Gebt der Chance eine Chance!

16. September 2013 4

Die AfD – eine echte Alternative für Deutschland? Teil VI: Julien Wiesemann bejaht, denn es ist die einzige Alternative

Nicht zu unterschätzen: Mobilisierungspotential der AfD - BIld: Statista

Nicht zu unterschätzen: Mobilisierungspotential der AfD – Bild: Statista

Über keine andere Partei wird aktuell sowohl inner- wie auch außerhalb des freiheitlich-konservativen Spektrums so heftig gestritten, wie über die Alternative für Deutschland (AfD). Außerhalb des Spektrums kritisiert man vor allem den Anti-Euro-Kurs sowie eine angeblich „unklare Abgrenzung“ vom sogenannten „rechten Rand“. Die Kritik innerhalb des freiheitlich-konservativen Spektrums ist breiter gefächert. Dem einen ist die AfD zu wenig national, dem anderen fehlt ein klares Bekenntnis zur Islamkritik, der nächste stört sich daran, dass es keine klare Forderung nach einer Rückkehr zur D-Mark gibt und dass stattdessen diese nur „kein Tabu“ sein dürfe.

Zu kritisieren gibt es naturgemäß bei Parteineugründungen relativ viel, was in der Natur der Sache liegt – zu vielfältig sind die Menschen, die von einer solch populären Neugründung angezogen werden. Da stößt sich der eine an einem Nebensatz im Parteiprogramm und tritt sofort wieder aus – und die Partei, die bis dahin seine Hoffnung war, ist plötzlich nicht einmal mehr wählbar. Der nächste stößt sich daran, dass er an der Parteibasis mit seinem energischen Plädoyer für gesellschaftliche Randgruppen nicht nur auf Gegenliebe stößt – und verbringt fortan den ganzen Tag damit, in diversen sozialen Netzwerken jedem, der es eigentlich nicht hören will, beizubringen, die Alternative sei gar keine. Und derjenige, der das nicht einsehen will, müsse ein schlechter Demokrat sein oder habe schlicht und einfach keine Ahnung. Andere wiederum sehen ihre Erfüllung im Verfassen sogenannter „Newsletter“, die Teile des Parteinamen tragen, weil die Geschäftsstelle eines Landesverbandes sich in den Diensträumen eines Mitgliedes befindet. Das alles ist jedoch wenig substanziell.

Die wirklich inhaltliche Kritik aus dem freiheitlich-konservativen Spektrum beschränkt sich meist darauf, dass man das Programm für insgesamt zu unausgegoren hält und wichtige Positionen fehlen. Auch das liegt an der Natur der Sache, denn man kann von einer Partei, die gerade einmal ein halbes Jahr Zeit bis zum flächendeckenden Antritt zu einer Bundestagswahl hat, nun wahrlich kein fertiges und in Details schlüssiges Programm erwarten, welches zudem unter den Mitgliedern noch eine Mehrheit findet.

Wer sich jedoch einmal von der Betrachtungsweise löst, die Partei müsse schon jetzt auf alle Fragen eine Antwort geben können und dürfe keine Fehler machen, muss erkennen, dass die AfD bei allen verständlichen Schwächen trotzdem die beste Alternative zur propagierten Alternativlosigkeit der Bundestagsparteien ist.


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Zurecht kritisiert man den fehlenden Sachverstand der Bundesregierung und der Abgeordneten, oftmals wissen die Mandatsträger über den abzustimmenden Sachverhalt gar nicht Bescheid. Die AfD hingegen kann mit Antworten von weit über hundert Professoren in der Partei und ihrem Umfeld aufwarten.

Zurecht kritisiert man die Abgehobenheit der Abgeordneten im Bundestag. Die AfD antwortet mit zahlreichen mittelständischen Unternehmern auf Kandidatenlisten und in Vorständen.

Zurecht kritisiert man die politisch korrekten Denk- und Sprechverbote innerhalb der etablierten Parteien und der Gesellschaft. Die AfD bricht allein durch ihre Kritik am Euro und der EU ein solches Tabu und fordert ein Ende der „political correctness“. Zahlreiche Mitglieder an der Basis und in unteren Vorstandsebenen sowie in programmatischen Fachausschüssen lassen darauf schließen, dass dies nicht das letzte von der AfD gebrochene Tabu sein dürfte.

Einige Kritikpunkte an der AfD dürften für sich genommen durchaus ihre Berechtigung haben. Doch verkennt die Kritik, dass es sich bei der AfD um die einzige Chance handelt, dass sich in den nächsten Jahren eine wirkliche Alternative zu den etablierten Parteien etabliert.

Die Garantie, dass sich die AfD zu einer wirklich freiheitlich-konservativen Partei entwickelt, gibt natürlich niemand. Doch was ist die Alternative zur Alternative? REP oder PRO, die ohnehin keinerlei Chance, nicht einmal auf einen Achtungserfolg haben? Oder gar Wahlenthaltung? NEIN! Denn dann wird definitiv alles so bleiben wie jetzt, mindestens die nächsten vier Jahre. Mit der Alternative für Deutschland hat man wenigstens die Chance, dass sich etwas ändern kann. Und diese Chance sollte jeder nutzen, dem dieses Land am Herzen liegt.

4 Comments »

  1. Tom Orden 16. September 2013 at 13:12 - Reply

    Also meine Freunde vom „Orden der Patrioten“ und ich werden auf jeden Fall die „Alternative für Deutschland“ wählen.

  2. George 16. September 2013 at 16:44 - Reply

    Leider haben es einige Leute noch immer nicht begriffen: Die AfD ist eine Inszenierung der CDU mit dem Ziel die FDP zu schwächen und Merkel so die Bildung einer großen Koalition nach der Wahl zu ermöglichen. Dann nämlich hätte Merkel endlich die erforderliche Mehrheit, um die Euro-Rettung mit allen Mittel voranzutreiben.

    Noch nie ist einer gerade erst gegründeten bürgerlichen Kleinpartei in den öffentlich-rechtlichen Medien so viel Raum gegeben worden, wie der AfD. Ohne diese mediale Unterstützung würde die Partei heute nicht unmittelbar vor dem Einzug in den Bundestag stehen. Warum aber wird der AfD ausgerechnet im öffentlich-rechtlichen Staatsfernsehen, das bekanntlich von den Altparteien kontrolliert wird, eine derart große Aufmerksamkeit gewidmet und die Partei so einen breiten Wähleröffentlichkeit bekannt gemacht? Darüber sollten diejenigen, die hier für die Wahl der AfD trommeln, einmal nachdenken!

  3. ron 16. September 2013 at 18:09 - Reply

    eigentlich selbstverständlich, doch leider nicht so sehr, dass man den Artikel nicht weiter empfehlen bräuchte. Man muss!

  4. Theo Weber 17. September 2013 at 15:28 - Reply

    Es mag durchaus sein, daß die AfD zum Zwecke des Abschöpfens von EURO – Kritik mit dem Ziel des Einverleibens durch die CDU – wie damals beim BHE – gegründet wurde. Das soll uns aber nicht hindern, sie auf den richtigen Weg der Unabhängigkeit zu bringen.

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