Ahmadiyyas gefährlicher Siegeszug

21. August 2013 5

Der hessische Islamunterricht ist ein weiterer Schritt der anti-demokratischen Sekte auf ihrem Weg durch die deutschen Institutionen

Die Khadija-Moschee der islamischen Ahmadiyya-Sekte in Berlin Pankow-Heinersdorf - Bild: gemeinfrei

Die Khadija-Moschee der islamischen Ahmadiyya-Sekte in Berlin Pankow-Heinersdorf – Bild: gemeinfrei

In dieser Woche startet das neue Schuljahr im Bundesland Hessen mit einer bedenklichen Premiere: Zum ersten Mal gibt es islamischen Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen. In meinem eigenen Bundesland, Nordrhein-Westfalen, existiert ein solcher Unterricht schon seit längerem, die hiermit verbundenen anti-humanistischen Missstände und anti-demokratischen Risiken habe ich bereits vor einem halben Jahr in einem offenen Brief an das Ministerium dargelegt.

Das Bedenkliche hier in NRW ist bekanntlich, dass jener Unterricht unter gefährlichem, leider offiziell gewolltem Einfluss von verfassungsbedenklichen, frauenfeindlichen und insgesamt rückständigen Verbänden wie DİTİB und dem Zentralrat der Muslime (ZMD) stattfindet. Dieses ist auch von Teilen der (ansonsten der islamfreundlichen) Mainstream-Presse damals zu Recht angemahnt worden (z.B. in der FAZ).

Hessen hat versucht, aus diesen Fehlern zu lernen. So wurde nun anstelle des ZMD auf die sogenannte „Reformgemeinde“ Ahmadiyya zurückgegriffen. Diese lacht sich zunehmend ins Fäustchen, bekam sie doch kürzlich in Hessen den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuerkannt. Und erst vor wenigen Tagen konnte sie sich darüber freuen, dass eine ihrer bayerischen Moscheen ein Minarett bekommt und sie von der SZ noch ausdrücklich als „weltoffene Gemeinde“ zelebriert wird.

Die bedeutendsten und gründlichsten Studien zu Ahmadiyya stammen im deutschsprachigen Raum von der (leider inzwischen verstorbenen) Sozialforscherin Hiltrud Schröter. 2003 lernte ich sie persönlich auf einem Vortrag in Hannover kennen, wo sie mir (ich arbeitete damals als freier Journalist) zwei ihrer Bücher handsigniert schenkte. Die Erziehungswissenschaftlerin hatte in den 1990er Jahren beeindruckende Milieustudien zu muslimischen Subkulturen geleistet, sowohl in Afrika als auch in deutschen Großstädten. In Zusammenarbeit mit der linksgerichteten Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – in der auch ich Mitglied bin – vermittelte sie ihre Erkenntnisse in deren Zeitschriften und Seminaren an pädagogisch Verantwortliche. Ähnlich wie das feministische Urgestein Alice Schwarzer veröffentlichte Schröter islamkritische Bücher mit feministischem Akzent, so vor allem Mohammeds deutsche Töchter (2002) und Die Gesetze Allahs (2007).

Schröter deckte auf, dass auch die Ahmadiyya-Gemeinde durch unsägliche Frauenfeindlichkeit und antidemokratische Haltungen geprägt ist. Oberste Geistliche gewähren Ehemännern das Züchtigungsrecht, auch Frauentausch ist als Ritual verbreitet. Bezogen auf Deutschland entlarvte Schröter, wie die Ahmadiyya einerseits liberal auftritt, jedoch im Kern demokratiefeindlich ausgerichtet ist:

In Deutschland setzt die Ahmadiyya eine Doppelstrategie ein, aus Anpassung und Wohlverhalten der Gefolgschaft einerseits (z.B. Straßenreinigung am 1. Januar) und Machterweiterung der Führung andererseits. Wie islamistische Gruppierungen verbindet sie uralte mythische eschatologische Ideen mit islamischen Dschihad-Vorstellungen, erteilt allerdings der Anwendung von Gewalt eine Absage. Sie ist pragmatisch genug, das eigentliche Ziel zurückzustellen, bis sie eines Tages über mehr Macht verfügt. Trotz Tarnung bleibt dieses Ziel erkennbar.“ 1

