Bericht aus der Parallelwelt

30. Mai 2013 3

Tagung: Auf Allahs Befehl? Zwangsehen, Ehrverbrechen, Homophobie und Integrationsverweigerung in der muslimischen Parallelwelt

V.l.n.r.: Hartmut Krauss, Ahmad Mansour, Serap Cileli, Daniel Krause - Bilder: GAM

V.l.n.r.: Hartmut Krauss, Ahmad Mansour, Serap Cileli, Daniel Krause – Bilder: GAM

Der Mai war der Monat der „progressiven“ Islamaufklärer. Nach der Kritischen Islamkonferenz in Berlin fand am 18. Mai ein Tagesseminar in Münster statt mit dem Titel: „Auf Allahs Befehl? Zwangsehen, Ehrverbrechen, Homophobie und Integrationsverweigerung in der muslimischen Parallelwelt“. Eingeladen hatten die  Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte (GAM) und der Verein peri e.V., bekannt durch sein Engagement für Menschenrechte und Integration. Es referierten der Verleger Hartmut Krauss, die Feministin Serap Cileli, der Diplom-Psycholog Ahmad Mansour und der Lehrer Daniel Krause (siehe auch zweistündige Videoaufzeichnung der Veranstaltung am Artikelende).

Zu Beginn gab Autor und GAM-Chef Hartmut Krauss eine fundierte soziologische Einführung in die Problematik muslimischer Parallelgesellschaften. Er konnte sich dabei durchweg auf repräsentative soziologische Studien und Statistiken berufen, welche die anti-emanzipatorischen Einstellungen vieler Muslime in Deutschland belegen. Krauss machte insbesondere deutlich, wie Muslime im Vergleich mit Zuwanderern anderer religiöser Prägung, etwa aus Polen oder Russland, hinsichtlich ihrer Integrationsbereitschaft deutlich schlechter abschneiden. Um mögliche Gründe dafür zu erörtern, griff der Autor auch auf Inhalte seines neuen Buches Der Islam als grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung zurück.

Anschließend hielt die Feministin Serap Cileli ein klares Plädoyer gegen Frauenunterdrückung und insbesondere gegen das Kopftuch, welches vor allem aus Institutionen des deutschen Bildungssystems herausgehalten werden müsse. Schließlich sei das Kopftuch das Symbol der Frauenunterdrückung. Ein Kopftuchverbot diene dem Kindeswohl und sei aus humanistischer Sicht unerlässlich, so die Buchautorin (Eure Ehre – unser Leid). Cileli war in früheren Jahren selbst Opfer einer Zwangsverheiratung und konnte sich nur mit Mühen aus den Fängen der islamischen Religion befreien.

Über seine Arbeit mit schwierigen muslimischen Klienten in Berlin berichtete der arabischstämmige Psychologe Ahmad Mansour. Deutsche Pädagogen sollten sich viel mehr mit Problematiken rund um den muslimischen Ehr-Begriff beschäftigen, so seine Forderung. Damit verbunden sei insbesondere die Unterdrückung von Frauen im Islam. Streiten lässt sich freilich über Mansours These, wonach sich der Islam durchaus auch als humanistische Friedensreligion interpretieren lasse. Er selbst verfolge das Ziel, junge Muslime zu einer solchen Auslegung hinzuführen.

Schließlich prangerte  Buchautor Daniel Krause (Als Linker gegen Islamismus) die unter Muslimen weit verbreitete Homophobie an. Untermalt mit bedrückenden Bildern erläuterte er, wie in islamischen Ländern Homosexuelle schon im Jugendalter hingerichtet werden. In westlichen Staaten habe sich die rechtliche Gleichstellung Homosexueller zu einem Merkmal moderner Demokratien entwickelt, so dass sich anhand dieses Themas die Kluft zwischen Freiem Westen und Islamischer Welt besonders stark verdeutlichen lasse. Krause schilderte aber auch, wie muslimische Jugendliche in Deutschland von ihren streng gläubigen Eltern in den Selbstmord getrieben werden, weil sie sich zu ihrem eigenen Geschlecht hingezogen fühlen.

Vollständige Video-Dokumentation des GAM-Tagesseminars

3 Comments »

  1. Tim 30. Mai 2013 at 15:13 - Reply

    Das Video mit der Rede von Daniel Krause ist auch hier online: http://www.youtube.com/watch?v=jv-kSbjr8EY

  2. Kalle 30. Mai 2013 at 21:42 - Reply

    Eine Stelle im Text hat mir besonders gut gefallen: „Streiten lässt sich freilich über Mansours These, wonach sich der Islam durchaus auch als humanistische Friedensreligion interpretieren lasse. Er selbst verfolge das Ziel, junge Muslime zu einer solchen Auslegung hinzuführen.“
    Hiermit steht Mansour wahrlich im Widerspruch zum Referenten Hartmut Krauss, welcher den Islam schon in seinem neuen Buchtitel als „grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung“ tituliert. Gut, dass CT die Äußerung Mansours hinterfragt. Siehe auch hier: http://gegenislam.wordpress.com/2013/05/30/islam-als-friedensreligion-denkbar-citizen-times-hinterfragt-mansour/

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