Britische Botschaften

29. November 2011 1

Frank-Furter Schnauze: „Nur mehr eine Frage der Zeit“

Nicht nur räumlich auf Distanz: Grossbritannien (Bild: NuclearVacuum; Quelle: Wikipedia)

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen britischer Botschaften. Erstens wurde eine solche von einem wütenden Mobb in Teheran gestürmt. Man ist dort entzürnt über die Sanktionen der Königreichler gegen das iranische Heimatland. Frei nach dem Motto: Wie können sie es nur wagen? Judenhasser Ahmadinedschad wollte doch nur spielen. Mit Uran, Plutonium und so. Zu zivilen Zwecken, versteht sich. Und überhaupt: wie kann der böse Westen nur an den friedlichen Zielen eines islamischen Gottestaates zweifeln? Sind die denn alle islamophob, oder was?

Die zweite britische Botschaft des Tages ist nicht ansatzweise so präsent im deutschen Mediendschungel. Kein Wunder: da geht es nämlich nicht um gegenwärtige, sondern um zukünftige Unruhen. Und das nicht irgendwo in der arabischen Wüste, sondern hier, auf dem heimelig-linken Friede-Freude-Eierkontinenten.

Der Blog SOS-Österreich berichtet unter Berufung auf einen Artikel im britischen „Telegraph“, dass das Londoner Außenministerium seine Botschaften auf dem europäischen Festland angewiesen hat, sich auf gewaltsame Ausschreitungen vorzubereiten, sollte das Finanzsystem in der Euro-Zone zusammen brechen. Und das sei jetzt „nur mehr eine Frage der Zeit“, soll ein ranghoher Minister gegenüber der Zeitung gesagt haben.

Daher müssten sich die Diplomaten darauf vorbereiten, ihren Landsleuten im Krisenfall zu helfen. Denn es könnte beispielsweise sein, dass britische Staatsbürger nach dem Zusammenbruch des europäischen Finanzsystems kein Geld mehr abheben könnten oder gar auf Grund bürgerkriegsähnlicher Zustände in ihre hinter Ärmelkanal und Eigenwährung krisensicher verbarrikadierte Heimat geschafft werden müssten.

So gesehen haben die heutigen Ereignisse in Teheran auch ihr Gutes: die lieben Briten durften schon einmal üben, wie man sich in solchen Fällen verhält. Und wir Deutsche können uns ebenfalls zurück lehnen: denn wenn es so weit ist, stehen schließlich auch hierzulande genügend gewaltbereite Unterschichtler aus dem Morgenland Mistgabel-bei-Fuss, um die Drecksarbeit für uns zu übernehmen. Und die sind wiederum im Unruhestiften bestens geübt.

So geht alles seinen vorgezeichneten Weg. Hauptsache, jeder Michel hat bis dahin einen hinreichend großen 3D-Fernseher, wenn nötig eben von Vater Hartz finanziert, so dass er bloß möglichst realistisch verfolgen kann, was da so alles geschieht – vor seiner Haustür.

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One Comment »

  1. Sönke Peters 29. November 2011 at 19:08 - Reply

    Man könnte anfangen, anzunehmen, dass die Einschläge – als Konsequenzen einer naiven, weltfremden und heuchlerischen Politik in Europa – immer näher kommen; von Innen und von Außen.

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