Sogar in den Faltblättern der AhmadiyyaSekte zeigte sich unverblümt der perverse Sexismus dieser „Reformgemeinde“. So hieß es dort noch in diesem Jahrtausend wörtlich:

Der Ehemann ist verpflichtet, seiner Frau eine Morgengabe (Maher) in Höhe von etwa sechs Monatseinkommen zu ihrer eigenen, freien Verfügung zu geben. Er hat im Islam die Pflicht, seine Familie zu ernähren und zu versorgen. Arbeitet seine Frau auch (was sie nur mit Zustimmung ihres Mannes soll), steht ihr das verdiente Geld zu, ohne dass sie verpflichtet wäre, irgendetwas davon auszugeben. Die Ehefrau hat die Pflicht, das gemeinsame Haus zu einer Stätte des Friedens zu machen, ihrem Ehemann in allem, was nicht dem Islam widerspricht, zu gehorchen.“

Wie es Ahmadiyya mit westlicher Meinungsfreiheit hält, offenbarte die Sekte unverblümt gegenüber der deutschen Justiz. Dort stellte sie Strafanzeige gegen Schröter wegen vermeintlicher Beschimpfung von Glaubensbekenntnissen. Das Frankfurter Landgericht wies diese Vorwürfe jedoch als haltlos zurück und stellte das Verfahren im März 2003 ein. Die Richter sprachen der Wissenschaftlerin ausdrücklich das Recht zu, Parallelen zwischen Ahmadiyya und nationalsozialistischem Gedankengut sowie mafiösen Strukturen zu ziehen. Und auch ich vertrete an dieser Stelle klar die Position: Die Ahmadiyya ist durchweg anti-emanzipatorisch ausgerichtet und weist so gesehen gefährliche Nähe zum Rechtsextremismus im Sinne eines „Islamofaschismus“ auf.

Im Frühjahr 2006 wurde bekannt, dass auf einem Gelände im Berliner Bezirk Pankow-Heinersdorf eine Moschee dieser Sekte entstehen sollte. Die Anwohner waren alarmiert und gründeten eine Bürgerinitiative namens IPAHB – Interessensgemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger. René Stadtkewitz (CT-Interview) als damaliger Chef der örtlichen Kreis-CDU wurde das prominenteste Gesicht der Bewegung. An politische Ausgewogenheit ließ die Initiative nicht zweifeln – auch die „linke“ Schröter wurde zu Vorträgen engagiert. Ebenso wie jene Wissenschaftlerin kritisierte auch Stadtkewitz die Sekte Ahmadiyya aus feministischer Perspektive. Er könne keine Kultur akzeptieren, in der die Frau unterdrückt wird, Zwangsheirat üblich sei und Andersdenkende mit Berufung auf den Koran bekämpft werden. Rechtsextremes Gedankengut ließ der CDU-Politiker niemals durchblicken. Im Gegenteil distanzierte er sich hiervon ausdrücklich und glaubhaft.

Hiltrud Schröter versuchte, die Menschen wachzurütteln:

Sind Politiker bzw. Regierungen eines demokratischen Staates dazu berechtigt, Bürger und Gemeinden gegen ihren deutlich artikulierten Willen zu zwingen, Vereine mit antidemokratischer Zielsetzung und islamistischen Machtinteressen zu unterstützen, z.B. durch die Genehmigung zur Errichtung eines neuen Kalifat-Stützpunktes, genannt Moschee? Die Bürger haben in diesem Fall laut Grundgesetz das Recht zum Widerstand. Der Artikel 20 (4) unseres Grundgesetzes lautet: Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Doch Linksradikale beweihräucherten sich lieber mit Aktionismus gegen das von ihnen selbst hochstilisierte Feindbild. Auf Flugblättern nannten sie die IPAHB „rassistisch“, anonyme Drohungen folgten: Erpresserbriefe kündigten Stadtkewitz und seiner Familie körperliche Gewalt an. Dieses „Unglück“ könne er nur abwenden, indem er den Widerstand gegen die Moschee beenden und sein Mandat als Abgeordneter niederlegen würde.

