Druck auf Deutschland wächst

24. Januar 2012 1

Lagarde und Monti fordern Aufstockung des Euro-Rettungsschirms

Eurokrise: Die nächste Eskalationsstufe kommt bestimmt – Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Die Euro-Rettung, schon jetzt ein Fass ohne Boden, droht eine weitere Eskalationssufe zu erreichen: am Montag warb die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, bei einem Besuch in Berlin für eine Aufstockung des ESM von 500 Milliarden auf 750 Milliarden Euro.

Gegenleistungen bleiben Mangelware

Zudem scheint es Überlegungen zu geben, den ESM mit dem bereits bestehenden EFSF parallel laufen zu lassen. Der EFSF verfügt über eine Summe von 250 Milliarden Euro. Zusammen mit den von Lagarde geforderten 750 Milliarden Euro im ESM wäre somit die Summe von 1 Billion erreicht – jene Summe, die Italiens neuer Ministerpräsident Prodi jüngst für die Euro-Rettung gefordert hatte.

Citizen-Comic zur Euro-Krise (von Thomas Horlebein)

Tatsächlich überbieten sich Politiker der Euro-Zone vor allem mit Forderungen. Gegenleistungen bleiben hingegen Mangelware. Bestes Beispiel Griechenland: wie FAZ.net berichtet, blieben dort nennenswerte Reformen der viel gepriesenen Übergangsregierung aus, neue Gesetze seien bisher “stets verwässert und ihre Umsetzung verschleppt worden”. Dementsprechend titelt Welt-Online, dass Athen auch weiterhin “auf der Kippe” steht – selbst nach einem Schuldenschnitt. Denn Griechenlands Schulden könnten trotz Schuldenerlass “zum Jahresende schon wieder so hoch sein wie zu Beginn der Krise.”

Bürgen sollen gefälligst die Deutschen

Auch gegen die Einführung der von der Bundesregierung geforderten Schuldenbremse für die Eurozone regt sich im Vorfeld des EU-Finanzminister-Treffens Anfang kommender Woche Widerstand. Europa bleibt also in dieser Angelenheit seiner fatalen Linie treu: die Schuldenmaschine soll am laufen gehalten werden. Und dafür bürgen sollen gefälligst die Deutschen.

One Comment »

  1. Rationalist64 25. Januar 2012 at 12:12 - Reply

    Allen Unkenrufen zum Trotz, könnte sich Bundeskanzlerin Merkel vielleicht noch einmal als Glücksfall erweisen. Auf Grund ihrer Sozialisation in der ehemaligen DDR ist sie keine sog. “überzeugte Europäerin” wie die Garde der alt-westdeutschen Politiker vom Schlage Kohls oder Schröders, die Geldforderungen anderer EU-Staaten an Deutschland immer sofort und bedingungslos erfüllten.

    Neu ist, dass Merkel zumindest ansatzweise versucht, gegenüber den EU-“Partnern” deutsche Interessen zu vertreten. Die Bezeichnung “Madam No”, mit der Merkel in Frankreich und anderswo tituliert wird, ist ein Ehrentitel.

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