Unmenschliches bei Maischberger

17. Dezember 2011 0

Satrie: Die Politik geht vor die Hunde

Original der Genfer Konventionen von 1864 – Bild: Kevin Quinn, Ohio, US

Laut dem Genfer Abkommen III von 1949

„sind Kriegsgefangene unter allen Umständen menschlich zu behandeln (Artikel 13). Streng verboten sind insbesondere ihre Tötung, jede Gefährdung ihrer Gesundheit, Gewaltanwendung, Folter, Verstümmelung, medizinische Experimente, Bedrohung, Beleidigungen, Erniedrigungen und das öffentliche Zurschaustellen, ebenso Repressalien und Vergeltungsmaßnahmen. Das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die Ehre von Kriegsgefangenen sind unter allen Umständen zu schützen“ (Artikel 14)

Für Sandra Maischberger ist die Pfählung mit einer Eisenstange dagegen im Kriegsfall legitim. Das behauptete die Moderatorin in ihrer Sendung „Menschen bei Maischberger“ in der ARD (Mo. 13. Dezember, 22.45 Uhr) gegenüber ihrem Gast, dem Nahost-Experten Peter Scholl-Latour. Der zeigte sich schockiert, obwohl er – auch nicht gerade christlich zimperlich, dem Kriegsgefangenen immerhin eine Kugel in den Kopf gegönnt hätte.

Der Kriegsgefangene war der libysche Diktator Gaddafi, dessen Tod am 20. Oktober der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde. Das macht die Aussage von Frau Maischberger aber nicht weniger schlimm.

Die ARD, in der diese Talkshow lief, ist ein Aushängeschild für Deutschland. Wenn eine Moderatorin dort öffentlich die Folterung legitimiert, ist das ein ungeheurer Vorgang, der sofort zur Absetzung von Sandra Maischberger führen müsste. Wenn die Verantwortlichen der ARD noch über einen Funken Verstand verfügen würden.

Für eine zivilisierte Gesellschaft gehört es sich, Kriegsgefangene menschlich zu behandeln und Folter zu verurteilen. Dazu gehört Frau Maischberger nun nicht mehr.

Diese Medienkritik erschien zuerst bei journalistenwatch.

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