Die Renaissance unserer Identität

25. November 2012 1

Über eine wirkliche Alternative für die anstehende Bundestagswahl und Deutschland

Was macht uns als Volk aus? – Bild: Gerd Altmann / Shapes:Graphicxtras / pixelio.de

Im nächsten Jahr steht die Bundestagswahl ins Haus und so langsam beginnt der Wahlkampf. Die SPD hat ihren Spitzenkandidaten in Stellung gebracht und auch unter den non-konformen Parteien steuert man auf dieses Ereignis zu. Die Republikaner haben sich längst für einen Wahlantritt ausgesprochen, die Landesverbände der Partei Die Freiheit arbeiten daran, die Bürgerbewegung Pro Deutschland hat auf ihrer Bundesversammlung den Antritt zur Bundestagswahl beschlossen. Und dann wären noch die eurokritischen Freien Wähler mit Unterstützung der Aktion Wahlalternative 2013.

Weder für die Republikaner, noch für Pro oder Die Freiheit geht es dabei um den Einzug in den Bundestag, sondern vielmehr um das Erreichen der Wahlkampfkostenerstattung und die Vormachtstellung im freiheitlich-konservativen Spektrum. Einzig den Freien Wählern kann man Außenseiterchancen im Kampf um das Überspringen der Fünfprozenthürde einräumen und so mancher Aktivist im freiheitlich-konservativen Spektrum ist daher geneigt, jenen Freien Wählern seine Unterstützung zuteilwerden zu lassen, da die Liste prominenter Unterstützer und die Euro-Kritik jene Bürger anzusprechen scheint.

Dies mag auf den ersten Blick durchaus berechtigt sein, doch spätestens seit dem angedrohten Parteiausschlussverfahren gegen den Fraktionsvorsitzenden der Frankfurter Freien Wähler, Wolfgang Hübner, der scheinbar allzu oft kritische Worte über die Medienberichterstattung und undifferenzierte Zuwanderung verlor, muss jedem klar sein, der zunächst mit dieser Formation sympathisierte, dass es sich hier mitnichten um eine tatsächliche „Wahlalternative“ für das Jahr 2013 handeln kann. Eine eurokritisch angemalte sozialdemokratische Partei braucht in diesem Land nämlich niemand, denn sie wird die drängendsten Themen dieses Landes nicht lösen.

Doch was sind die drängendsten Themen? Etwa wirklich nur die von den Freien Wählern forcierte Eurokrise? Das Problem der Islamisierung, welches Die Freiheit und Pro Deutschland bisher in den Mittelpunkt ihres Wirkens stellten? Oder die undifferenzierte Massenzuwanderung? Die politische Bevormundung unseres Volkes durch eine abgehobene Klasse von Politikern? Die Bildungsmisere in weiten Teilen der Republik? Die Erosion des Mittelstandes? Der drohende Zusammenbruch unseres Sozialstaates? Die Beschneidung nationaler Souveränität durch die EU? Die innere Sicherheit? Die familienfeindliche Politik der im Bundestag vertretenen Parteien?

Lesen Sie zum Thema das Diskussions-Papier von André Freudenberg: Rechts von der CDU? Parteipolitische Perspektiven des freiheitlichen Konservatismus

Die Themen für eine freiheitlich-konservative Partei sind da und müssen behandelt werden. Doch was ist das drängendste Problem? Und warum werden all diese Themen von den etablierten Parteien nicht behandelt, obwohl es die Vernunft gebieten würde? Und wo liegt der Zusammenhang dieser bestehenden Probleme?

Es braucht eine Renaissance unserer Identität!

All die bestehenden Probleme haben eine gemeinsame Ursache, die angepackt werden muss. Wir Deutschen müssen endlich wieder lernen, uns offensiv zu unserem Land, unserer Kultur und unseren Werten zu bekennen und dafür auch einzustehen, wenn uns dabei Wind ins Gesicht bläst. Das Bekenntnis zur eigenen Nation ist nicht nur in allen Ländern dieser Erde (außer in der veröffentlichten Meinung in Deutschland) selbstverständlich. Nein, dieses Bekenntnis ist auch notwendig und alternativlos! Jede Kultur, die ihre eigenen Werte nicht benennen kann, sich nicht zu ihnen bekennt und diese auch nicht – wenn notwendig – verteidigt, ist spätestens dann wenn letzterer Fall eintritt, dem Untergang geweiht.

