Grüner Terrorismus

27. November 2011 3

Wieder heftige Krawalle rund um Castor-Transport

Höchst gefährlich: ein Castor-Transport

Wieder einmal rollte ein Castor mit Atommüll durch Deutschland. Und wieder einmal kam es zu schweren Krawallen und Ausschreitungen. Laut Medienberichten versuchten 2.000 radikale Demonstranten in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den Transport zu behindern. Wie in der Vergangenheit üblich, blieb es beim „grünen Volksfest“ jedoch alles andere als friedlich.

Wie bei einem Terroranschlag

Zuvor hatten sich in Dannenberg zirka 8.000 Demonstranten zu einer Kundgebung versammelt, bei der es überwiegend friedlich zuging. Anders sah es in Nähe der Gleise aus, über die der Castor rollen sollte: In einem Waldstück nahe Harlingen beteiligten sich zirka 2.000 Aktivisten an einer Sitzblockade. Dabei wurden Anlagen der Bahn beschädigt. Acht Greenpeace-Anhänger ketteten sich an die Gleise.

Die vorläufige Bilanz ließt sich wie die eines Terroranschlags: mehr als 100 Demonstranten und rund 35 Polizisten wurden verletzt, zirka 20 Polizeiautos durch Steinwürfe und Brandsätze beschädigt. Zudem gab es einen Brandanschlag auf die ICE-Strecke Berlin-Hamburg und einen weiteren Brandanschlag auf Signalanlagen der Bahn im nordhessischen Vellmar. Beide Vorfälle stehen mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls mit den Protesten gegen den Castor-Transport in Zusammenhang.

Eine neue Form des „grünen Terrorismus“

Leider nicht immer friedlich: grüne Atomkraftgegner

Die Polizei musste Knüppel und Pfefferspray einsetzen, um den sicheren Transport des Castors zu gewährleisten. Es gehört zu den vielen großen Widersprüchlichkeiten der alljährlichen Proteste gegen die Castor-Transporte, dass diejenigen, die vorgeben, gegen Atomkraft zu sein, da diese zu gefährlich sei, den Transport höchst gefährlichen Atommülls durch ihr Verhalten noch gefährlicher machen.

Tatsächlich hat sich im Rahmen der Castor-Transporte eine neue Form des „grünen Terrorismus“ entwickelt. Gewalt- und Straftaten werden – ähnlich wie bei anderen terrroristischen Strömungen – mit dem Kampf für die vermeintlich „gute Sache“ gerechtfertigt. In einem Kommentar in der linkslastigen Süddeutschen Zeitung forderte SZ-Korrespondent Thorsten Denkler sogar das „Bundesverdienstkreuz“ für die Atomkraftgegner.

Deutlich weniger Demonstranten

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Proteste gegen Castor-Transporte gegeben. Im letzten Jahr waren zirka 50.000 Atomkraftgegner ins Wendland gekommen. Führende  Politiker der Linkspartei und der Grünen waren dabei anwesend. Trotz der Ereignisse in Fukushima waren es dieses mal deutlich weniger Demonstranten. Die Kosten für den Polizeieinsatz dürften trotzdem wieder in die Millionen gehen.

3 Comments »

  1. Hendrik 27. November 2011 at 12:58 - Reply

    Dass es so wenige waren liegt einfach daran, dass der Atomausstieg schon beschlossen wurde.

  2. Prof.Kantholz 29. November 2011 at 08:19 - Reply

    Ich hab mal überlegt, was die Ökofaschisten wohl machen würden, ließe man den Castorzug einfach mit den Worten „Machts doch was Ihr wollt…“ stehen.

    Mitten auf der Strecke. Schlüssel abziehen, Lokführer raus, abschließen und gehen. Da gäbs die wunderbarsten doofen Gesichter seit den frühen 70ern zu sehen 🙂

    Aber dafür ist man dann doch zu verantwortungsbewusst.

    Möglich wäre auch, anstelle der beispielsweise weit über 20 Millionen (20.000.000) Euro (Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,727867,00.html) für den Einsatz 2010 jährlich einen Betrag von 10 Millionen Euro an Russische Einsatzkräfte zu verteilen, die sich unbürokratisch dann des Problems (zu dem ich die friedlichen [!] Demonstranten ausdrücklich nicht [!] zähle) annehmen. Nach spätestens dem zweiten Castortransport hätten die Ökofaschisten nur noch ganz wenig Lust am Schottern, Zündeln und Steinewerfen.

    Ist aber sicher auch wieder irgendwie bedenklich.

    • Prof.Kantholz 29. November 2011 at 08:21 - Reply

      Korrektur:
      Die 20 Millionen waren nur für den Polizeieinsatz beim Castor in 11/2011 und beliefen sich (soweit ich weiß) dann sogar auf ca. 30 Millionen.

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