Trauermarsch für Arzu

21. Januar 2012 0

Peri e.V. und Zentralrat der Ex-Muslime zum Detmolder Ehrenmord

Menschenrechtsorganisation "Zentralrat der Ex-Muslime" mit dem Slogan: Wir haben abgeschworen

Am heutigen Samstag findet in Detmold ein Trauermarsch des Menschenrechtsvereins Peri e.V. für die einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer gefallene Arzu Özmen statt. Die junge Kurdin war am 1. November 2011 von ihrer eigenen Familie verschleppt und nun tot aufgefunden worden. Offensichtlich musste sie sterben, weil sie sich in den falschen Mann verliebt hatte. Die an der Entführung beteiligten fünf Geschwister sitzen in Untersuchungshaft und schweigen derweil noch immer.

Trotz vereinzelter guter Ansätze stehe die Politik dem Phänomen des Ehrenmordes noch immer hilflos gegenüber, meint die Peri-Vorsitzende Serap Çileli. Es fehle an Mut und am Willen, sich mit Ursachen und Zusammenhängen ernsthaft zu beschäftigen und dabei möglicherweise den Unmut der Verharmloser und Verschweiger auf sich zu ziehen. Durch dieses unverantwortliche Verhalten würden weitere Ehrenmorde begünstigt. Statt die Probleme anzugehen, ergingen sich einige Journalisten und Politiker lieber in kontraproduktiven, unsachlichen und teilweise diffamierenden Angriffen auf Menschen, die ihrerseits durch Kritik und Aufklärung wertvolle Beiträge zur Bekämpfung von Ehrenmorden leisten. Den von Gewalt bedrohten Menschen mit Migrationshintergrund würde dadurch in keiner Weise geholfen.

Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 5000 Frauen und Mädchen infolge von Ehrenmorden, rechnet auch Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime vor. Die meisten Ehrenmorde, die eine blutige Unsitte traditionalistisch-religiöser und vormodern-patriarchalischer Gesellschaften darstellen,  werden in orthodox-islamisch geprägten Milieus vollstreckt. Arzu entstammt einer jesidischen Familie. Aber sie war in Deutschland und das ist entscheidend. Die Gesellschaft und ihre politischen Repräsentanten müssen sich noch intensiver und tabuloser mit diesem Problem beschäftigen. Reaktionäre und frauenfeindliche Kulturen und Traditionen müssen öffentlich eindeutig verurteilt werden. Es ist absolut falsch, aus Angst, einige rückständige Kräfte könnten sich beleidigt fühlen, Kritik zu unterlassen und die notwendige Auseinandersetzung zu scheuen.

Die meisten Opfer in Deutschland entstammen orthodox-islamischen Familien, die sowohl durch die konservativen Islamverbände Deutschland als auch durch die nachgiebige proislamische Politik in allen gesellschaftlichen Bereichen beständig ermuntert werden. Eine verhängnisvolle Rolle spielt hierbei nicht zuletzt das Unwort des Bundespräsidenten Wulff „Der Islam gehört zu Deutschland“, das mittlerweile wie ein Persilschein für die Ausbreitung islamischer Herrschaftkultur in Deutschland genutzt wird: Zunächst die Etablierung der Islamkonferenz als ungerechte und kontraproduktive Bevorzugung einer bestimmten Zuwanderergruppe; dann Einführung von Islamunterricht als falsches Signal der Integrationspolitik; jetzt Einrichtung islamischer Theologiezentren; generell die Islamisierung des Bildungssystems von den Kindergärten bis zu den Hochschulen – all das bewirkt nicht zuletzt auch die Verfestigung einer  frauenfeindlchen und grundrechtswidrigen  Gegenkultur.

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