Angriff auf die Religionsfreiheit

2. September 2012 3

Der Überfall auf einen Rabbiner zeigt die Realität jüdischen Lebens in der multikulturellen Gesellschaft

Antisemitische Übergriffe in Berlin – Bild: Katharina Roßbach / pixelio.de

Nach dem brutalen Angriff auf einen Berliner Rabbiner sucht die Polizei mit Hochdruck nach den Tätern: Drei Jugendliche, vermutlich arabischer Herkunft, wie es in der Pressemitteilung der Polizei heißt, hatten den 53-jährigen Daniel Alter in der Schöneberger Beckerstraße mit den Worten „Bist du Jude?“ angesprochen. Alter trug eine Kippa, eine traditionelle jüdische Kopfbedeckung. Unvermittelt schlugen und traten die Jugendlichen vor den Augen der sieben Jahre alten Tochter auf den Rabbiner ein, beleidigten ihn, seine Religion und seine Mutter – offener Antisemitismus mitten in Berlin.

Das Deutsch-Arabische Zentrum sieht den Ursprung des Antisemitismus in den Heimatländern der Jugendlichen: „Die Eltern verfolgen tagtäglich den Konflikt in ihrer Heimat, auch wenn sie hier in Deutschland leben“, sagte Zentrumschef Ali Maarous der Berliner Morgenpost. „Diese Wut und der Hass überträgt sich dann auf die Kinder“, so Maarous.

Antisemitische Einstellungen sind bei arabischen und türkischen Jugendlichen weit verbreitet und auch bekannt. „Du Jude“ gehört auf Berliner Schulhöfen zu einer der gängigsten Beleidigungen. Erst vor kurzem ergab eine Umfrage unter Türken in Deutschland, dass fast jeder Fünfte Juden als „minderwertigere Menschen“ sieht. Nur Atheisten und Homosexuelle kommen bei Muslimen noch schlechter weg. Ergebnisse die aufschrecken, denen aber keine praktische Konsequenzen folgen.

Der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit (58, SPD) zeigte sich entsetzt: „Der Überfall ist eine Attacke auf das friedliche Zusammenleben aller Menschen in der Hauptstadt.“ Wowereit betonte: „Berlin ist eine weltoffene Metropole, in der wir Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus nicht dulden.“ Womöglich wird er sich in den vergangenen Stunden sein Buch Mut zur Integration noch mal vorgenommen und festgestellt haben, dass es Teile in der Bevölkerung gibt, die nicht auf ein friedliches Miteinander aus sind. Ein Aspekt, den er auf den vielen Seiten ausgeblendet hatte. Vielleicht erkennt er nun, dass der Antisemitismus fester Bestandteil des Geschichte des Islams ist: Seit Mohammed in Medina die jüdische Bevölkerung niedermetzeln ließ, nachdem sie sich nicht seiner neuen arabischen Religion anschließen wollten.

Die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kola rief die Bevölkerung unterdessen zu Wachsamkeit und Zivilcourage auf: „Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte angemessen und deutlich dort eingreifen, wo es zu rassistischen und antisemitischen Beleidigungen und tätlichen Angriffen kommt“, sagte sie dem Berliner Tagesspiegel. Angesichts der Tatsache, dass Antisemitismus bei muslimischen Jugendlichen weit verbreitet ist, stehen den Berlinern noch viele Jahre bevor, an denen ihre Wachsamkeit gefordert werden wird. Denn wer sagt, der Islam sei ein Teil Deutschlands, muss damit auch anerkennen, dass der islamische Antisemitismus ein Teil Deutschlands geworden ist. Eine nicht zu akzeptierende Tatsache!

Indes hält sich der Zentralrat der Juden mit scharfer Kritik zurück. Nach dem Beschneidungsurteil des Landgerichts Köln erklärte der Vorsitzende Graumann, „ein jüdisches Leben in Deutschland ist unmöglich geworden.“ Solch scharfen Worte fielen ihm nicht ein, als ein Rabbiner auf offener Straße zusammengetretene und antisemitisch beleidigt wurde. Unterdessen wurde bekannt, dass die jüdische Schule, die von Alters Töchtern besucht wird, Jungen grundsätzlich dazu verpflichtet, ihre Kippa außerhalb der Schule durch ein Basecap zu verbergen. Damit wird jüdisches Leben in Berlin tatsächlich unmöglich gemacht, zumindest aber erschwert.

3 Comments »

  1. TOBIAS RÜGER 3. September 2012 at 00:07 - Reply

    Dass der Nahostkonflikt für die unter moslemischen Zuwanderermillieus weitverbreiteten Judenhass ursächlich sei, ist ein leicht zu widerlegendes Konstrukt. In Frankfurt kam es vor wenigen Jahren zu einem weit schlimmeren Fall. Ein afghanischstämmiger Jugendlicher stach einen Rabbiner mit den Worten ’scheiß Jude‘ nieder.
    Und übrigens: Da heutzutage die BRD-Staatsbürgerschaft an Jugendliche automatisch vergeben wird, geht der Vorfall als Antisemitismus ‚deutscher Täter‘ in die Statistik ein. So wird der unter Migranten weitverbreitete Judenhass dann der deutschen Gesellschaft in die Schuhe geschoben.

  2. Arent 3. September 2012 at 09:12 - Reply

    „Der Überfall auf einen Rabbiner zeigt die Realität jüdischen Lebens in der multikulturellen Gesellschaft“

    Vor dem Hintergrund der Einstellung zu Atheisten und Homosexuellen zeigt dieser Überfall die Realität der multikulturellen Gesellschaft schlechthin – sie ist nichts anderes als der Übergang von einer Kultur zu einer anderen. & das kann eben auch eine Kultur sein die Juden, Atheisten, Homosexuelle abwertet.

  3. K.R. 4. September 2012 at 02:52 - Reply

    Wie die Zitate von Wowereit und Kola zeigen, relativiert die Multikulti-Fraktion feige den spezifischen Antisemitismus der Muslime, indem sie ihn in einen Kontext mit (deutscher) Fremdenfeindlichkeit und (deutschem) Rassismus stellt. So wird die deutsche Gesellschaft („Volk der Täter“) zum Hauptadressaten, in der, wie wir ja alle wissen, heute noch Antisemitismus verbreitet ist, und man kommt an einer echten Auseinandersetzung mit dem schon von Mohammed gepredigten Judenhass des Islam vorbei.

    Daher wird auch den Aussagen von Vertretern der Islamverbände nicht widersprochen, die den Vorfall mit einer Erregung über den Israel-Palestinenser-Konflikt begründen. Jene haben sich ja zuvor rhetorisch gekonnt in den typischen Betroffenheitsritualen geübt. Wobei man annehmen kann, dass ihre Meinung von nicht wenigen im linken Lager geteilt wird. Gemeinsam kann man sich dann unterhaken, wenn es darum geht, dass sich die „bunte Stadt soundso“ mit großer Zivilcourage im Zahlenverhältnis 100:1 unter Polizeischutz und hinter der Antifa gegen eine Horde von Neonazis „querstellt“.

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