Deutschland bleibt wichtigtes Migrationziel

14. Dezember 2011 1

Bundesregierung beschließt Migrationsbericht 2010: geringer Wanderungsgewinn

Migration in der globalisierten Weltgesellschaft – Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Deutschland ist weiterhin ein Hauptzielland von Migration und hat im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten in den letzten Jahren an Attraktivität für Zuwanderer gewonnen. Dies geht aus dem heute durch die Bundesregierung beschlossenen Migrationsbericht 2010 hervor. Der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erstellte Bericht wird nun dem Deutschen Bundestag vorgelegt. Mit aktuellen und umfassenden statistischen Daten soll der Bericht der Öffentlichkeit als Informationsquelle und der Politik und Verwaltung als Grundlage für die Entscheidungsfindung im Bereich der Migrationspolitik dienen.

Insgesamt gab es im Jahr 2010 einen Wanderungsgewinn von 128 000 Personen (Deutsche und Ausländer). Dies beruht auf dem Anstieg der Zahl der Zuzüge nach Deutschland im Jahr 2010 (fast 800 000) gegenüber 2009 (ca. 721 000) bei einem gleichzeitigen Sinken der Zahl der Fortzüge (etwa 670 000 in 2010 gegenüber ca. 734 000 im Jahr 2009). 57,5 Prozent aller Zuzüge wanderten aus den EU-Ländern nach Deutschland zu, 15,8 Prozent aus dem übrigen Europa. Aus Asien kamen 13,8 Prozent, aus Afrika 3,8 Prozent, und aus Amerika, Australien und Ozeanien zusammen kamen 8,1 Prozent aller Zuzüge.

Zu- und Fortzüge

Betrachtet man die Zuzugszahlen nach der Staatsangehörigkeit der Zuzügler, dann waren es vor allem Polen und Deutsche (14,5 bzw. 14,4 Prozent), gefolgt von Rumänen und Bulgaren (9,5 bzw. 5 Prozent), die im Jahr 2010 nach Deutschland zuzogen. Der Anteil von EU-Bürgern an der Gesamtzuwanderung betrug 49,9 Prozent.

Bei den Fortzügen stellten deutsche Staatsangehörige etwas mehr als ein Fünftel aller Fortgezogenen (21 Prozent), gefolgt von polnischen (14,1 Prozent) und rumänischen (7,3 Prozent) Staatsangehörigen. Die Zahl der Fortzüge von Unionsbürgern im Jahr 2010 betrug rund 300 000 (45,3 Prozent an der Gesamtabwanderung).

Bei einem Vergleich der Zuzüge mit den Fortzügen (Wanderungssaldo) zeigte sich der größte positive Wanderungssaldo bei Rumänen (fast 27 000 Personen) und Polen (annähernd 21 000 Personen). Dagegen zogen auch im Jahr 2010 mehr Deutsche (ca. 26 000) aus Deutschland fort als Deutsche in ihr Herkunftsland zurückkehrten; allerdings sank die Zahl der Fortzüge im Vergleich zu 2009 um 9,0 Prozent.

Ausländische Staatsangehörige

Betrachtet man die Zahl ausländischer Staatsangehöriger, die in Deutschland leben, so sind ca. ein Viertel Türken. Etwa gleich viele Personen haben die Staatsangehörigkeit eines der nord-, west- oder südeuropäischen EU-Staaten; etwa halb so viele Personen haben die Staatsangehörigkeit eines der seit 2004 beigetretenen osteuropäischen EU-Staaten.

Zweck der Zuwanderungen

Der Blick auf den Zweck der Zuwanderungen zeigt, dass fast 20 Prozent der im Jahr 2010 zugezogenen Drittstaatsangehörigen zum Studium, zur Schul- oder sonstigen Ausbildung oder für Sprachkurse nach Deutschland kamen. Zu Erwerbszwecken kamen 12,6 Prozent der Zugezogenen. Bei der Zustimmung für den Zuzug von Fachkräften im internationalen Personalaustausch gab es eine große Steigerung: Nach 4 429 Personen im Jahr 2009 kamen im vergangenen Jahr 5 932 Personen auf diese Art nach Deutschland.Im Jahr 2010 wurden darüber hinaus 3 336 Zustimmungen für den Zuzug für weitere Akademiker erteilt – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 38 Prozent.

Deutschprüfungen bei Ehegattennachzug

Im übrigen zogen etwa ein Viertel (23,3 Prozent) von Staatsangehörigen aus Nicht-EU-Staaten 2010 aus familiären Gründen nach Deutschland. Die bereits im Vorjahresbericht festgestellten hohen Bestehensquoten bei Deutschprüfungen, die Bedingung für den Ehegattennachzug sind, wurden weiter bestätigt. 76 Prozent der Personen, die zuvor am Sprachkurs teilgenommen hatten, bestanden den Test, bei externen Teilnehmern waren es 63 Prozent der Personen. Bei Chinesen, Russen und Indern lagen die Bestehensquoten sowohl für interne als auch externe Teilnehmer bei über 80 Prozent, bei Türken lagen sie bei 86 Prozent (interne Teilnehmer) bzw. 62 Prozent (externe Teilnehmer).

One Comment »

  1. Fred 16. Dezember 2011 at 13:08 - Reply

    Kommt da noch was, oder war’s das jetzt mit dem Blog? Dass ihr die FREIHEIT so leichtfertig aufgegeben habt, enttäuscht. Am besten wäre es vermutlich, wenn ihr in die FDP geht. Die könnt ihr nach deren Rauswurf aus dem Bundestag 2013 sicher in eurem Sinne umbauen.

    Selbst wenn Henkel, Schäffler & Co. etwas Neues gründen sollten, werdet ihr da genauso irgendwelche Stürzenbergers treffen, die euch unglücklich machen. Die Masse ist nunmal inzwischen unpolitisch und auf dem Egotripp. Was somit für Neugründungen an Personal zur Verfügung steht, wird mit hohem Prozentsatz von einer so oder so gearteten Radikalität angetrieben sein. Wer dafür kein Verständnis hat, wem das zu schmuddelig ist, der muss nicht nur PI und die FREIHEIT verlassen, sondern sein Glück bei den Etablierten versuchen.

    Um außerhalb der Anonymität gegen den Strom zu schwimmen, braucht es heute genauso viel Mumm, wie im Dritten Reich. Nur die Methoden der Verfolgung sind andere geworden. Willkommen in der Realität!

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