Wider die Natur!

4. Dezember 2011 0

Frank-Furter Schnauze: Und täglich grüßt das Hirngespinst

In Harmonie mit der Natur: Schiltach im Schwarzwald

Es ist müßig, beinahe sogar unsinnig, einmal mehr die Eurokrise zu kommentieren. Im Grunde ist alles gesagt. Jeder weiß, wo der Schuh drückt, was das Problem ist, warum es nicht gelöst wird und wer daran schuld ist. Immerhin ist es schon als Erfolg zu werten, dass die doch recht einfache Wahrheit über das Scheitern der Einheitswährung mittlerweile sogar in FAZ-Kommentaren benannt werden darf. Das lässt zumindest hoffen, dass vielleicht doch noch ein politisches Umdenken einsetzt.

Tatsächlich kursiert seit einigen Wochen im Internet das Gerücht, die „D-Mark 2.0“ sei schon längst im Druck, ganz klammheimlich, irgendwo in der Schweiz. Es wäre zu schön, um wahr zu sein.

Der Wunsch vieler Bürger, zur Deutschen Mark zurück zu kehren, hat mit Nationalismus im übrigen nichts zu tun. Man ist schlicht und ergreifend die täglichen Schreckensmeldungen aus Berlin, Brüssel und Frankfurt leid. Europa, unser stolzes Europa, macht sich zum Gespött der Welt. Wie peinlich das ist, kann jeder bestätigen, der mit außer-europäischen Unternehmen Handel treibt.

Die Wiedereinführung der D-Mark würde viele Probleme schlagartig lösen. Denn das grundlegende Problem – so viel geistiges Wiederkäuen sei dann doch erlaubt – ist und bleibt der Euro selbst. Und das nicht, weil irgendwo in irgendeinem Vertrag der Paragraph X anders formuliert sein müsste. Das Problem ist elementarer Natur: der Euro hätte funktionieren können in einem wirtschaftlichen Kernland mit vergleichbaren ökonomischen Daten und ähnlicher Stabilitätskultur. Doch das historische Experiment, eine Währung für verschwenderische Griechen, launische Italiener, schludrige Spanier, sozialistische Franzosen und sparsame Deutsche einzuführen, ist grandios gescheitert. Es musste scheitern, es konnte gar nicht anders kommen.

Eine solche Währung ist wider die Natur, so wie vieles wider die Natur ist, was in den überheblichen Geistern der Politelite herum spukt. Bis zum Fall der Berliner Mauer machte der bis an die Zähne bewaffnete Klassenfeind vor den Toren der Bundesrepublik den Regierenden Tag für Tag deutlich, was der wesentliche Auftrag für ihre Arbeit war: Schaden vom eigenen Volk abzuwenden. Der Wegfall dieser gewaltigen, ja existenziellen Bedrohung hat – so begrüßenswert das Ende des Kalten Krieges fraglos war – ein Klima der Verantwortungslosigkeit geschaffen, eine Politik der ideologischen Verirrung, eine Ära der Arroganz und Überheblichkeit. Statt Schaden von ihrem Volke fern zu halten, sind Politiker nun darauf bedacht, die Welt bloß noch besser und noch friedlicher zu machen. Doch weil sich Unfähigkeit mit Anmaßung mischt und ein Wirrwarr an fremden Interessen persönlicher, wirtschaftlicher und ideologischer Natur zusätzlichen Druck entfacht, geschah und geschieht das genaue Gegenteil.

Der Euro ist das größte Exempel dieser neuzeitlichen Verirrung des Westens, aber weiß Gott nicht das einzige. Ideologisch ist das Übel in der weltfremden Denkweise der Linken verortet, deren politischen und ökonomischen Hirngespinste längst auch vormals bürgerlich-liberale Kräfte befallen haben. Das grundlegende Muster ist dabei stets dasselbe: Gleichmacherei. Und zwar auf allen Ebenen.

