Internationale Studenten als Idealzuwanderer

29. November 2011 1

Sachverständigenrat emphiehlt, Gast-Studierende verstärkt für den Verbleib in Deutschland gewinnen

Erasmus von Rotterdam (1465-1536) ist Namensgeber für das größte europäische Studententen-Austausch-Programm – ein Bild des Malers Hans Holbein der Jüngere (1498–1543)

Fast die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland fühlt sich schlecht informiert über Bleibemöglichkeiten. Nur ein gutes Drittel der Befragten glaubt, dass internationale Studierende nach Abschluss ihres Studiums willkommen sind, in Deutschland zu arbeiten. Fast zwei Drittel würden nach Abschluss ihres Studiums in Deutschland bleiben, wenn es einfacher wäre, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Dies ergab eine Befragung von knapp 2.600 aus dem Ausland kommenden Studierenden von Master- oder Promotionsstudiengängen durch den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR).

Regelungen offenbar noch zu wenig bekannt

Für über die Hälfte der Befragten (52,9 %) ist ein wichtiges oder sehr wichtiges Kriterium für die Wahl des Studienlandes, ob ein Verbleib nach dem Abschluss möglich ist. Doch nur ein Drittel der Befragten fühlt sich darüber „etwas informiert“, 16 Prozent fühlen sich über die rechtlichen Regelungen „gut“ oder „sehr gut“ informiert. Die 2005 und 2007 liberalisierten Regelungen sind offenbar noch zu wenig bekannt.

Bemerkenswert ist: Je besser sich die internationalen Studierenden informiert fühlen, umso positiver schätzen sie die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Verbleib ein. Die persönlichen Chancen, nach dem Studium einen der Qualifikation entsprechenden Job zu finden, schätzen die Befragten optimistisch ein: Knapp die Hälfte (48,8 %) bejaht dies, nur 21,9 Prozent sind pessimistisch.

„Internationale Studierende sind Idealzuwanderer“

Das Interesse, einen Job in Deutschland zu suchen, ist groß: 61 Prozent würden nach dem Abschluss ihres Studiums in Deutschland bleiben, wenn es einfacher wäre, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Das spricht für die Attraktivität Deutschlands.

Dr. Gunilla Fincke, Leiterin des Forschungsbereichs beim SVR wies auf die Vorteile von ausländischen Studenten als Zuwanderer hin: „Internationale Studierende sind jung, gut ausgebildet, sprechen in der Regel schon gut Deutsch und sind mit Land und Leuten vertraut – sie sind Idealzuwanderer.“

Lediglich Anreize für Zuwanderung in soziale Transfersysteme

Angesichts des viel thematisierten Fachkräftemangels müssten hier dringend politische Maßnahmen ergriffen werden. Derzeit bietet der deutsche Staat lediglich Geringverdienern Anreize für die Zuwanderung in seine sozialen Transfersysteme. Für hoch qualifizierte Fachkräfte sind hingegen Länder wie Kanada, Australien oder die USA wesentlich attraktiver.

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