Harte und weiche Bedingungen der Integration

6. Dezember 2011 0

Ansichten und Einblicke aus Berlin | Francis Fukuyama hat es doch gesagt…

Ein Bekannter schickte mir heute den Link zu einer 3Sat-Kulturzeit-Sendung aus dem Jahre 2006. 2006? Da war doch was… ja richtig, die sogenannte Mohammed-Karikaturen-Krise. Ich arbeitete damals gerade für das Middle East Media Research Institute (MEMRI) in Berlin und schrieb für die Zeitschrift Internationale Politik einen Artikel zu den Reaktionen auf die Krise in den arabischsprachigen Zeitungen.

In besagter Kulturzeit-Sendung kam nun der Ex-US-Präsidentenberater Francis Fukuyama zu Wort. Bekannt war dieser 1992 durch sein Buch Das Ende der Geschichte geworden, worin er nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks den immerwährenden Sieg der liberalen Demokratie verkündete – zu früh, wie sich herausstellen sollte.

Fukuyama hat seine Meinung längst geändert. Der Islam stelle ein weltweites Problem dar, das sich in unseren europäischen Demokratien noch verstärken könne, da hier nicht wie in den USA eine Integration im Sinne des melting pot gefordert würde. Deswegen brauche auch Europa eine Leitkultur, in die sich Muslime integrieren könnten. In den USA stünde die Indentifikation mit dem Staat über der religiösen Identität. In Europa sei das durch die Multikulti-Idee und politisch korrekte Tabuisierung hingegen nicht gelungen.

Eine Mischung aus weichen und harten Bedingungen sei zu schaffen: die weichen würden eine offene Identität bilden, die harten danach fragen, was mit denen geschieht, die nicht Teil der Gesellschaft werden wollten, so Fukuyama. Fast sechs Jahre alt ist dieses Video jetzt schon und wir haben nichts gelernt, möchte man denken. Sehenswert ist es immer noch…

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