Wer Ayn Rand nicht lesen möchte…

13. März 2013 2

Rezension zu Günter Keil: Die Energiewende ist schon gescheitert

Was bringen Energiesparlampen wirklich? Eine Diskussion, der sich auch neue Parteien stellen müssen - Bild: wrw  / pixelio.de

Die „Energiewende“ und ihre (nicht abzusehenden) Folgen  – Bild: wrw / pixelio.de

Wer über die wirkliche Wirklichkeit in den vermeintlich marktwirtschaftlichen, demokratischen, westlichen Gesellschaften Bescheid wissen möchte, aber 1.250 Seiten Lektüre von Ayn Rands Streik scheut, wem überlange philosophische Monologe nur Kopfschmerzen bereiten und wem Rands Buch zu utopisch und phantastisch ist, dem sei ein kleines Buch über einen ganz bestimmten Ausschnitt der bundesdeutschen Realität empfohlen. Keine Utopie, keine Philosophie und nur 130 Seiten – 130 Seiten voller Realität und Fakten: die deutsche „Energiewende“, meisterhaft dargestellt und auf den Punkt gebracht von Günter Keil.

Philosophische und wissenschaftliche Voraussetzungen sind nicht nötig, Keils Aufzeichnung zeichnen sich durch eine hohe Verständlichkeit auch für Laien aus. Die Energiewende, ein dreistes Gaunerstück der deutschen Politik, eine Verschwörung gegen den „kleinen“ Mann, eine massive Umverteilung von unten nach oben, ein Anschlag auf Lebensstandard und Zukunft. Ja –  ein Anschlag auf die Zukunft, denn der Zweck der Energiewende ist die De-Industrialisierung Deutschlands. Das „Projekt“ läuft, es läuft aus dem Ruder – wie jede Planwirtschaft – und es läuft trotzdem als „geplantes Chaos“ (Ludwig von Mises) weiter. Denn die politisch korrekt vernebelte Masse hält die Energiewende für einen Segen, so wie sie früher den „Führer“ für einen Segen hielt. Der Autor charakterisiert die „Methodik“ der „Energiewende“ etwa so:

Die ‚aktuelle‘ Energiepolitik besteht aus sechs grundsätzlichen Fehlern, vier Sekundärfehlern sowie einer immer länger werdenden Reihe von weiteren potentiellen Kollateralschäden, mit denen die Schadwirkungen der Grundsatzfehler repariert werden sollen. Wobei diese ‚Reparaturmaßnahmen‘ niemals den Grundübeln zu Leibe rücken, sondern im Gegenteil stets so eingerichtet werden, dass die gefährlich gewordenen primären Schadwirkungen durch neue kostspielige Investitionen, Subventionen und Kostenüberwälzungen auf die Verbraucher zugekleistert werden – womit sie selbst zu neuen Schädigungen von Bürgern und Wirtschaft führen.“

Keil präsentiert in aller Knappheit Fakten und Zusammenhänge oder anders ausgedrückt, die brutalst-mögliche Realität. Keine Fiktion und auch keine Satire, leider! Besser hätte es sich auch Ayn Rand nicht als Romanstoff ausdenken können. Tatsächlich empfiehlt es sich, zunächst Rands Roman Streik zu lesen und dann Keils Buch als empirische Studie und Beleg für Rands Theorien und vermeintliche Fiktionen. Doch Vorsicht, von so viel Realität, kann man leicht trunken werden.

Die Aussichten für Deutschland sind alles andere als rosig und Keils Prognose ist unzweifelhaft klar: „Die im Energiesektor ausufernde, die Wirtschaft schwer schädigende Plan-Misswirtschaft wird nach einigen Jahren spektakulär scheitern, weil ihre wirtschaftlichen und sozialen Kosten untragbar geworden sind.“

Günter Keil (2012): Die Energiewende ist schon gescheitert. Jena: Tvr Medienverlag, 136 Seiten, 14,90 Euro. Kaufen bei Amazon.

Ayn Rand (2012 [1957]): Der Streik. München: Verlag Kai M. John, 1.260 Seiten, 39,90. Kaufen bei Amazon.

Die Energiewende einfach erklärt - von

Die Energiewende einfach erklärt – von CT-Autor Monti Arendt

2 Comments »

  1. Bernhard Anthony 13. März 2013 at 12:14 - Reply

    Sehr aufschlußreiche Zukunftsaussichten..
    Irgendwann holt die Realität jeden ein-
    Bis dahin wird aber kräftig weitergezahlt. Es muss doch einen Weg gehen aus dem ganzen Zirkus zu entkommen.

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