Salafisten auf Frankfurter Buchmesse

15. Oktober 2013 2

Auch in diesem Jahr waren die radikal-islamistischen Salafisten auf der Frankfurter Buchmesse vertreten – Kritik kam nur vom hessischen Landtagsabgeordneten Ismail Tipi

Werbeaktion der Salafisten (Screenshot von www.hausdesqurans.de)

Werbeaktion der Salafisten (Screenshot von www.hausdesqurans.de)

Es bedarf nicht allzu vieler Phantasie, sich vorzustellen, was wohl in Deutschland los wäre, wenn die NPD auf der Frankfurter Buchmesse präsent wäre und dort ihr Propaganda-Material, gar Hitlers Mein Kampf, verteilen würde: die Kritik von Politik und Medien an den Chefs der Messe würde kein Ende nehmen. Vermutlich gäbe es auch Demonstrationen vor der Messe. Dass die Verantwortlichen am Ende ihren Hut hätten nehmen müssen, wäre so sicher, wie das vielzitierte Amen in der Kirche.

Komischerweise jedoch passiert nichts von alledem, wenn die Salafisten auf der Buchmesse den Koran verteilen. Wobei natürlich nichts dagegen spricht, auf einer Buchmesse religiöse Schriften zu verteilen. Nur geht es nicht ausschließlich darum, was verteilt wird. Sondern auch darum, wer es verteilt. Und die Salafisten sind nicht irgendwer – sie sind die gewalttätigsten und skrupellosesten Vertreter einer ohnehin nicht als friedlich bekannten Religion.

Es waren die Salafisten, denen 9/11 wie auch die Terror-Anschläge von London und Madrid zu verdanken waren. In Deutschland sind die Salafisten zum ersten Mal ins öffentliche Bewusstsein gerückt, als sie am 1. Mai 2012 in Solingen sowie vier Tage später in Bonn am Rande von friedlichen Pro NRW-Kundgebungen Polizisten brutal mit Messern, Steinen und Stangen angegriffen haben. Ein Salafist hatte damals Polizisten mit gezielten Stichen in die Oberschenkel zu töten versucht. Reue haben die Salafisten für diese brutalen Angriffe nie gezeigt: Weil auf den Veranstaltungen von Pro NRW Mohammed-Karikaturen gezeigt wurden und die Polizisten diese Ausübung der Meinungsfreiheit geschützt haben, haben fast alle der beteiligten Salafisten vor Gericht argumentiert, dass jene, die „den Propheten beleidigen“, genauso den Tod verdienen, wie jene, die das beschützen – also auch die Polizisten. Eine solche Ideologie ist eine klare Absage an unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Und da die Salafisten diese Ideologie der Gewalt nun einmal mit dem Koran begründen und rechtfertigen, ist die Botschaft einer salafistischen Koran-Verteilungsaktion eindeutig antidemokratischer und extremistischer Natur.

Eine solche Botschaft hat auf einer Buchmesse nichts verloren, sie ist mit den humanistischen Werten einer solchen Veranstaltung in keinster Weise vereinbar. Vor diesem Hintergrund war es bereits im letzten Jahr in keinster Weise nachvollziehbar, dass den Salafisten die Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse gestattet wurde. In diesem Jahr aber ist dieser Auftritt noch unerträglicher, denn zwischen beiden Messen gab es den versuchten Bombenanschlag der Salafisten auf den Bonner Hauptbahnhof vom 10. Dezember, wie auch deren Mordversuch auf Markus Beisicht, dem Vorsitzenden der Bürgerbewegung Pro NRW.

Nur ein Politiker übt Kritik

Trotzdem gab es auch in diesem Jahr keinerlei Kritik von Seiten der Medien oder Parteien. Wie bei den meisten Ereignissen rund um den radikalen Islam in Deutschland, wurde über die Salafisten auf der Buchmesse nicht einmal berichtet. Und wie 2012 war der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi, der sich als konsequenter Kritiker der islamischen Paralleljustiz und Salafisten-Gegner einen Namen gemacht hat, auch dieses Mal der einzige Politiker unseres Landes, der den Salafisten-Auftritt auf der Buchmesse kritisierte: „Das ist mir schon etwas unerklärlich, warum diese Extremisten hier jetzt zum wiederholten Male ungestört zu Werke gehen konnten. Die Salafisten hatten auch letztes Jahr auf der Buchmesse ihre ‚Lies‘-Aktion durchgeführt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zum Beispiel Rechts- oder Linksextremisten auf einer solchen Veranstaltung ungehindert ihre Propaganda betreiben dürften“, so der empörte und verärgerte Tipi am Sonntag in Wiesbaden.

Besonders erschreckend ist es, dass auf der diesjährigen Buchmesse auch Prominente wie der ehemalige Fußball-Funktionär und TV-Moderator Reiner Calmund bereit waren, sich mit den Salafisten fotografieren zu lassen. Solche Auftritte machen Salafisten gesellschaftsfähig. Aber wenn Salafisten gesellschaftsfähig werden, so wird beileibe nicht nur der Koran gesellschaftsfähig. Sondern auch Hetze gegen Homosexuelle und die Unterdrückung der Frau. Und nicht zuletzt auch Bomben in Bahnhöfen und brutale Angriffe auf Vertreter unserer Werteordnung.

2 Comments »

  1. Fahni 16. Oktober 2013 at 03:43 - Reply

    Man müsste zwecks Eskalation und Entlarvung der salafistischen Gewaltbereitschaft Mohammed-Karikaturen vor dem Buchstand der Salafisten hochhalten.

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