Als wehrhafter Demokrat verbot sich Stadtkewitz jegliche Einschüchterung. Das brachte seine Familie und ihn in akute Lebensgefahr. Im August 2006 warfen Unbekannte einen Molotow-Cocktail in sein Haus und setzten es in Brand. Die Familie einschließlich der beiden Kinder konnte sich zum Glück in Sicherheit bringen. Die Täter wurden nie ermittelt – islamistische und linksradikale Hintergründe sind zu vermuten. Sollten es Linksradikale gewesen sein, so machte sich die extreme Linke auch in diesem Falle, wie so oft, zum „nützlichen Idioten“ einer faschistoiden und sexistischen Islamideologie.

Die Bürgerinitiative konnte die Moschee nicht verhindern – das Gebetshaus eröffnete am 16. Oktober 2008. Im Rahmen des Hundert-Moscheen-Projekts dieser Sekte war es Nummer 21 in Deutschland. „Wir brauchen mehr Moscheen“, sagte Berlins damaliger Innensenator Ehrhardt Körting (SPD) bei der Einweihung. Ähnlich äußerten sich Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und auch der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD). Deren Intentionen, Gebetsstätten aus schmutzigen Hinterhöfen herauszuholen, finde ich durchaus lobenswert. Doch meines Erachtens sollte Politik im Zuge solcher Handreichung auch etwas abverlangen: Muslime müssen sich zu freiheitlich-demokratischen Grundwerten bekennen. Insbesondere denke ich hier – wieder einmal – an die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Denn diesbezüglich hatte sich Ahmadiyya einmal mehr als rückständig erwiesen. Zwei Wochen vor der Eröffnung hatte der verantwortliche Imam dem Tagesspiegel ein Interview gegeben. Darin war er gefragt worden, warum Ahmadiyya keine weiblichen Imame wolle. Seine lapidare Antwort:

Es gibt auch keine weiblichen Propheten. Wäre Jesus eine Frau gewesen, sie hätte Unglaubliches ertragen müssen. Frauen müssen froh sein, dass Gott sie von den Härten verschont. Der Islam hat die Aufgaben verteilt. Die harte Arbeit heißt: Der Mann soll das Geld verdienen. Das heißt nicht, dass nicht auch die Frauen rausgehen und arbeiten sollen, wenn der Mann krank ist.“

Ist eine solche Rollenverteilung mit unserer Gleichberechtigung vereinbar? Passen solche Positionen zu einer Reformgemeinde, als die sich Ahmadiyya gern präsentiert? Wogegen hätte sich „linke Energie“ eher richten sollen: Gegen diesen Sexismus vieler Muslime oder gegen Stadtkewitz‘ Kritik hieran? Hiltrud Schröter mahnte zu Recht:

Ist die Ahmadiyya eine Religionsgemeinschaft auf der Basis des Grundgesetzes oder eine islamistische Politreligion? Die Texte der Führungselite haben gezeigt, dass die Ahmadiyya islamistische Ziele verfolgt: die Errichtung einer islamischen Weltordnung mit Scharia-Recht und Ahmadiyya-Kalifat.“

2007 legte Ahmadiyya nochmal nach, diesmal nicht nur sexistisch, sondern zugleich homophob. „Schweinefleisch macht schwul“, verkündete die Sekte und beharrte nach öffentlicher Kritik hieran umso mehr auf dieser Position. Der Lesben- und Schwulenverband LSVD warnte darauf hin zu Recht davor, dass Ahmadiyya eine Bedrohung für Homosexuelle in Deutschland sei (Die Welt).