Was sind aber unsere Werte, was ist unsere Kultur, was ist unsere Identität? Das Stellen dieser Fragen mag zu Verwunderung führen, ist aber in unserer Zeit notwendig, da es linke Ideologen und 1968er geschafft haben, genau jenes Bekenntnis als rückständig, extremistisch und gefährlich zu verklären. Daher müssen wir die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens neu diskutieren und erörtern. Das ist und kann auch gar nicht Aufgabe einer einzigen Partei sein, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Da keine der etablierten Parteien diese Diskussion jedoch zulässt geschweige denn führt, muss der Impuls dazu von einer neuen politischen Kraft, die sich zu ihrer Identität bekennt und für eine nennenswerte Masse der Bevölkerung spricht, ausgehen. Die freiheitlich-konservativen Parteien, welche (wohl zurecht) für sich in Anspruch nehmen, für eine schweigende Mehrheit im Volk zu sprechen, müssen genau dieser Motor sein – und das möglichst schnell, denn die Zeit drängt.

Denn fernab dessen, was jeder Einzelne vielleicht unterschiedlich für die entsprechenden Werte halten mag, gibt es einige, die für unsere Kultur kennzeichnend und unumstößlich sind. Dazu gehören u.a. das Bekenntnis zur Demokratie als wahrer Volksherrschaft, zu den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, ein kritisch-differenzierter Blick auf unsere Geschichte, das Bekenntnis zu unserer Sprache und zu unserer Lebensart.

Thilo Sarrazin hat sein Buch Deutschland schafft sich ab bereits vor zwei Jahren geschrieben. Zwei Jahre, in denen der Prozess der Selbstabschaffung vorangeschritten ist. Und wenn sich unser Land einmal abgeschafft hat, werden wir es für immer verloren haben.

Nicht die Phänomene, sondern die Ursache gilt es zu bekämpfen!

Bereits ausgeführt wurden einige Phänomene, von denen wohl die Islamisierung und die Eurokrise die populärsten unter den freiheitlich-konservativen Aktivisten sind. Doch sowohl die Bekämpfung des zunehmenden Einflusses des Islams als auch das wie auch immer geartete „Herumdoktern“ an einer europäischen Währung sind lediglich Phänomene des fehlenden Bekenntnisses zur eigenen Nation.

Würden wir offensiv zu unseren Werten und unserem Land stehen, könnten uns die in Deutschland lebenden Muslime egal sein und wir müssten keine Islamisierung mitsamt Frauen-Entrechtung und Scharia fürchten. Denn dann wären die hier lebenden Muslime eben bestens integriert und würden unsere Werte anerkennen – weil wir es von ihnen bereits bei der Einreise fordern würden oder sie andernfalls unser Land schnellstens wieder verlassen müssten.

Würden wir offensiv zu unseren Werten und unserem Land stehen, müssten wir uns keine Gedanken über die Euro-Problematik machen. Entweder der Euro würde uns etwas nützen oder wir hätten keinen Euro mehr oder ihn gar nicht erst eingeführt.

Würden wir offensiv zu unseren Werten und unserem Land stehen, müssten wir uns keine Gedanken um einen demografischen Wandel machen, weil unser Volk dann ganz selbstverständlich an seine Zukunft glauben würde, es normal und nicht belächelnswert wäre, sich für Kinder und gegen eine berufliche Karriere zu entscheiden.

Würden wir offensiv zu unseren Werten und unserem Land stehen, hätten wir keine Bildungsmisere, denn die Bildungsprobleme durch undifferenzierte Zuwanderung wären schlichtweg nicht existent und es wäre auch normal, in unserem Land auch im Bereich Bildung Leistung einzufordern und Leistung zu belohnen.

Würden wir offensiv zu unseren Werten und unserem Land stehen, würden wir unsere nationale Souveränität nicht von Brüsseler Bürokraten beschneiden lassen, die uns den Krümmungsgrad von Gurken vorschreiben, die Verwendung dieser Glühbirnen untersagen und jener Glühbirnen vorschreiben und nebenbei noch von solide wirtschaftenden Staaten den Ausgleich von Staatsschulden jener Länder fordern, welche Jahrzehnte über ihre Verhältnisse gelebt haben.

Würden wir offensiv zu unseren Werten und unserem Land stehen… Diese Liste ließe sich beliebig mit nahezu allen politischen Fehlentwicklungen fortsetzen.

Was nun kommen muss

Wir brauchen keine islam- oder eurokritische Partei, wir brauchen eine Partei, die sich zu unserer Nation und Identität bekennt (was die beiden vorgenannten Phänomene ausdrücklich mit einschließt!) und bei jedem Gegenwind standhaft bleibt. Nicht einmal das werden die Freien Wähler sein. Wir brauchen weiterhin eine Partei, deren Führung es schafft, diese Botschaft glaubhaft dem Volk zu vermitteln, sich dabei fest auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt, die anpackt anstatt sich im Hinterzimmer selbst zu beweihräuchern und die für ihre Botschaften die richtigen Worte und Verpackungen findet. Daran werden sich Republikaner, Die Freiheit und Pro messen lassen müssen. Und jeder, der seinem Land eine Zukunft geben will, sollte seinen Beitrag dazu leisten.

Julien Wiesemann sitzt im Landesvorstand Sachsen der Partei Die Freiheit.

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