Schulden, Eurorettung und gedrucktes Geld

30. November 2011 1

Euro-Finanzminister hebeln, die EZB druckt Geld und auch Deutschland hat weiter große Schulden

Wie lange hält der Euro noch? – Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Die Finanzminister der 17 Euro-Staaten haben am Dienstagabend einen sogenannten Hebel für den ESFS beschlossen. Wie Welt Online berichtet, soll die Ausleihsumme verdreifacht, ggfs. sogar verfünffacht werden und damit auf bis zu 1,25 Billionen Euro ansteigen. Ursprünglich hatte der 440 Milliarden umfassende ESFS rund 250 Milliarden Euro für Kredite bereitstehen.

Deutschland: 2.011 Milliarden Euro öffentliche Schulden

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, sind immerhin in Deutschland die öffentlichen Schulden (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) zum Jahresende 2010 etwas geringer, als bisher angenommen. Der Schuldenberg betrug „nur“ noch 2.011,5 Milliarden Euro. Notwendig waren die Korrekturen geworden, weil die FMS-Wertmanagement (Abwicklungsanstalt für Risikopapiere der geretteten Hypo Real Estate) einen um 24,5 Milliarden Euro überhöhten Schuldenstand gemeldet hatte. Daneben musste der Schuldenstand der Gemeinden/Gemeindeverbände um 0,1 Milliarden Euro nach oben korrigiert werden.

Der größte Anteil öffentlicher Schulden entfiel zum Jahresende 2010 auf den Bund mit 1.287,5 Milliarden Euro (statt bisher angenommenen 1.311,9 Milliarden Euro). Die Länder waren mit 600 Milliarden Euro verschuldet, die Gemeinden mit 123,6 Milliarden Euro (statt bisher angenommenen 123,5 Milliarden Euro) und die Sozialversicherung mit 0,5 Milliarden Euro verschuldet.

Die jährliche Schuldenstatistik wurde aufgrund von Anpassungen an Vorgaben der Europäischen Union vollständig überarbeitet, daher sind die Ergebnisse nur eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Insgesamt stiegen die Schulden um 18,8 Prozent, darunter betrug die Schuldenzunahme beim Bund 23,1 Prozent, bei den Ländern 13,0 Prozent und bei den Kommunen 1,9 Prozent. Die Verschuldung der Sozialversicherung war dagegen mit -4,9 Prozent rückläufig.

EZB druckt Geld

In diesem Zusammenhang wurde gestern bekannt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Banken in den Mitgliedsstaaten nicht so viel Geld abnehmen konnte, wie sie für den Ankauf von Anleihen ausgegeben hatte. So konnten nur 194,2 Milliarden Euro eingeholt werden, man hatte aber zur Stabilisierung der Krisenstaaten 203,5 Milliarden für Staatsanleihen ausgegeben. Holger Zschäpitz schreibt dazu bei Welt Online:

„Was wie eine harmlose technische Abhandlung klingt, könnte Sparer teuer zu stehen kommen. Denn übersetzt heißt das nichts anderes, als dass die EZB erstmals in großem Stile mithilfe der Notenpresse Staatsschulden finanziert hat – bislang noch ein Tabu in der dreizehnjährigen Geschichte der Frankfurter Geldhüter. Mit neun Mrd. Euro hat sie nun Schulden finanziert.“

One Comment »

  1. Ole Teeson 3. Dezember 2011 at 14:27 - Reply

    Seid Ihr bereit, für Eure Freiheit zu bezahlen?

    Zitat Frau Merkel – Bundeskanzlerin:
    „So herrsche inzwischen in ganz Europa Einigkeit darüber, dass die hohe Verschuldung Ursache der Krise sei und „dass genau diese Ursache bekämpft werden muss“ “

    Und wie löst man ein Problem welches aus Schulden entsteht?
    Schulden bezahlen!
    Aber woher nehmen wir für Deutschland auf die Schnelle 2 Billionen € – von den anderen Euroländern mal abgesehen.