Nichts deutet bislang darauf hin, dass die Ahmadiyya sich in den vergangenen Jahren im Kern auch nur annährend modernisiert hat. In der Kölner Innenstadt sehe ich oft Informationsstände der Sekte, stets durchtränkt mit sexistischen und homophoben Botschaften, die mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung unvereinbar sind.

Nun darf diese anti-demokratische Sekte, in deren Ideologie durchaus Parallelen mit Rechtsextremismus gesehen werden dürfen, also im deutschen Schulsystem verstärkt ihr Unwesen treiben. Mit dieser katastrophalen Fehlentscheidung der hessischen Landesregierung drohen uns „österreichische Verhältnisse“. Denn im Alpenstaat wurden die gleichen Fehler gemacht, schon vor langer Zeit. Ergebnis: Sogar die linke taz musste (sogar in einer Überschrift) einräumen, dass muslimische Religionslehrer an Österreichs öffentlichen Schule „Feinde der Demokratie“ sind. Eine muslimische Religionslehrerin in Wien sagte sogar im Unterricht, dass Homosexuelle verbrannt werden müssen (CT berichtete).

Genauso haben sich Ahmadiyya-Mitglieder mir gegenüber auch an den Kölner Informationsständen geäußert. Demnächst werden solche islamischen Extremisten also auch auf die hessischen Schulkinder losgelassen, von der ersten Klasse an. Hessen ist wohlgemerkt ein von CDU und FDP regiertes Bundesland. Anhand der Bildungspolitik sehen wir somit, dass auch die bürgerlichen Parteien in Deutschland längst islamophil verseucht sind. Man möge denken: „Wehret den Anfängen!“ Doch dafür ist es vielleicht schon zu spät, Ahmadiyyas Siegeszug durch die deutschen Institutionen schreitet gefährlich und offenbar unaufhaltsam voran.

Um die verschiedenen Akteure im deutschen Islamdiskurs zu portraitieren hat die Stresemann Stiftung das Forschungs- und Dokumentationsprojekt www.islamdebatte.de entwickelt:

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Notes:

  1. Hiltrud Schröter (2003): Vortrag bei Anhörung zum Thema: Errichtung einer Ahmadiyya-Moschee in Herrenhausen-Stöcken, Hannover, Rathaus, 18.06.2003, online verfügbar unter: http://www.moschee-schluechtern.de/texte/schroeter/grundgesetz_hannover.htm, zuletzt geprüft am 21.08.2013. Gilt auch für alle folgenden Zitate von Frau Schröter.

5 Comments »

  1. Sonja 21. August 2013 at 10:32 - Reply

    Der christliche Religionsunterricht wird an Schulen zunehmend zur Disposition gestellt, doch die Islamisierung der Schulen schreitet mit bedenklichem Tempo voran, eben auch mit islamischen Religionsunterricht. Wer will das?

  2. Fahni 21. August 2013 at 14:01 - Reply

    Ahmadiyya hält Politik und Medien systematisch zum Narren. Diese Sekte ist genauso wenig eine Reformgemeinde wie die DDR eine „demokratische“ Republik war. Raus aus den Schulen mit dieser faschistoiden Sekte!

  3. giro 28. August 2013 at 14:05 - Reply

    In einer sehr intensiven und sachlichen Diskussion mit einem Ahmadiyya wurde mir deutlich, dass neben diversen dogmatischen Problemen (Dschihad gehört eher nicht dazu, aber das Frauenthema) vor allem auch das typisch sektenartige der Ahmadiyya ein Problem ist. Die Ahmadiyya sind gewissermaßen die Zeugen Jehovas des Islam. Die haben ein recht geschlossenes Weltbild und sind keine reifen, selbständigen Persönlichkeiten. Der Otto-Normal-Sunnit ist da oft aufgeklärter.

  4. omar farooq ahrar 11. Oktober 2013 at 08:32 - Reply

    Ahmadiyya hält Politik und Medien systematisch zum Narren. Diese Sekte ist genauso wenig eine Reformgemeinde wie die DDR eine “demokratische” Republik war. Raus aus den Schulen mit dieser faschistoiden Sekte!

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