Kretschmann stoppt Straßenbau

17. Januar 2012 3

Grünenpolitiker beweist Fortschrittsfeindlichkeit seiner Partei

Eine makellose, fünf-spurig ausgebaute Autobahn: die A1, allerdings nicht im "reichen" Deutschland, sondern im "Pleitestaat" Italien, hier bei Bologna (Bild: creator-bz; Quelle: Wikipedia)

Wie FAZ.net berichtet, hat der erste grüne Ministerpräsident in Deutschland, Winfried Kretschmann, bekannt gegeben, dass in den nächsten vier bis acht Jahren keine zusätzlichen Straßenbauprojekte in Baden-Württemberg geplant werden sollen. Stattdessen soll die Sanierung bestehender Straßen im Vordergrund stehen.

„Aus dem freien Gut Straße muss das knappe Gut Straße werden.“

Kretschmann begründet dies demnach mit Finanzierungsproblemen: Straßenbau auf Pump solle es nicht mehr geben. Zudem sprach sich Kretschmann auch für die Einführung eines „Satelliten-gesteuerten Mautsystems“ aus: „Nur solche Systeme haben Lenkungseffekte. Aus dem freien Gut Straße muss das knappe Gut Straße werden.“

Tatsächlich dürfte es dem Grünen-Politiker weniger um die Finanzierung gehen. Schließlich ist den Grünen zur Förderung von Solarzellen, Atomausstieg, etc, jedes ökonomisch noch so irrsinnige Mittel recht. Vielmehr scheint sich hier die den Grünen typische Fortschrittsfeindlichkeit realpolitisch umzusetzen: die Menschen sollen gezwungen werden, auf das Auto zu verzichten, indem keine Straßen mehr gebaut werden und der Zugang zu bestehenden Straßen verteuert wird.

Chaotische Zustände auf den Straßen

In manchen Teilen Baden-Württembergs, insbesondere im Großraum Stuttgart, herrschen schon heute chaotische Zustände auf den Straßen, vor allem, da im Nachlauf der deutschen Einheit sowie der Euro-Einführung ein Investitionsstau im Westen Deutschlands entstand, weswegen Autobahnen und Bundesstraßen vielerorts nicht zeitgemäß ausgebaut sind.

Dass die Grünen zudem auch das Bahnprojekt Stuttgart21 verhindern wollten, wirft die Frage auf, wie sich diese Partei die Bewältigung des Verkehrs in einem Industriestaat überhaupt vorstellt. Der Eindruck entsteht, dass es nicht nur den Fundis in Reihen der Grünen am liebsten wäre, die Menschen würden einfach zu hause bleiben – zumindest, so lange sie keine Grünen-Politiker sind.

Artikelbild: Wikipedia (Rechte)

3 Comments »

  1. Dr. No 18. Januar 2012 at 07:21 - Reply

    Fordergrund??? Das tut weh!!!
    CT:Danke für den Hinweis!.

  2. the_critical 20. Januar 2012 at 15:06 - Reply

    Teilweise kann ich Kretschmann aber zustimmen. Jedenfalls, was die Instandsatzung aktueller Straßen betrifft. Immerhin waren die Straßen der Republik seit über 20 Jahren nicht in einem derart erbärmlichen Zustand. Neubauprojekte müssen nicht unbedingt sein, wenn Ausbau und Erneuerung bestehender Verkehrsnetze mit den neuen Superasphalten den gleichen Effekt haben, wie eine neue Umgehungsstraße oder Autobahn durch unsere letzten grünen Landschaftsstriche.

    Ist der gleiche Effekt wie bei der Bahn. Aktuell wird die Mitte-Deutschland-Verbindung erneuert. Marode Bahndämme werden saniert und für mehr Güter und Personen ausgelegt. Mir gefällt’s jedenfalls.

    Was jedoch überhaupt nicht geht, ist das bewusste verknappen der Straße. Hier zeigt sich wieder dumpfer Ideologigedanke mit Realitätsverlust. Eine Verknappung führt nur zu mehr Stau, mehr Verbrauch und mehr Umfällen. Das zeigt sich an jedem Autobahnbaustellennadelöhr. Nur dort ist es dem Umstand geschuldet und nicht von ewiger Dauer.

  3. Norbert Gehrig 25. Januar 2012 at 18:57 - Reply

    Ich muss ihm Recht geben. Der Zustand der Straßen ist schlimm. Ich fahre im Monat rund 5000 km. Wenn ich an unsere Straßen vor 20 Jahren denke, werde ich wehmütig. Egal ob Land-, Bundestraße oder Autobahn.

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