Die Krise der Freiheitlich-Konservativen

18. Dezember 2011 3

Andre Freudenberg macht sich Gedanken, wie sie überwunden werden kann

SVP, PVV, Schwedendemokraten, Fortschrittspartei, Wahre Finnen – sie alle sind im europäischen Ausland erfolgreich. Warum ist es in Deutschland so schwer?

Wer sich ab und zu auf größeren konservativen und freiheitlichen Veranstaltungen blicken lässt und die dortige Stimmungslage unter die Lupe nimmt, wird unschwer feststellen: Es herrscht eine Art lähmende Resignation vor, ein Gefühl allgemeiner Ratlosigkeit. Der Teilnehmer lauscht Vorträgen erstklassiger Referenten, klatscht kräftig Beifall und macht sich wieder einmal bewusst, wie schlimm es um unser Land bestellt ist. Die Analysen sind brillant, an Konzepten fehlt es jedoch. Eine Debatte darüber, wie sich wirksam etwas ändern lässt, findet kaum statt.

Neben den vielen, die keine nennenswerten Aktivitäten entfalten, gibt es aber auch jene, die politisch oder publizistisch Einfluss zu nehmen versuchen. Die Ursachen, dass auf diesem Wege ein durchschlagender Erfolg bislang nicht erreicht wurde und die Aktionen keine Breitenwirkung entfalteten, sind vielfältig und können in diesem Rahmen auch nicht ausgiebig erörtert werden.

Worauf kommt es jetzt an? Zunächst einmal ist eine gründliche und vor allem ehrliche Lageanalyse erforderlich. Es nützt allerdings nichts, wenn diese jeder für sich betreibt, sondern man muss zusammenkommen und miteinander reden. Alle, die einen freiheitlich-konservativen Politikansatz vertreten, sollten erkennen, dass sie im gleichen Boot sitzen und angesichts der derzeitigen Kräfteverhältnisse innerhalb ihrer Parteien oder von außerhalb ihre politischen Vorstellungen nicht durchzusetzen vermögen, vor allem nicht als Einzelkämpfer. Die naheliegende Konsequenz wäre: Alleingänge beenden, sich vernetzen und Sondierungsgespräche führen, mit dem strategischen Ziel einer Zusammenführung des freiheitlich-konservativen Lagers. Beteiligen sollten sich daran:

  • Vertreter des konservativen Flügels der Union und die Initiatoren der Aktion „Linkstrend stoppen“;
  • Vertreter des rechtsliberalen Flügels der FDP (Stresemann-Club) und des libertären Lagers (Akteure des Mitgliederentscheids zur Euro-Rettung;
  • Sarrazin-Anhänger in der SPD;
  • Vertreter gemäßigter Kleinparteien und Bürgerbewegungen (z.B. Stadtkewitz, Nitzsche, Timke, Hübner u.a.m.) sowie diverser Sammlungsbewegungen.

Hinzugezogen werden sollte ferner politikwissenschaftlicher, juristischer und betriebswirtschaftlicher Sachverstand. Politologen wie Klaus Hornung, Juristen wie Karl-Albrecht Schachtschneider und Wirtschaftsexperten wie Hans-Olaf Henkel könnten hier hilfreich zur Seite stehen.

Ziel der Gespräche müsste es mittel- und längerfristig natürlich sein, eine parteipolitische Alternative zu den etablierten Parteien zu schaffen. Dies bedeutet nicht zwingend eine Parteineugründung. Es ist möglicherweise sogar sinnvoller, sich bereits vorhandene Strukturen zunutze zu machen. Hierfür würden sich etwa die Freien Wähler anbieten.

Erfolgreich ist man aber nur – darin sind sich Politologen und Kommentatoren einig – mit einer bekannten, charismatischen und politikerfahrenen Führungspersönlichkeit an der Spitze. Und hier liegt wohl das Hauptproblem, das Konservative derzeit haben, nämlich in dem Umstand, dass sich fast alle der dafür infrage kommenden – und davon gibt es leider nicht allzu viele – beharrlich weigern, diesen Schritt zu vollziehen. Insbesondere herrscht eine extreme Angst, von den Medien ähnlich behandelt zu werden wie Pro NRW oder die Republikaner, sobald man sich politisch inkorrekt artikuliert. Hier müsste also angesetzt werden.

Es geht darum, Persönlichkeiten, die sich dem Dialog darüber nicht völlig verweigern, davon zu überzeugen, dass das Vorhaben trotz aller Schwierigkeiten gelingen kann und dass genau sie es in der Hand haben, ob daraus mehr wird oder nicht. Denn es gibt seit der Sarrazin-Debatte Anzeichen, dass das riesige Vakuum zwischen Union und NPD vielen Journalisten durchaus bewusst ist und sie es zunehmend als Normalität betrachten, wenn es in naher Zukunft auch einmal gefüllt wird. Außerdem wissen auch die Mainstream-Medien, dass sie den Bogen nicht überziehen können, wenn sie einigermaßen glaubwürdig bleiben wollen. Selbstverständlich muss an die Persönlichkeiten mit einem hohen Maß an Professionalität und einer positiven Botschaft herangetreten werden. Auch daran hat es bislang gefehlt.

