Reply

    Graue Wölfe/ ATIB/ ATB schüren Hass gegen Armenier, Juden und Christen. Damit steht fest, dass Graue Wölfe /ATIB/ ATB Rassisten sind.
    Außerdem fordern sie in Demonstrationen ( von mir selbst beobachtet ) dazu auf alle Armenier und Kurden zu bestrafen – alle zur Todesstrafe.
    Zur Zeit fordern sie die überlebenden Armenier
    aus der Türkei zu vertreiben, weil sie den Völkermord der Türken an den Armeniern 1915-1918 überlebt haben. Nach Ansicht der Grauen Wölfe sind diese überlebenden des Genocids an den Armeniern schuldig, weil sie noch leben.
    Ähnlich brutal sind die Vorstellungen bei der Gülen-Bewegung, die nach islamischer Weltherrschaft streben. Gülen hat beispielsweise die SPD in Leipzig unterwandert.
    Die Juden-Hasser von Milli Görüs fallen durch ihre hasserfüllten und gewaltsamen Demonstrationen, etwa in Duisburg, auf. Deswegen muss die Polizei in Nordrheinwestfalen vor jeder Demonstration die Fahnen von Israel und ähnliche Fahnen, wie etwa von Zypern entfernen. Sonst gibt es noch VIKZ, eine Organisation, die gemäß Polizeidirektion Köln, Anti-Westlich und Anti-Demokratisch sind. Mir scheint, dass von diesen Gruppierungen eine reale Gefahr ausgeht. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine mutig gehandelt.

  2. Alex 23. Oktober 2013 at 17:52 - Reply

    Tja, dann ist die Bundesregierung aber auch rassistisch; hat sie doch glatt Krieg gegen die arme Taliban in Afghanistan geführt !

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