Anklage: Hochverrat

16. April 2013 6

Rezension zu Udo Ulfkotte: Raus aus dem Euro – rein in den Knast. Das üble Spiel der Politik und Medien gegen Kritiker der EU-Einheitswährung

Es ist nur noch ene Frage der Zeit, bis der Euro endgültig kippt - Bild: Kurt F. Dominik / pixelio.de

Es ist nur noch ene Frage der Zeit, bis der Euro endgültig kippt – Bild: Kurt F. Dominik / pixelio.de

Während sich mit der Alternative für Deutschland (AfD) hierzulande sehr spät ernstzunehmender parteipolitischer Widerstand gegen die Euro-Einheitswährung entwickelt, blüht eine eurokritische Publizistik bereits seit einigen Jahren. Ganz vorne mit dabei sind die Kritiker der ersten Stunde, wie etwa die Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler Wilhelm Hankel, Wilhelm Nölling, Karl Albrecht Schachtschneider oder Joachim Starbatty (z.B. Das Euro-Abenteuer geht zu Ende), abwägende Skeptiker wie Thilo Sarrazin (Europa braucht den Euro nicht), aber auch zur Vernunft Gekommene, wie etwa Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der noch 2011 in einem Citizen Times Interview zugab, sich nicht zu trauen, die D-Mark wieder zu fordern.

Geht es um das kritische Politiksachbuch, darf natürlich ein Autor nicht fehlen: Udo Ulfkotte. Schrieb er früher vorwiegend über Integrationsthemen und die Ideologie des Islams (z.B.: Heiliger Krieg in Europa, Vorsicht Bürgerkrieg, Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold), widmet er sich seit einigen Jahren verstärkt wirtschaftspolitischen Themen und der Krisenvorsorge.

Dem Euro als Wohlstandsvernichter nähert sich Ulfkotte nicht wie viele seiner Autorenkollegen über die theoretische Unmöglichkeit einer Einheitswährung bei stark unterschiedlichen Volkswirtschaften. Stattdessen dokumentiert der Journalist die Diskussion über das EU-Prestigeobjekt von der Planung über die Bargeld-Einführung bis hin zur jetzigen Währungskrise. Dafür legt er die offensichtlichen Lügen oder wenigstens extrem kurzsichtigen, ideologisch verbrämten Behauptungen der Befürworter offen – und wie sie sich ausnahmslos als falsch herausstellten. Denn der Euro war weder jemals so stabil wie die D-Mark, noch half er den wirtschaftlich schwächeren Südländern. Stattdessen stellte er sich als eine „permanente Sinnestäuschung“ heraus, als „die Illusion von Stabilität, Wohlstand und finanzieller Sicherheit.“ Ganz zu schweigen von dem Ziel der europäischen Einigkeit und Friedenssicherung, worüber auch der Friedensnobelpreis 2013 für die EU nicht hinwegtäuschen kann. Ulfkottes Fazit besagt dann auch genau das Gegenteil:

Die Einführung des Euro war – nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg – der dritte Sprung ins Dunkle, den eine überforderte deutsche Staatsführung ihrem Volk im 20. Jahrhundert zugemutet hat – wieder mit katastrophalen Folgen. Im Falle der beiden Weltkriege stand am Ende zweimal die Niederlage, heute ist diese erneute (dritte) Niederlage schon in ihren Anfängen zu erkennen. Die Forderungen gegenüber den Verantwortlichen muss daher jetzt heißen: Raus aus dem Euro – rein in den Knast.“

Politische Sachbücher im Allgemeinen und Ulfkottes im Besonderen leben von der Kumulation von Zitaten, persönlichen Erlebnissen und Einzelfällen. Sie vermitteln das Gefühl dabei gewesen zu sein und in ihrer Gesamtschau eine Repräsentativität, die so nicht gegeben sein muss. Ein Stil, der z.B. auch die sehr erfolgreichen Werke von Pater Scholl-Latour prägt. Die Suggestion der persönlichen Anwesenheit wird verstärkt durch Sätze wie „Die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen.“ Und gelegentlich stellt der Autor leere bzw. rhetorische Fragen, nur um sie selbst einige Zeilen später zu bestätigen, ohne jedoch dafür neue Argumente anzuführen.

