Deutschlands Rating in Gefahr

5. Dezember 2011 2

Standard & Poors droht mit Herabstufung der Bundesrepublik

Wie die Financial Times berichtet, hat die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) angedroht, das Tripple-A-Rating der Bundesrepublik herabzusetzen. Bisher ist Deutschlands Bonität mit der Bestnote bewertet. Eine Herabstufung würde bedeuten, dass Deutschland demnächst mehr Zinsen für Kredite zahlen müsste.

Weltweit brachen Börsenkurse ein, der Eurokurs gab nach

Im konkreten Fall hat S&P die Aussicht für die Bundsrepublik auf „nevativ“ gesetzt. Das bedeutet, dass über eine mögliche Herabstufung nach Prüfung binnen drei Monaten entschieden wird. Als Grund gab S&P an, die Experten der Agentur seien „besorgt über die möglichen Wirkungen der sich vertiefenden politischen, finanziellen und monetären Probleme in der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.“

Die Androhung betrifft nebst Deutschland auch zahlreiche andere Länder der Euro-Zone mit Tripple-A-Rating. In Folge des Berichts brachen weltweit Börsenkurse ein, auch der Eurokurs gab nach.

Mitschuld an der Krise

In der Vergangenheit hatten Politiker immer wieder die Macht der Rating-Agenturen kritisiert und ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben. Denn wenn die Agenturen die Bonität von Ländern herabsetzen, verschlimmert dies generell noch deren Lage.

Andererseits ist gerade das die Aufgabe der Agenturen: die Ratings dienen Banken und anderen Gläubigern, um das Risiko eines Kredits bewerten zu können. Dass selbst Deutschland früher oder später herabgestuft werden würde, kann angesichts der immensen Verschuldung in der Euro-Zone und der aufgebrochenen No-Bail-Out-Klausel im Grunde nicht verwundern.

Rating-Agenturen bestätigen das Scheitern

Die Rating-Agenturen bestätigen also vor allem das Scheitern der politischen Maßnahmen zur Euro-Rettung. Dass sie damit die Probleme der betroffenen Länder noch vergrößern würden, stimmt nur auf den ersten Blick. Bei genauerer Betrachtung sind es immer noch die Länder selber, die sich übermäßig verschuldet und damit die schlechtere Bonität verursacht haben.

 

2 Comments »

  1. Prof.Kantholz 6. Dezember 2011 at 08:03 - Reply

    Und wieder sieht man die Ignoranz unserer „Volksvertreter“. Nicht die Misswirtschaft und die falschen finanz- und wirtschaftspolitischen Entscheidungen bis hin zur ungeprüften Aufnahme von Kreta und Pleta in den Euroraum sind schuld, sondern diejenigen, die auf diese Risiken hinweisen.
    Wenn ich das früher in der Schule gewusst hätte. Nicht ich hab die ganzen Fünfer in Mathe kassiert, sondern mein Mathelehrer! Der hat meine miesen Klausuren schließlich bewertet!

    • peter 8. Dezember 2011 at 11:39 - Reply

      guter Vergleich!
      Ich verstehe auch nicht, warum es wegen der Aufnahme Griechenlands in die EU keine personellen oder im allgemeinen Konsequenzen gezogen wurden.

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