Entern, plündern, umverteilen

3. Dezember 2011 6

Frank-Furter Schnauze: Piraten tun, was Piraten tun müssen

Nichts anderes als ein Verbrecher: ein Pirat

Sie kamen, sahen und siegten, ohne überhaupt zu wissen, warum. Die Rede ist von den derzeitigen politischen Shootingstars, den „Piraten“. Schon der Name lässt ernsthaft an der Seriösität dieser Partei zweifeln.

Piraten sind gemeinhin Halunken, wohlwollend formuliert. Oder Diebe, Verbrecher, Plünderer, deutlicher ausgedrückt. Und tatsächlich findet sich genau das in ihrem Parteiprogramm. Eines von vielen Beispielen: digitale Inhalte wie Filme, Musik, Bücher und im Grunde alles, was die Menschheit hervorgebracht hat, sollen für jedermann unentgeltlich verfügbar sein, heißt es in ihrem Grundsatzprogramm gleich im ersten Punkt („Keine Beschränkung der Kopierbarkeit“). Das klingt gut. Doch wie vieles, das gut klingt, ist auch hier in Tucholskys Sinne das Gutgemeinte das Gegenteil des Guten.

Der Forderung wohnt ein gehöriges Maß sozialistischer Spinnerei inne. Alles soll frei für jedermann sein, niemand braucht dafür zu bezahlen. Und wie soll eine Arbeit so vergütet werden? Wie definiert sich der Wert derselben, wenn nicht über Angebot und Nachfrage? Die Planwirtschaft lässt grüßen, und mit ihr unweigerlich der üble Geist der Diktatur.

Doch damit nicht genug. Auf dem gegenwärtigen Parteitag der Piraten im hessischen Offenbach einigten sich die Delegierten auf ein Plädoyer für einen wahren Klassiker aus der ökonomischen Fabelwelt der Linken: das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Dieses soll jedem Mensch im Land zustehen, ohne dass dazu irgendeine Gegenleistung gefordert würde. Im Grunde ist das die logische Fortsetzung der „Unbeschränkten Kopierbarkeit“. Da fehlen eigentlich nur noch „Freibier für alle“, „Pay-TV auf Lau“ und „Nutten fürs Volk“, um das politische Wünsch-Dir-Was-Paket der Partei zu komplettieren.

Bis dato ist das lustig, irgendwie. Gar nicht lustig ist, dass die Piraten gute Aussichten haben, ihren Siegeszug demnächst auch im Bund fortzusetzen. Als hätte es in Deutschland nicht schon genug linke Parteien mit linken Programmen voller linker Iditotien. Und diese Partei scheint in Wahrheit sogar noch etwas linker als die meisten anderen zu sein.

Beachtlich ist in diesem Zusammenhang, dass die Piraten in deutschen Medien gar noch als neue liberale Bewegung dargestellt werden. Das lässt einmal mehr gehörig am Verstand der schreibenden Zunft zweifeln.

Die Piraten sind so liberal wie Adolf Hitler lustig war, nämlich gar nicht. Die Wahrheit ist: Piraten tun, was Piraten tun müssen. Sie entern, sie stehlen, und was sie früher auf Schatzinseln verbuddelt hätten, wird heute eben umverteilt. Das ist nichts anderes, als was der nach links verrückte Parteienblock ohnehin schon tut. Nach rotem und braunem Sozialismus droht nun derselbe Mist in bunt.

6 Comments »

  1. TanjaKrienen 4. Dezember 2011 at 09:34 - Reply

    Ein guter Kommentar! Es ist in der Tat ein schlechter, gruseliger Witz, wenn derartige, tendenzkriminelle Programme, als „liberal“ verkauft werden. Im Sinne der allgemeinen Deutschland-Tendenz ist es jedoch nur logisch, von einer weiteren „liberalen“ Partei zu sprechen. Doch die Piraten werden gebraucht und zwar als Linksparteiersatz und Tolerierungs-Platzhalter von rot-grün. Ich schrieb das schon vor zwei Monaten –
    http://www.campodecriptana.de/blog/2011/10/06/1863.html

  2. Ahrensburger 4. Dezember 2011 at 15:40 - Reply

    Treffend auf den Punkt gebracht !!!
    Wirtschaftsrettung durch Piraterie – wie blöd sind die Wähler eigentlich?

  3. Sönke Peters 4. Dezember 2011 at 17:01 - Reply

    Das Gekreische der Piraten, dass Alles im Internet umsonst zu sein habe, ist Nix anderes als die Übertragung ins digitale Zeitalter des alten kommunistischen Huts, dass Eigentum Diebstahl wäre. Diese angeblich ja ach so tolle, moderne und ganz neue Bewegung hat ´nen kilometerlangen Bart und kommt auf tiefroten Socken daher.

  4. Claire Grube 5. Dezember 2011 at 07:59 - Reply

    Die Datenschutz-Idee dahinter fand ich ja noch ganz interessant und auch nötig, aber sie haben einfach alles und jeden aufgenommen, so dass es selbst für Wendehals Aaron König zu links wurde …

    Das Wahlprogramm könnte auch von der APPD stammen 😉

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