Dem erfahrenen Eurokritiker liefert das Buch in der Folge auch wenig Neues, wenngleich die Fülle an zusammengetragenen Fakten wieder einmal beeindruckt. Es sind einfach unglaubliche Verstrickungen von Politik, Medien und sogenannten Forschungseinrichtungen, die da für die Einheitswährung aufgeboten wurden. Natürlich alles auf Kosten der Steuerzahler. Ulfkottes erneutes Verdienst ist es, dies aufzuzeigen und für jeden verständlich zu machen.

Vor allem aber bietet er zumindest eine kleine Alternative für den versagten Volksentscheid über den Euro: die Wahl mit dem Geldschein. Normaler Weise versteht man darunter die bewusste Entscheidung für Produkte oder Dienstleistungen, die nach bestimmten ethischen oder ökologischen Prinzipien hergestellt und vertrieben werden. Ulfkotte meint jedoch die Geldscheine selbst und weist darauf hin, dass jeder Euro-Schein verklausuliert angibt, welche nationale Zentralbank ihn herausgegeben hat. Und er empfiehlt nur noch diejenigen aus Deutschland (ein X vor der Seriennummer) und Österreich (N vor der Seriennummer) anzunehmen und zugleich zu Hause zu horten. Bei großer Beteiligung könnte so der Kurs zu den faktischen Fremdwährungen (€-Scheine aus anderen Ländern) verändert und massiver Druck auf die europäischen Regierungen ausgeübt werden.

Wenn der Euro dann zerbrochen ist und Europa in Scherben liegt, gelte es schließlich, die verantwortlichen Politiker vor Gericht zu stellen. Was wir dann bräuchten, sei ein „Nürnberg 2.0“, so Ulfkotte. Denn was Helmut Kohl, Theo Waigel, Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und viele andere mit ihrem Volk betrieben haben, sei nichts anderes als Hochverrat.

Udo Ulfkotte (2013): Raus aus dem Euro – rein in den Knast. Das üble Spiel der Politik und Medien gegen Kritiker der EU-Einheitswährung. Rottenburg: Kopp Verlag, 304 Seiten, 19,95 Euro. Kaufen bei Amazon.

6 Comments »

  1. Systembeobachter 16. April 2013 at 16:00 - Reply

    Warum nicht die Guillotine? Die haben sich die amtlichen Lügenverbreiter auf Steuerzahlerkosten so recht verdient.

  2. Keinmichel 16. April 2013 at 16:08 - Reply

    Ich horte schon seit 5 Jahren (selbstverständlich bereits versteuerte) Euroscheine mit dem X.

    Wenn das alle machen würden, wäre es natürlich gut. Denn dann würden in D wache und selbständig denkende Menschen leben. Das ist aber nicht der Fall. Deswegen wurde der Hochverrat der gesamten (und ironischerweise von uns alimentierten) politischen Klasse erst möglich.

  3. Selbstdenker 16. April 2013 at 16:09 - Reply

    Schöne Rezension. Danke!

  4. Hans Kolpak 17. April 2013 at 10:51 - Reply

    Bei aller Korrektheit, die Autoren wie Udo Ulfkotte vermitteln: Ihre Leserschaft ist nicht vergleichbar mit den Menschen, die im Hauptstrom der Propagandalügen schwimmen. Letztere sehen nämlich in den Aufklärern und in den Krisenvorsorgern die vermeintlichen Verursacher all des Leids, das alle erfahren. Es ist wichtig, rechtzeitg in Deckung zu gehen, wenn der Sturm beginnt und der Deich bricht.

    Hans Kolpak
    Deutsche ZivilGesellschaft

  5. Annerose Striedter, Limburg 20. April 2013 at 02:02 - Reply

    ich habe gerade das Buch ausgelesen.
    Sensationell. Müsste zur Pflichtlektüre
    erhoben werden, damit die Schlafschafe
    in D endlich mal aufwachen.
    Das mit dem „Knast“ finde ich das wenigste!, das denen blühen sollte.

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