    Maßnahmenkatalog für einfallslose Politiker:

    • Neue Schulden machen – „Umschuldung“ – zum Brüllen – wie dämlich – besonders, wenn wir jetzt schon in China anklopfen müssen, um uns Kredite zu erbetteln.
    • Inflation anheizen – Schulden entwerten – sehr hinterhältig.
    • Einen Krieg provozieren, aus der „Verteidigung“ in den Angriff übergehen und andere Länder ausrauben – entfällt – oder? Zumindest machen wir zivilisierten Europäer sowas nicht mehr!
    • Alles im Chaos untergehen lassen und aus dem Schutt neu anfangen. Sehr unberechenbar!
    • Soziale Systeme eindampfen, Steuern erhöhen – das gibt richtig Stress – spätestens bei der nächsten Wahl. Aber gut – wenn die Parteien die Medienklaviatur geschickt spielen, bekommen sie das vielleicht trotzdem hin.

    Und dann noch:

    • Sein eigenes Volk fragen, ob es bereit ist, die Staatsschulden aus seinem privaten Geldvermögen zu bezahlen.
    Absoluter Unsinn! Wer kommt den auf so einen Schwachsinn?
    Oder ….?
    Na klar sitzen die Bürger auf Ihren 5 Billionen Euro Spareinlagen.
    Aber wohl kaum einer wird davon freiwillig was raus rücken.
    Wenn überhaupt, dann würde das nur gehen, wenn eine Regierung offen und ehrlich mit ihrem Volk umgeht und sich wirkliches Vertrauen verdient. Die Menschen müssten wissen, wofür sie ihr Erspartes freiwillig opfern – nämlich für ihr eigenes Wohlergehen in Freiheit und nationaler Souveränität.

    Wenn wir wüssten, dass unser Geld nicht erneut verschleudert wird, fänden sich nicht nur einige Großverdiener, die durchaus zur Zahlung höherer Steuern bereit wären.

    Wenn wir stolz drauf sein dürften, dass wir es mit Fleiß und Sparsamkeit geschafft haben, Deutschland aus dieser Schuldenfalle zu ziehen, investierten Mittelständler wieder viel großzügiger in ein Gemeinwesen.

    Wenn wir uns darauf verlassen könnten, dass wir nicht schon wieder verraten und verkauft werden, würden selbst Geringverdiener versuchen einen Beitrag zu leisten.

    Dafür müsste aber ein einender Gedanke diese Menschen verbinden – und der kann wohl kaum „Europa“ heißen.
    Dieser Gedanke könnte „Deutschland“ heißen, wenn die Verwalter der Meinungshoheit nicht täglich an einem antinationalen Konsens stricken würden – wenn Leute, die sich für ihr eigenes Deutschsein schämen, nicht alles tun würden, um zu verhindern, dass wir uns identifizieren mit unserer Heimat.

    Warum sollten die Deutschen ihre private Vorsorge schmälern, wenn hinterher die gerettete Gemeinschaft von halbseidenen Schmarotzern wieder zerlegt wird.

    Solange Parolen wie „Die Renten / Spareinlagen sind sicher“ schon nach kurzer Zeit Makulatur sind und die Meinung in allen etablierten Parteispitzen vorherrscht, dass der Durchschnittsbürger auf keinen Fall direkt in Entscheidungsprozesse von nationaler Bedeutung einbezogen werden darf, weil er ja gar keine Entscheidungskompetenz hat, solange werden die Sparer notfalls ihr Geld lieber selber verbrennen, als es für einen Rettungsversuch des deutschen Staatshaushaltes einzusetzen.

    Und für Länder, aus denen Deutschland blanke Ablehnung entgegenschlägt, zahlen wir erst recht nicht – jedenfalls nicht freiwillig.

    Werte Politiker:

    Fragt doch mal Euer Volk, was es will.
    Ganz direkt und in Gänze – und nicht über sehr zweifelhafte Meinungsforschungsunternehmen.

    Traut Euch!
    Traut dem Volk!

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