Mit einer konzertierten Aktion, intelligenter Vorgehensweise und dem entsprechenden Durchhaltewillen der handelnden Akteure kann auch in Deutschland gelingen, eine bürgerlich-wertkonservative Kraft rechts von der Mitte zu etablieren, was in den meisten europäischen Ländern längst Normalität ist.

3 Comments »

  1. cicero 18. Dezember 2011 at 19:09 - Reply

    In Schill-Partei und Freiheit sahen wir gute Ansätze (von oben), aber dann hat die Basis die guten Anfänge (von unten) kaputt gestimmt. Wilders hingegen hat Erfolg, weil er praktisch kaum eine Partei unter sich hat, und er unumstritten die Nr. 1 in seiner Partei ist. Auch Jörg Haider hatte so Erfolg. Ich wage die These, dass ein zentraler Grundfehler neuer Parteien in Deutschland war, die innerparteiliche Demokratie naiv angepackt zu haben. Allzu gründlich deutsch, allzu wirklichkeitsfremd und gutmeinend, sozusagen. Eine Parteibasis hat aber keinen Charakter und kein intellektuelles Format – das haben immer nur gute Spitzenleute. Es sieht auf den ersten Blick falsch aus, wenn man die innerparteiliche Demokratie recht straff am Zügel hält, weil man in diesem Punkt genau so wie die Altparteien handelt, aber genau das ist absolut notwendig. Es ist ein Grundirrtum, dass man eine Partei „anderen Typs“ als die Altparteien gründen könnte. Das geht gar nicht. Das wäre so, wie wenn man einen neuen Menschen erfinden wollte. Es ist vielmehr das Programm, das anders sein muss!!! Und cum grano salis kommt ein intellektuell anspruchsvolles, schlüssiges und kluges Programm von oben, nicht von unten. Demokratie findet in Parteien generell eher dadurch statt, dass man ein- oder austritt. Man sollte sich hier keinen Illusionen hingeben. Und an solchen Illusionen sind Schill und Freiheit gescheitert. Ein Henkel wird nur dann eine Partei aufmachen, wenn er weiß, dass ihm die Basis keine Stürzenbergers vor die Nase klatscht. Just my 2 cents.

  2. Thomas 22. Dezember 2011 at 11:26 - Reply

    Der Autor Rainer Kahni bietet einen Fahrplan für die bürgerliche Revolution den man kaufen kann:
    Wehrt Euch!
    ISBM: 978-3-8423-7159-0
    4,90€

  3. Milli Gyros 10. Januar 2012 at 18:52 - Reply

    Es ist mal wieder typisch, PRO NRW und PRO DEUTSCHLAND (steht nicht unter Beobachtung des lächerlichen, verbrecherischen VS, ebenso wie REP’s) von der Betrachtung auszuschließen. Böse, böse PRO-Leute!

    PRO zeigt klare Kante, und das nicht erst seit gestern. PRO hat bereits gute Strukturen, hat Erfahrung im Umgang mit dem politischen Gegner und kämpft in zahlreichen Stadträten für die Interessen der authochthonen Bevölkerung, die nahezu keinerlei Rechte mehr hat. Mut gehört natürlich dazu, denn jeder, der sich für die Interessen der deutschstämmigen Bevölkerung und für den Erhalt unserer Heimat einsetzt, ist nach Ansicht der politischen Korrektheit ein Nazi und ein Rechtsextremer.

    80 Prozent der Deutschen sind auf Sarrazins Seite, sind also laut Ansicht unserer Linksfaschisten auch alle rechtsextreme Nazis, obwohl die ja nun eindeutig linke Sozis waren. So what? Lieber in Gottes Namen „rechtsextrem“ (merke: populistisch = rechts, rechts = rechtsextrem) als linksfaschistisch!

    Je stärker eine politische Rechte wird, umso weniger kann sie ignoriert werden (siehe u.a. Vlaams Belang und Front National – dort hat Marine le Pen das Problem mit dem bösen Papa gut in den Griff bekommen. Warum klappt das nicht auch bei uns? Auch vernünftige ehemalige NPD-Mitglieder sollten nicht lebenslang politisch verfolgt werden. Immerhin kann man als ehemaliges NPD-Mitglied locker Bürgermeister von Braunschweig und als RAF-Sympathisant und Polizistenprügeler Außenminister werden, der Beispiele gibt es noch unzählige andere).

    Wir lassen uns nicht einschüchtern und den Mund verbieten. Und was ist falsch daran, Islamgegner
    u n d Patriot zu sein? Der Islam ist nicht reformierbar, und deshalb hat er nichts in Deutschland zu suchen. Wer das immer noch nicht kapiert hat, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Wir EU-Patrioten möchten in souveränen Ländern leben, die über sich selbst bestimmen können. Wir möchten raus aus dem Euro und raus aus der kommunistischen Knechtschaft von Merkel & Co.!

    Klare Konzepte sind da (Mannheimer, Stürzenberger), aber huch, so weit will man dann doch nicht gehen. Wenn man sich die islamistischen Konzepte ansieht, dann sollte man denen genauso klare Konzepte entgegensetzen. Schluss mit dem islamistischen Terror und der Umvolkung unserer Länder!

    Bekennt euch endlich zu eurem Land, zu seinen Werten und zu seinen Menschen, sonst wird es euch nicht mehr lange gehören! Wir haben ein Recht auf unsere Heimat, vergesst das nicht!

    PRO DEUTSCHLAND
    PI-Gruppe Bonn

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