Rennaissance des braunen Terrors?

13. November 2011 0

Verbrecher-Trio anscheinend auch für „Döner-Morde“ verantwortlich

Neonazi Demo in München (Bild: Rufus46, Quelle: Wikipedia)

Es ist eine Geschichte wie aus einem Kriminalroman: nach und nach kommen immer mehr Informationen über das Verbrechertrio Uwe B., Uwe M. und Beate Z. ans Licht der Öffentlichkeit.

Verbindung zu den „Dönermorden“

Das erste mediale Highlight lieferte Beate Z., die sich in der vergangenen Woche der Polizei stellte, nachdem im sächsischen Zwickau ein Haus explodiert war. Erst Tage später wurde klar, dass ein Zusammenhang zum Tod zweier Bankräuber bestand, die sich zeitnah in Eisenach das Leben nahmen und in ihrem Caravan der Marke „Capron“ verbrannten. Die Polizei fand drei Langwaffen und vier Pistolen in dem ausgebrannten Fahrzeug, darunter die Dienstpistole der 2007 in Heilbronn erschossenen Polizistin Michèle Kiesewetter.

Verteilt auf ganz Deutschland: die "Dönermorde" (Bild: Wikimedia Commons, Quelle: Wikipedia)

Auch in dem ausgebrannten Haus in Zwickau fanden die Beamten eine Schusswaffe: eine tschechische Ceska, Typ 83, Kaliber 7,65 Millimeter. Und schnell stellte sich heraus, dass mit dieser Waffe binnen sechs Jahren neun Besitzer von Imbissbuden getötet wurden: acht Türken und ein Grieche. Damit war die Verbindung zu den bis dato ungeklärten „Dönermorden“ hergestellt.

„Braune Zelle“ in Zwickau

Mittlerweile ist klar: die drei Personen gehörten zusammen. Und wie aus vier DVDs, gefunden in den Trümmern des ausgebrannten Hauses in Zwickau, hervorgeht, nannte sich die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“.

Dementsprechend ist auf Spiegel-Online bereits von einer „braunen Zelle“ in Zwickau die Rede. Und mehrere Medien berichten, es könne noch weitere „Zellen“ oder eine übergeordnete Organisation geben. Allerdings haben sich die so genannten Dönermorde ziwschen den Jahren 2000 und 2007 abgespielt.

Verfassungsschutz unter Druck

Laut Welt-Online gerät indes auch der Verfassungsschutz unter Druck. Möglicherweise „habe der Geheimdienst mehr über die Hintergründe der Taten gewusst, als bisher bekannt sei“, zitiert Welt-Online den Unions-Innenexperten Hans-Peter Uhl, der zudem meinte, der Vorfall könne „eine Verfassungsschutz-Affäre nach sich ziehen.“

Tatsächlich bekannten sich die Täter in einem der gefundenen Videos auch zu einem Nagelbombenanschlag im Jahr 2004 in einer überwiegend von Türken bewohnten Straße in Köln. Zudem prüfen die Ermittler, ob das Trio auch hinter einem Anschlag im Jahr 2000 auf jüdische Aussiedler an einer S-Bahn-Haltestelle in Düsseldorf steckt.

Rennaissance des braunen Terrors?

Darüber hinaus wird spekuliert, dass die Täter Verbindungen zu anderen rechtsextremen Gruppierungen unterhielten. In vielen Medien ist daher von einer Rennaissance des braunen Terrors die Rede. Kaum verwunderlich also, dass sich auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, gleich zu Wort meldete und vor einer „Bagatellisierung von Islam- und Fremdenfeindlichkeit“ warnte.

In den 1990ern hatte es mehrere fremdenfeindliche Übergriffe auf Asylantenheime in Deutschland gegeben. Das Verbrechertrio Uwe B., Uwe M. und Beate Z scheint allerdings eher auf Bankräube speizialisiert gewesen zu sein. Die offenkundig fremdenfeindlichen Taten des Trios fanden wohl hauptsächlich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts statt. Aus der jüngeren Vergangenheit sind keine vergleichbaren Fälle bekannt.

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