Die Linke bleibt innerlich zerfressen

17. Januar 2012 0

Den Jahresauftakt der Linkspartei bestimmen Personaldebatten, Umfragewerte bleiben niedrig

Die Fraktion der Linkspartei bei einem ihrer üblichen Proteste im Bundestag am 26. Februar 2010 – Bild: Hier ist Die Linke / wikipedia

Die Linke ringt um ihre Existenz: Aktuelle Umfragen sehen die Partei konstant bei 6-7 Prozent, wenn morgen Bundestagswahl wäre – nur gut halb so viel, wie bei der letzten erreicht wurden (11,9%). Auf ihrem gestrigen Jahresauftakt war denn auch die innere Zerrissenheit das Hauptthema der Linken, natürlich ohne Lösungen anzubieten.

Führungsdebatte: Lötzsch & Bartsch kandidieren

Neben Grundsatzdebatten über eine kommunistische Ausrichtung in den letzten Monaten (Israel, Mauerbau etc.) bestimmt nun vor allem eine Personaldebatte die Linkspartei. Einige Landesverbände hatten versucht, die Kandidaten für einen Parteivorsitz vor der eigentlichen Wahl per Mitgliederentscheid auswählen zu lassen, was am Veto des amtierenden Vorstandes scheiterte (Welt Online). Bisher haben nur Gesine Lötzsch und Fraktionsvize Dietmar Bartsch ihre Kandidaturen für den im Juni geplanten Parteitag angekündigt, so Spiegel Online. Dies sorgte selbst bei den Genossen für Verwunderung: Lötzsch wird mit ihren Kommunismus-Befürwortungen für das schlechte Image der Partei verantwortlich gemacht, Bartsch hingegen ist ein Dorn im Auge des linken Flügels.

Kontrahenten: Gysi, Lafontaine, Ernst und Wagenknecht?

Ob Gregor Gysi und Oskar Lafontaine eine Doppelspitze bilden wollen, ließen sie gestern – wohl aus taktischen Gründen – noch im Dunkeln. Und dann ist noch der derzeitige Co-Parteichef Klaus Ernst im Rennen, der zum gestrigen Jahresauftakt „Schluss mit der unsäglichen Selbstbeschäftigung“ forderte.

Sarah Wagenknecht, Ex-Frontfrau der vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Kommunistischen Plattform in der Linkspartei und seit kurzem angeblich Lafontaines Lebensgefährtin, habe indes eine Kampfkandidatur gegen Lötzsch ausgeschlossen. In Parteikreisen mutmaßt man nun, dass Lötzsch deswegen auf den Vorsitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung „abgeschoben“ werden solle, um den Weg für Wagenknecht frei zu machen.

Leave A Response »