Böses Bildungs-Bürgertum

19. Januar 2012 15

Frank-Furter Schnauze: Deutsche, opfert Eure Kinder!

Schön, sauber, neu – und fernab der Problemviertel des Landes: Die neue Zentrale des Spiegels in Hamburg (Bild: Wolfgang Meinhart, Quelle: Wikipedia)

Wie gänzlich aus den Fugen geraten, weltfremd und schlicht und ergreifend idiotisch linke Ansichten sein können, führte erst jüngst Mely Kiyak in ihrem FR-Kommentar „Lieber deutscher Neonazi“ vor. Nun hat sich für Spiegel-Online Jan Friedmann aufgemacht, in Sachen linker Logik noch einen draufzusetzen – wenn auch bezüglich eines anderen Themas.

Friedmann beklagt mit Verweis auf eine aktuelle Studie, dass das politsche Großvorhaben, Migrantenkindern deutsch beizubringen, zu scheitern drohe. Und „mitschuld“ sei die Kita-Wahl „bildungsbeflissener“ Eltern:Denn gerade bildungsbeflissene deutschsprachige Mütter und Väter wählen laut Studie vornehmlich jene Einrichtungen aus, in denen sie für ihre Sprösslinge die größten Lernchancen vermuten, damit diese später eine erfolgreiche Laufbahn einschlagen. Will heißen, auch wenn es nur wenige Mütter und Väter so formulieren würden: Am liebsten eine Kita ohne Kinder, die des Deutschen nicht mächtig sind und so die anderen bremsen.“ Das führe zur Abschottung der beiden Gruppen, weswegen es Migrantenkindern an Gelegenheiten mangele, „Deutsch im informellen Rahmen zu lernen“.

Natürlich kann man in diesem Kontext eine Kausalität erkennen, die sich negativ auf das besagte „Großvorhaben“ der deutschen Politik auswirkt. Dass Friedmann jedoch unverdrossen von einer „Mitschuld“ gerade dieser Eltern an den Bildungsproblemen spricht, zeugt von kaum mehr zu überbietender, ideoligischer Verblendung sowie eklatanter Ignoranz vor den Zuständen im Land. Und es zeugt von einem in linken Kreisen weit verbreiteten Reflex: die Schuld wird immer denjenigen zugesprochen, denen es vermeintlich „gut“ geht, oder zumindest „besser“ als anderen. Darin offenbart sich – welch Ironie! – eine der urtypischsten (und zweifelsohne negativsten) Charaktereigenschaften des „autochthonen“ deutschen Volkes, oder was von selbigem noch übrig ist: Neid. Tatsächlich könnte man meinen, weite Teile des heuer typischen links-politischen Weltbilds sind auf nichts anderem erbaut.

Umgekehrt zeigt sich genauso deutlich der unter Linken ebenfalls weit verbreitete Schutzreflex gegenüber den vermeintlich Armen, den ach so bemittleidenswert schlechter Gestellten, den Opfern und Bedürftigen, die schon deswegen per Definition an allem unschuldig sind. Denn den ausgeprägten Mangel an „Bildungsbeflissenheit“ vieler Eltern aus so genannten „sozial benachteiligten“ Gesellschaftsschichten kritisiert Friedmann in seinem Pamphlet nicht. Warum auch? Sie sind ja „sozial benachteiligt“, ergo: die Gesellschaft ist schuld, dass für viele in diesem Milieu Breitbildfernseher, Bier und Fluppen wichtiger sind als die Bildung ihrer Kinder.

