Elterngeld: 60 Prozent nehmen gemeinsam Auszeit

23. November 2011 0

Destatis: Auch im 2. Quartal haben erneut mehr Väter Elterngeld in Anspruch genommen

 

Mit dem Elterngeld soll ermöglicht werden, dass auch Väter sich um die Kleinsten kümmern können – Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Fast 40.000 Paare nahmen für ihr zwischen April und Juni 2010 geborenes Kind Elterngeld in Anspruch, 23.400 Paare (61%) die Leistung zeitweise gemeinsam und zwar für durchschnittlich fast zwei Monate. Väter bezogen dabei im Durchschnitt für 2,5 Monate und Mütter für 11,4 Monate Elterngeld.

Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) entschieden sich nur 185 Paare (0,5%) dazu, die Leistung über den gesamten Zeitraum gemeinsam in Anspruch zu nehmen, prozentual am meisten waren es in Berlin (1%). Bei den anderen Paaren haben Vater und Mutter das Elterngeld nacheinander in Anspruch genommen, was immerhin zu einer durchschnittlichen „Väterzeit“ von 3,3 Monaten führte.

Väterbeteiligung noch einmal leicht angestiegen

Die Väterbeteiligung, das heißt, der Anteil der Kinder, deren Vater Elterngeld bezogen hat, ist damit für im zweiten Quartal 2010 geborene Kinder noch einmal leicht angestiegen (24,4% auf 25,4%).

Bei Müttern lag die Inanspruchnahme des Elterngeldes bei über 96 Prozent. Von den gut 120.000 Einzelanträgen, bei denen der Partner oder die Partnerin kein Elterngeld bezog, lag der Anteil von Frauen bei 98 Prozent. Insgesamt wurde für ebenfalls 98 Prozent der 165.600 in diesem Zeitraum geborenen Kinder Elterngeld bewilligt.

55 Prozent auch vorher schon Transferempfänger

Die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen hatte in ihrer Zeit als Familienministerin das Elterngeld auch für Väter eingeführt und damit größere Debatten innerhalb der Union über das konservative Selbstverständnis ausgelöst. Während die obigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf familienpolitischer Sicht begrüßenswert sind, zeigen sie jedoch nicht, dass das Elterngeld als Anreiz für Akademiker, Kinder zu bekommen, nicht besonders gut funktioniert.

Das Elterngeld wird zwar ähnlich wie das ALG I am Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate berechnet (67%). Dennoch hat sich gezeigt, dass rund 55 Prozent der Elterngeldempfänger auch vorher schon Transferleistungsempfänger waren. Auch sagt die Statistik leider nichts über das Alter der Eltern aus, dabei wäre es von besonderem Interesse, ob die im Verhältnis zu den 1970ern kinderarmen jungen Paare durch die finanzielle Unterstützung motiviert werden, Eltern zu werden.

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