Die Gleichberechtigung der Frau beispielsweise ist vom Prinzip her eine gute Sache, bliebe sie bei dem, was der Begriff im Kern bedeutet: gleiche Rechte für alle Menschen, unabhängig davon, welches Geschlecht sie haben. Doch aus gleichen Rechten ist gleiche Art geworden, aus Gleichberechtigung Gleichmacherei. Männer und Frauen sind aber nicht gleich. Eine Politik, die offenbar zum Ziele hat, den unisexuellen Menschen zu schaffen, ist wider die Natur!

Dasselbe zeigt sich überall dort, wie sich linke Kräfte bildungspolitisch am Wohl der Jugend vergehen. Von gleichen Chancen ist stets die Rede, Gleichmacherei ist jedoch das faktische Ergebnis. Kinder sind aber nicht gleich. Manche sind intelligenter, andere handwerklich begabter, wieder anderen wohnt die Muse inne oder sie sind geborene Profisportler. Menschen sind Individuen! Ein Bildungssystem, das zum Ziele hat, den universellen Menschen zu schaffen, ist wider die Natur!

Und genau so verhält es sich auch beim Euro: er ist der Inbegirff der Gleichmacherei. Doch wie Frauen und Männer und Kinder und überhaupt alle Menschen Individuen, also ungleich sind, so sind auch Völker und Volksswirtschaften individuell, also ungleich. Und genau deswegen funktioniert auch Multikulti bestenfalls nur in Maßen: denn so, wie die Familie per natura die elementarste Form menschlichen Zusammenlebens ist, so repräsentiert das Volk als Kultur- und Wertekreis ebenso per natura die gewachsene Identität einer Nation. Eine Politik, die danach trachtet, Familien, Völker, Kulturen und ganze Volkswirtschaften zugunste einer universellen Supra-Gesellschaft abzuschaffen, ist wider die Natur!

Und eine Politik, die wider die Natur ist, muss scheitern. Sie ist stets gescheitert, sie scheitert jetzt gerade und sie wird immer wieder scheitern. Das schließt Fortschritt, Wandel und Veränderung nicht aus. Im Gegenteil: all das wohnt dem natürlichen Prinzip der Evolution inne. Doch entscheidend ist die Geschwindigkeit, gleichwohl die Art und Weise einer Weiterentwicklung. Sie muss den Geist und die Seele und die Bedürfnisse der Menschen respektieren und nicht wider ihre Instinkte und Interessen agieren.

Menschen sind keine Bienen oder Ameisen, die sich allesamt hypersozialistisch mit der Rolle des Arbeiters oder Soldaten abfinden wollen, als Diener für die eine, tolle, geneteisch allen anderen überlegene, vermehrungssüchtige Königin. Der Urtyp linker Denke, der Sozialismus, bedeutet quasi die Insektifizierung der Menschheit. Er ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Und er ist, wie jede andere linke Spinnerei, wider die Natur!

Nur, wenn die Politik dies einsieht und endlich wieder auf den Boden der Realität zurückkehrt, hat Europa eine Chance, erstens den Zustand der Dauerkrise zu beenden und zweitens den Weg in eine neue düstere Epoche abzuwenden. Gegenwärtig ist die Hoffnung gering, dass so etwas zeitnah geschehen wird. Vielmehr grüßt täglich das linke Hirngespinst. Und zwar an allen Ecken, auf allen Ebenen, in allen Parteien und in allen Medien.

„Es ist unmöglich, die Schönheiten der Naturgesetze angemessen zu vermitteln, wenn jemand die Mathematik nicht versteht. Ich bedaure das, aber es ist wohl so“,  sagte einst der Physiker und Nobelpreisträger Richard P. Feynman. Und so schließt sich der Kreis: denn dass Linke in der Regel nicht rechnen können, ist unter Ökonomen weit mehr als nur ein gern gehörter Schenkelklopfer.

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