Uwe, Uwe und Beate

14. November 2011 1

Frank-Furter Schnauze: Der Verfassungsschutz soll sich selbst beobachten!

Der Hauptsitz des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Köln (Bild: Stefan Kühn, Quelle: Wikipedia)

Auf Spiegel-Online war gestern abend zu lesen, die Republik befinde sich wegen des „neuen braunen Terrors“ im Schockzustand. Zugegeben: Geschockt war ich erst, als ich die Spiegel-Überschrift las. Und ich dachte gleich mit Blick auf Anders Breivik: Oh nein! Geht das jetzt schon wieder los?

Die norwegische Hauptstadt Oslo nach dem Anschlag von Anders Breivik

Ein Rückblick: im Sommer diesen Jahres verübte der Amokläufer Anders Breivik in Norwegen ein fürchterliches Attentat. Im Grunde waren es zwei: erst eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo, dann eine bestialische Menschenjagd im Feriencamp der norwegischen Jungsozialisten auf der Insel Utoya. Rund um den Globos war man entsetzt.

Und auch in islam- und linkskritischen Internetblogs war die Bestürzung über die abscheuliche Tat groß. Doch als die Zahl der Opfer noch gar nicht fest stand, machte sich bereits die überwiegend linke deutsche Medienlandschaft dazu auf, die Tat zu einem Rundumschlag gegen alles Rechte, Islam- und Linkskritische zu instrumentalisieren. Plötzlich waren alle in Sippenhaft: von Henryk M. Broder und Thilo Sarrazin bis zu PI-Autoren wie Michael Stürzenberger und Frank Furter. Vom rechten Flügel in CDU und CSU bishin zu Geert Wilders und Hans-Christian Strache.

Es war eine mediale Hetzjagd, die im freien, demokratischen Nachkriegsdeutschland freilich ihresgleichen sucht. Und aberwitzigerweise waren es genau jene Schreiberlinge, die nicht müde werden zu betonen, dass Attentate von muslimischen Terrorgruppen nichts mit dem Islam zu tun haben, die plötzlich höchst energisch betonten, dass der Amoklauf von Anders Breivik die Schuld aller nicht-linken Kräfte des Universums sei.

Droht nun etwa erneut eine derart jämmerliche Parodie der Journalisten dieses Landes auf ihre eigene Zunft? Vermutlich. Die ersten Anzeichen mehren sich.

Quer durch Deutschland: die Tatorte der abscheulichen "Dönermorde" (Bild: Wikipedia)

Zurück in die Gegenwart. Es ist freilich eine unglaubliche Geschichte, die sich inmitten dieses Landes abgespielt hat: hinter dem Verbrecher-Trio Uwe, Uwe und Beate versteckt sich eine „rechtsextreme Terrorzelle“, die gezielt Jagd auf Dönerverkäufer machte. Mittlerweile wird sogar spekuliert, dass sie nicht alleine handelten, sondern Teil eines Netzwerkes waren.

Das ist erschütternd und verstörend. Genauso erschütternd und verstörend ist es jedoch, dass nun in vielen Medien der Eindruck entsteht, die Schreiberlinge hätten mit den Griffeln auf der Tastatur nur darauf gewartet, dass dergleichen (endlich) passiert. Dementsprechend nachrangig ist in der aktuellen Berichterstattung die Tatsache, dass die Morde gar nicht vor Kurzem erfolgten, sondern in den Jahren 2000 bis 2007. Wenn nun also sogar führende Politiker meinen, den Medien in ihrer Wertung des Vorfalls recht geben zu müssen, dass es in Deutschland einen neuen, braunen Terrorismus gibt, dann kommt diese Erkenntnis – mit Verlaub – wohl etwas spät, nicht wahr, Herr Innenminister?

Screenshot vom "Spezial zur Neuen Rechten" auf der Internetseite der Frankfurter Rundschau

Tatsächlich ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis erneut alles und jeder, der nicht dem heimeligen Milieu der Linken angehört, auch für diese Taten mitverantwortlich gemacht wird. Sehr wahrscheinlich bastelt man in der DuMont-Redaktion bereits an einem neuen Leitartikel, der eine ideologische (und persönliche) Verbindung zwischen „Politically Incorrect“ und dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ herstellt. Und wenn es dazu an Beweisen fehlt, werden eben wieder Mailkorrespondenzen und Chatprotokolle gefälscht. Darin ist man ja bereits bestens geübt.

So abartig die Taten dieses Verbrechertrios sind, eines ist schon jetzt offensichtlich: ihre politische Motivation, so fern man in diesem Fall überhaupt davon sprechen kann, hat ihren Ursprung im klassisch (neo-)nationalsozialistischen Milieu ostdeutscher Prägung. Und deren Ideologie hat mit der „Neuen Rechten“, die den Islam kritisiert und mit Israel sympatisiert, so viel zu tun wie Adolf Hitler mit Winston Churchill.

Nichts desto trotz ist davon auszugehen, dass nun die Rufe linker Schreiberlinge, der Verfassungsschutz möge Seiten wie „Politically Incorrect“ und Parteien wie „Die Freiheit“ genauer unter die Lupe nehmen, einmal mehr lauter werden. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der Verfassungsschutz selbst – ähnlich wie bei der NPD – auch in diese Angelegenheit direkt verstrickt zu sein scheint. Scherzhaft könnte man daher fordern: der Verfassungsschutz sollte sich tunlichst erst einmal selbst beobachten. Denn zweifelsohne steht er den rechtsextremen Gruppierungen dieser Nation näher, als irgendein seriöser Islam- und/oder Linkskritiker.

One Comment »

  1. Querfrau 15. November 2011 at 21:41 - Reply

    Herr Frank Furter, PI macht doch nichts anderes als gegen Muslime und alle die nicht in deren Sinn handeln zu hetzen. Sie wissen es doch am besten.
    Nun jammern Sie, dass die Gegenseite es auch mal macht? Das nach all den Jahren „linksterroristischer“ Schlagzeilen?

    Machen Sie sich nicht lächerlich.

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