Das mag freilich überspitzt formuliert sein, trifft aber wohl leider genau so oder noch viel schlimmer auf viel zu viele Menschen in diesem Land zu. Tatsächlich ist die Gesellschaft an diesen Zuständen sogar wirklich mitschuld, aber auf gänzlich andere Weise, als man es in linken Kreisen wahrhaben will. Es sind nämlich gerade sie, die Friedmanns dieser Republik, deren erdrückende Fürsorge und hoffnungslose Realitätsverweigerung die schlimmen Zustände begründet. Denn das Ergebnis ihrer ideologischen Hirngespinste ist, dass sich in diesem Land zunehmend eine Moral breitmacht, die Eigenverantwortung auflöst, Bürgerpflichten verallgemeinert und die Menschen zu Abhängigen eines ausufernden Transfersystems macht, während sich die Statthalter dieser Moral mit bildungs-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Experimenten, entschuldigung, „Großprojekten“, am Wohl zukünftiger Generationen vergehen. Da erscheint es mehr als sarkastisch, dass Friedmann und Co. sich unlängst erdreisten, sogar mit Vorwürfen über jene herzufallen, die tatsächlich noch pflichtbewusst für das eigene Wohl und das ihrer Kinder arbeiten.

Die logische Konsequenz aus Friedmanns Kommentar bedeutet derweil:  „bildungsbeflissene deutschsprachige Mütter und Väter“ haben gefälligst ihre Kinder im Sinne des politschen „Großvorhabens“ der Eliten sprichwörtlich zu opfern, indem sie ihre Sprösslinge auf Kitas schicken, an denen kaum ein Kind richtig deutsch spricht, sie schlimmstenfalls gehänselt, gemobbt und geschlagen werden und damit drohen, später einmal selbst zu den „sozial beneichteiligten“ zu gehören – alles dem tollen Traum vom multikulturellen Friede-Freude-Eierkuchen-Staat zu liebe. Und dass der wiederum bis dato nicht funktioniert, ist schließlich – wie man allenthalben lesen kann – auch nicht die Schuld derer, die sich nicht integrieren, sondern vielmehr derer, die – wie Sarrazin – feststellen, dass sich einige nicht integrieren. Noch Fragen?

Nein? Gut. Dann wäre schlussendlich nur noch eins zu klären: macht Jan Friedmann wohl den Anfang, zieht in ein Hamburger Ghetto und schickt seinen Nachwuchs (so denn er welchen hat) zur Sprachmissionierung von Migrantenkindern auf die nächstbeste „Multi-Kulti“-Kita? Wohl kaum. Es gehört nämlich ebenso wesenhaft zur Ideologie der Linken, zumindest ihrer Rädelsführer, ihre aberwitzigen „politischen Großvorhaben“ ausnahmlos auf Kosten anderer zu realisieren – und sich selbst auf das gönnerhafte Umverteilen fremden Eigentums zu beschränken.

15 Comments »

  1. Birgits 19. Januar 2012 at 19:56 - Reply

    Ha – dieser Artikel von Freidmann bekommt auf der Bescheuertskala einen der oberen Plätze, nur getoppt von – richtig – Mely – Egal was ich als Elterteil ohne Migrahigru mache – es ist falsch –

  2. Ralf Uhlemann 19. Januar 2012 at 20:01 - Reply

    Ich habe den Bericht heute auf Spon gelesen und gedacht ich kann meinen Augen nicht mehr trauen. Selten bekommt man einen so abgrundtief dämlichen Artikel zu lesen.

    Woher soll ich wissen was ich denke bevor ich lese was ich schreibe ?!?!

    • Nicht die Aishe 19. Januar 2012 at 20:08 - Reply

      Also in letzter Zeit kannst Du dich aber nicht beschweren – ob der dämlichen Artikel – da jagt ja die eine Mely den anderen Jan! 🙂

  3. Undercover0815 19. Januar 2012 at 23:54 - Reply

    Gemäß linker Logik sind immer die Schuld, die irgendwie (im eigentlich positiven Sinne) überdurchschnittlich sind. Denn überdurchschnittlich ist man scheinbar nicht durch überdurchschnittliche Leistungen, Fähigkeiten oder Fleiß, sondern angeblich stets auf Kosten der „Benachteiligten“, den man irgendwie dafür was wegnimmt. Die Überdurchschnittlichen haben deshalb (im Sozialismus) dementsprechend abzugeben o. kürzer zu treten, damit alle wieder GLEICH sind.

