Westerwelle: Islam und Demokratie vereinen

13. Januar 2012 8

Außenminister stellt in FAZ-Gastbeitrag weltfremde Forderungen

Bundesaussenminister Guido Westerwelle (Bild: Dirk Vorderstraße; Quelle: Wikipedia)

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich in einem Gastbeitrag in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dafür ausgesprochen, „die Veränderungen in der arabischen Welt als Chance zu begreifen“.

„Wir haben ein großes Interesse

Auf FAZ.net ist zu lesen, dass der FDP-Politiker dies unter anderem wie folgt begründet: „Islamische Orientierung bedeutet nicht per se rückwärts gewandte, anti-moderne, anti-demokratische und unfreiheitliche Gesinnung.“

Ferner schreibt Westerwelle: „Wir haben ein großes Interesse daran, dass sich das Leitbild islamisch-demokratischer Parteien verfestigt. Deshalb sollten wir es nach Kräften unterstützen.“

Offenbar mangels Sachkunde

Eine Antwort auf die Frage, wie genau Islam und Demokratie miteinander vereinbart werden könnten, bleibt der Minister aber – offenbar auch mangels Sachkunde – gänzlich schuldig. Faktisch fordert Westerwelle von den Deutschen eine Sichtweise ein, die mit der Realität in der arabischen Welt so gut wie nichts zu tun hat.

Zum grundlegenden Konflikt zwischen den – für funktionierende Demokratien unabdingbaren – Grund- und Menschenrechten des Westens und den völlig andersartigen, Scharia-konformen „Menschenrechten“ im Islam („Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“) schweigt sich der Minister beispielsweise aus.

Ausnahmslos islamistische Kräfte

In den vergangenen Monaten kam es in verschiedenen Ländern Nordafrikas zu ersten freien Wahlen. Dabei setzten sich ausnahmslos islamistische Kräfte durch, die beispielsweise für die Einführung der Scharia stehen.

Zuletzt gelang es der fundamental-islamischen Muslimbruderschaft, in Ägypten eine große Mehrheit der Wählerstimmen zu erreichen. Über die Ziele dieser Organisation berichtete CitizenTimes erst kürzlich und sehr ausführlich – Freiheit und Demokratie gehören jedenfalls nicht dazu.

Mehr zum Thema auf CitizenTimes:

8 Comments »

  1. tk356super 13. Januar 2012 at 12:49 - Reply

    Das sollte doch mal bitte der Westerwelle inkognito, als bekennender Schwuler,in diese Länder reisen.
    Bevorzug werden solche Leute dann an einem Baukranen zur „Ansicht“ aufgehängt.
    Wie blind muss man denn sein für solche bescheuerten Thesen.

  2. Prof.Kantholz 13. Januar 2012 at 14:44 - Reply

    Wie kann es eigentlich passieren, dass ein Außenminister mit einem ganzen Stall voller Berater (die ja teilweise noch vom Vorgänger „stammen“, also nicht erst seit letzten Mittwoch die Innen- und Außenpolitik anderer Länder beobachten) eine so gravierende Fehleinschätzung der Lage abliefert?

    Vollkommen unabhängig davon, welche sexuelle Orientierung Herr Westerwelle hat, kann es doch einem Menschen nicht entgehen, dass die Einführung der Scharia als Gesetzbuch zu solch widerlichen Geschehnissen führt oder zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit führen wird wie:
    – das Hängen oder Steinigen Homosexueller
    – das Steinigen vergewaltigter Frauen als Ehebrecherinnen
    – das Töten von Konvertiten
    – das Auspeitschen von Andersgläubigen
    – die Verstümmelung von „ungehorsamen“ Ehefrauen
    – den tolerierten Missbrauch von Kindern (Tanzjungen in Afghanistan, Kinderfrauen im Irak oder in der Türkei)
    – die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen sowie „Gläubigen“ und „Ungläubigen“ in Gesellschaft und Justiz

    Und das sind doch auch alles keine Geheimnisse, mein Gott. Jeder kann nach kurzer Recherche im Internet die absurden und erschreckenden Details über Scharia und Islam herausfinden. Binnen Minuten. Mit Bildern, Videos, Quellen, Zeugenberichten und und und…

    Es ist mir ein Rätsel. Liegts denn wirklich am saudischen Öl, dass unsere Primaten (im Sinne von Ersten / Vorderen) die Pobacken zusammenkneifen und alles tolerieren, was der ideologische Islam auch immer für Greuel hervorbringt?

    Oder sollten diejenigen Recht haben, die fürchten, dass die Islamisierung von Gesellschaften rund um den Erdball dem Zweck dient, die Menschen leichter führbar zu machen, am Ende gar absolute Herrschaften aufzubauen unter der gnädigen Mithilfe der Imame als Blockwarte 2.0?

    Oder ist es wirklich die schiere Ignoranz und die abgehobene Arroganz des eigenen Scheinwissens?
    Der Anspruch an sich selbst, alles zu wissen, alles zu kennen, so dass ein Minister (immer die Situation überblickend) der Information nicht mehr bedarf?

    Sind es vielleicht geschmierte Berater, die als Grimma Schlangenzunge sich um den Minister winden und ihm Honig in Ohr und Auge träufeln in der Hoffnung auf Entlohnung durch die baldigen neuen Herrscher?

    Wenn mir doch einer sagen könnte, was es ist, dass unsere „Eliten“ blind und taub macht… ich weiß es nämlich wirklich nicht.

  3. Michemm 13. Januar 2012 at 15:54 - Reply

    Na kommt, Leute… der Guido ist doch wohl der allerletzte, von dem man erwarten könnte, dass er den Mut aufbringt, in dieser sache gegen den mainstream zu schwimmen… da fehlen dem die Cochones für.

    Das ist eigenltich kein Problem. Dass so jemand Außenminister wird, ist ein Problem. Aber da tut sich ja nix zu den anderen höchsten Posten im Land…

  4. Rationalist64 13. Januar 2012 at 19:09 - Reply

    Ein Außenminister kann öffentlich nicht immer frei heraus sagen, was er denkt.

    Man nennt das „diplomatische Formulierung“.

  5. cicero 13. Januar 2012 at 20:22 - Reply

    Westerwelle ist hier genauso naiv wie Wulff: Der Islam gehört zu Deutschland? Islam und Demokratie vereinbar? Nun ja, in einer reformierten Version vielleicht durchaus, aber eine solche Version gibt es noch nicht und wird es niemals geben, wenn es so kritiklos weitergeht.

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