Macht Kinder!

21. November 2011 3

Ansichten und Einblicke aus Berlin | Über Geburtenraten und junge Frauen

Geburtenrate deutscher Frauen nach Altersstufen im UN World Fertility Report (1970 – 2006)

Die Vereinten Nationen (UN) haben heute ihren World Fertility Report 2009 veröffentlicht. Darin finden sich natürlich viele interessante Fakten. Besonders fiel mir jedoch neben der leider sehr geringen Geburtenrate von 1,3 Kindern bei deutschen Frauen auf, wie sich diese auf die verschiedenen Altersgruppen verteilt. So kann man oben stehender Grafik ganz einfach entnehmen, woher die viel zu wenigen Babys heute kommen – oder besser gesagt – eben nicht kommen:

Bekamen 1970 Frauen in Deutschland durchschnittlich mit 24 Jahren ihr erstes Kind, ist das heute (Erhebungsjahr: 2006) erst mit durchschnittlich 30 Jahren der Fall. Gebaren vor 40 Jahren noch 138 von Tausend Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren ein Kind, sind es heute nur noch 44. Letztere Zahlen kann man in der Grafik oben sehen. Im späteren Lebensverlauf unterscheiden sich die früheren Geburtenrate kaum von der heutigen.

Aber warum bekommen junge Frauen bzw. junge Paare oft keine Kinder? Viele schieben es auf das fehlende Geld, andere warten auf den richtigen Partner oder den besseren Zeitpunkt. Doch was den meisten meiner Meinung nach fehlt, ist einfach der Mut, Verantwortung für einen kleinen Erdenbürger zu übernehmen.

Ich will hier nochmals auf meine grundlegende Rede zu diesem Thema hinweisen. Denn von seiten der Politik muss es endlich geschafft werden, junge Menschen zum Kinderkriegen zu motivieren – und das klappt nicht nur mit Elterngeld! Um mich ausnahmsweise mal selbst zu zitieren:

„Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft, sie ist die kleinste natürliche Form der Gemeinschaft. Sie ist der Ort, an dem wir lernen zu vertrauen, zu lieben, die Meinung anderer zu akzeptieren, Verantwortung zu übernehmen, Kompromisse einzugehen, Autoritäten zu respektieren aber auch, uns von Autoritäten zu emanzipieren. Und dies alles ist genau das, was wir brauchen, um in der politischen Gemeinschaft zusammen zu leben.“

Das ideologisch völlig verbrämte Gleichstellungsgesetz (AGG), gerne auch Gleichschaltungsgesetz genannt, schützt diese Keimzelle übrigens nicht im Geringsten. Stattdessen kann man jetzt Bücher über geschlechterneutrale Erziehung lesen. Will ich aber nicht, denn so etwas gibt es nicht! Seid lieber Frauen und Männer und werdet Eltern. Es ist schön – versprochen!

UPDATE, 22.11.2011: Weil es so schön dazu passt, einige heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Zahlen zum Thema:

Im Jahr 2010 wohnten in Deutschland 64 % der 18- bis 24-Jährigen noch mit ihren Eltern in einem Haushalt zusammen. Junge Frauen (57 %) lebten dabei deutlich seltener im elterlichen Haushalt als ihre männlichen Altersgenossen (71 %). Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa, mit.

Allein in einem eigenen Haushalt lebten 17 % der 18- bis 24-Jährigen (Frauen: 18 %, Männer: 17 %), 13 % der jungen Erwachsenen lebten mit dem Ehe- oder Lebenspartner zusammen (Frauen: 18 %, Männer: 8 %). 6 % waren entweder alleinerziehend oder teilten sich den Haushalt mit anderen Alleinstehenden, zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft (Frauen: 8 %, Männer: 4 %).

3 Comments »

  1. Thomas Frieling 22. November 2011 at 00:19 - Reply

    Auf die genannten Umstände kann man gar nicht oft genug hinweisen. Zum fehlenden „Mut, Verantwortung für einen kleinen Erdenbürger zu übernehmen“ als Ursache, habe ich eine Gegenthese:
    Mit Kindern legt man sich fest. Man wird hinterher nie wieder keine Kinder haben. Festlegen fällt schwer. Es ist wie mit dem Beginn des Lernens für eine Prüfung. Habe ich einmal angefangen zu lernen, ist die Freizeit vorbei. Also verschiebe ich die Prüfung und lerne – später.
    Was bei einer Prüfungsverschiebung noch irgendwie planbar ist, scheitert bei der Verschiebung der Idee, Kinder zu haben. Die Biologie hat ihre eigene unbeugbare Prüfungsordnung.
    Der Grund für die sinkenden Kinderzahlen ist für mich: die Illusion von der eigenen Unsterblichkeit. Der ziviliserte Mensch sieht sich außerhalb der Natur. Gegen diesen irren Denkfehler müssen wir vorgehen.

    Thomas Frieling

    • Felix Strüning 22. November 2011 at 12:28 - Reply

      Und genau dieses Festlegen bezeichne ich als Mut. Ich denke, wir sind uns da völlig einig. Denn sich Festzulegen, einen nicht unerheblichen Teil seines Lebens Kindern zu widmen, braucht Mut, denn es ist eine Entscheidung, die man nicht wirklich rückgängig machen kann. Aus der Verantwortung stehlen geht natürlich immer, aber das kann ja schwerlich das Ziel sein.
      VG Felix Strüning

  2. the_critical 22. November 2011 at 07:08 - Reply

    Na dann werd ich mal 😉

    Tatsächlich kann ich bestätigen, dass vielen meiner Bekannten einfach der Mut fehlt, andere wollen warten und warten bis es zu spät ist. In der Tat ist es mit Arbeit und Anstrengung verbunden, Kinder groß zu ziehen, aber am Geld liegt es wahrlich nicht in unserem Sozialstaat. Es gibt aber, zumindest für mich, nichts erfüllenderes als eigene Kinder.

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