    Nur ob man jedoch mit aus Gleichheit resultierenden Durchschnitt in einem globalen Wettbewerb bestehen und den Wohlstand (ohne Neuverschuldung) halten kann, bezweifle ich.

  4. Prof.Kantholz 20. Januar 2012 at 07:26 - Reply

    Wäre der Link nicht dabei, ich würds für Satire halten…

  5. Mathi 20. Januar 2012 at 18:53 - Reply
  6. Fred 20. Januar 2012 at 20:38 - Reply

    Bravo FF, endlich mal wieder „klare Kante“. Aber bei diesem Thema ist es auch leichter „cochones“ zu zeigen, als bei diesem ganzen Islam-Gedöns, wo man sich als geouteter langsam in Lebensgefahr bringt… 🙁

  7. Karin Stutz 20. Januar 2012 at 21:40 - Reply

    Es ist voellig unverstaendlich dass Herr Friedman deutsche Eltern ohne Migra Hintergrund ihre Kinder als Versuchskaninchen hergeben um Kindern,deren Eltern die deutsche Sprache selber nicht gelernt haben die dt.Sprache bei zu bringen. Ich wuerde es jedenfalls nicht tun. Wer ins Ausland geht muss sich bemuehen die Sprache des Landes zu lernen ,am besten schon vor man dort einwandert.Etliche Laender verlangen adequate Sprachkenntnisse schon die der Einreise und das ist voellig sinnvoll. Dazu sollte man auch erwaehnen dass die klassischen Einwanderungslaender keinem Einwanderer Sprachkurse finanzieren oder gar arrangieren.Einwanderer sind dafuer selber verantwortlich.Ueber Jahrzehnte hatte die BRD eine voellige verfehlte Einwanderungs Politik und unter der rot-gruenen Regierung wurde es ja auch als politisch unkorrekt zu fordern dass auslaendische Kinder sie deutsche Sprache lernen muessen,heute haben wir dafuer die Quittung bekommen.

  8. Fred 21. Januar 2012 at 08:56 - Reply

    Es sollte endlich einmal jemand eine Diplomarbeit darüber schreiben, wie hoch der Anteil der Kinder unserer „Eliten“ (unterschieden nach links und rechts) ist, die gezielt am Multkikulti-Schulbetrieb vorbei geschleußt werden… Ich bin sicher, dass man das Papier „Wasser predigen und Wein saufen“ nennen könnte… 😉

  9. Fred 21. Januar 2012 at 08:56 - Reply

    Könnt ihr bei mir mal bitte die Pauschalmoderation rausnehmen?! Ich schreib hier schon nichts unreflektiertes… 🙁

  10. FYI 23. Januar 2012 at 15:07 - Reply

    Halo?
    Könnte ich erfahren warum meine Beiträge die die nachträgliche Änderung der Artikelinhalte hier, kritisierte nicht freigeschaltet wurde? Haben Sie etwa Angst vor Kritik ?

    • Marco Pino 23. Januar 2012 at 15:22 - Reply

      Ach Gottchen,
      ja ich bibber schon, vor allem vor so anspruchsvoller Kritik wie der von Ihnen…
      LOL
      Alles weitere, siehe die Antwort unterm anderen threat.

  11. Sasha 23. Januar 2012 at 20:21 - Reply

    Eines der größten Dilemmas der heutigen Linken. Links reden, rechts leben, damit können wir sie festnageln! Denn solange die ihren Lebensmittelpunkt nach Migrantenanteil auswählen und die Kinder nach Schulqualität sondieren, haben wir recht!

    Diesen perversen, linken Rassismus, muss man jedem unter die Nase reiben, der Hypertoleranz von anderen fordert, aber nicht bereit ist, sich selbst und seine Familie dafür zu opfern.

    Auch herrlich als Argumentationshilfe geeignet, wer wie ich gerne die Debatte mit den Weltfremden im wahren Leben sucht.

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