„Deutsche Geschichte ist Freiheitsgeschichte“

27. September 2012 0

Gereon Breuer begrüßt die klaren Worte Helmut Herles‘, der eigenen Geschichte und Herkunft zu vertrauen

Briefmarke der Deutschen Post zum Gedenken der Varusschlacht – dem Sieg Hermanns über die Römer

Alljährlich veranstaltet die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit an wechselnden Orten in Deutschland eine Rede zur Freiheit, die von namhaften Persönlichkeiten gehalten wird, die darin ihren Freiheitsbegriff ausdeuten und Stellung zur Lage der Freiheit in Deutschland beziehen. Diese sei keineswegs optimal, stellte dazu Dr. Helmut Herles in seiner Rede zur Freiheit fest, die er am 25. September im Haus der Geschichte in Bonn hielt.

Viel zu viel an dem, was an Freiheit in Deutschland möglich sei, werde als selbstverständlich hingenommen und deshalb gebe es kaum Widerstand, wenn die Freiheit eingeschränkt werde, so Herles weiter. Für Bonn, wo der Referent bis zum Jahr 2000 Chefredakteur des Generalanzeigers war, ergriff Herles prominent Partei. Schließlich sei die einstige Bundeshauptstadt der Ort, an dem die Freiheitsgeschichte Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg ihre Fortsetzung fand. „Deutsche Geschichte ist Freiheitsgeschichte und wir müssen aufhören, unsere Geschichte als Geschichte von Niederlagen und Katastrophen zu schreiben“, appellierte Herles an die Zuhörer.

Tatsächlich ist dies seit dem Sieg Hermanns über die Römer, mindestens aber seit den Tagen Otto des Großen ein Markstein deutscher Geschichte, dass sie eine Geschichte des Ringens um die Freiheit war und es bis heute geblieben ist. Für einen dem Hauptstrom bundesdeutscher Geschichtspolitik im Zeichen des Weizsäcker´schen Sühnezeichens folgenden Geschichtslehrer mag dies abenteuerlich und vielleicht frivol klingen. Zeichnet dieser Strom doch gerne eine direkte Linie von Friedrich dem Großen über Napoleon, Bismarck und Hindenburg zu Hitler. Dass der Widerstand gegen den mit 1789 heraufziehenden Nihilismus ebenso wie die geschichtliche Ortssuche der deutschen Nation im Geiste der Freiheit elementarer Bestandteil deutscher Geschichte ist, wollen die Apologeten dieses geschichtlichen Hauptstroms nur ungern anerkennen.

Hier tritt Geschichtspolitik an die Stelle von Geschichtsschreibung. Auf diese Weise kann Geschichte niemals zu einer „Startbahn für die Zukunft“ (Otto von Habsburg) werden. Darunter haben ganze Schülergenerationen zu leiden. Ihre Geschichtsbücher schreiben nicht die Freiheitsgeschichte, auf die Deutschland mit einigem Recht stolz sein könnte und mit der Orte wie Frankfurt, die Wartburg, Tauroggen oder Schloss Hambach und Namen wie von Yorck, vom Stein oder von Stauffenberg und Friedrich der Große und Bismarck in ganz anderem Sinne verbunden sind, als dies linker Deutung entspricht.

„Grundlagenforschung und Geschichtskenntnis schützen davor, sich dem Zeitgeist auszuliefern“, schrieb Barbara Zehnpfennig von der Universität Passau am 19. Juli 2012 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und machte damit deutlich, dass am Ende der linken Deutungshoheit über die Geschichte, die Napoleon und dem Nihilismus näher steht, als der Freiheit, eine junge Generation steht, die aus Unkenntnis dazu gezwungen ist, das zu glauben, was der Zeitgeist diktiert. Für die Freiheit zu kämpfen und sie alltäglich wieder zu erringen, kommt darin leider nicht vor. Das macht es den heutigen Feinden der Freiheit in ihrem zerstörerischen Tagwerk vergleichsweise leicht.

Helmut Herles wies in diesem Zusammenhang auf die Gefahr des Islamismus hin, dessen Missbrauch mühsam errungener Freiheitsrechte für freiheitsfeindliche Zwecke kaum gesehen oder gar bekämpft werde. Es gilt also mehr denn je, deutsche Freiheitsgeschichte auch über den Tag hinaus zu schreiben und die Feinde der Freiheit von links, von rechts und von islamischer Seite klar in die Schranken zu weisen.

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