Libyen: Islamisierung schreitet voran

10. November 2011 2

Neuer Minister für religiöse Angelegenheiten ernannt

Die Saiyida-Zainab-Moschee in Lybiens Hauptstadt Damaskus

Wie die International Business Times (IBT) berichtet, wurde in Syrien mit Sheikh Hamza Abu Fas ein neuer „Minister für religiöse Angelegenheiten“ ernannt. Sheikh Hamza gilt als religiöser Hardliner, der beispielsweise im Februar 2010 an einem Symposium mit dem Titel „Revisionistische Studien der Konzepte des Jihads, Verifikation und Richtung des Volkes“ teilnahm, auf dem ein theokratisches Dokument verfasst wurde, das die Scharia als überlegenes Rechtssystem bestätigt. In einem Interview mit der dieswöchigen Ausgabe von „The Australien“, aus dem die IBT zitiert, wird deutlich, in welche Richtung sich Syrien zukünftig entwickeln könnte.

„Islamic Banking“ einziges Geschäftsmodell für Banken

So erklärte Sheikh Hamza beispielsweise, dass ein bestehendes Gesetz, nach dem eine Ehefrau ihre „Einwilligung zur Eheschließung ihres Mannes mit einer Zweitfrau“ geben muss, überwunden werden solle, denn: „Die Frau ist im Körper dem Mann nicht gleich.“

Zudem solle „Islamic Banking“ zukünftig das einzige erlaubte Geschäftsmodell für Banken in Lybien sein. Dabei müssen die Unternehmen die Regeln von Koran und Scharia befolgen. Denn die „islamische Bank“ sei am besten für alle Menschen, so Sheikh Hamzha.

Dieben soll Hand abgehackt werden

Dasselbe scheint dem neuen Minister auch im Strafrecht vorzuschweben. So solle Dieben gemäß der Scharia die Hand abgehackt werden. Dazu Sheikh Hamza: „Wenn dies geschieht, geschieht es nur einmal. Weil die Leute nicht wollen, dass es wieder passiert, begehen sie keine Diebstähle mehr“.

In einer Botschaft an das lybische Volk schrieb Sheikh Hamza bereits am 18. September 2011: „Es ist bekannt, dass das libysche Volk, dass alle Muslime gerne das Gesetz des Islam wieder hätten, das ihnen vom Tyrannen (Gaddifi) gestohlen wurde“.

Vom Regen in die Traufe

Der Westen hatte die lybischen Rebellen dabei unterstützt, das Gaddafi-Regime zu stürzen. Vor allem in deutschen Medien wurde dies als weiter Sieg einer freiheitlichen Bewegung im Rahmen des so genannten „Arabischen Frühlings“ gefeiert.

Nun deutet jedoch nicht nur in Lybien, sondern auch in Tunesien und Ägypten vieles darauf hin, dass die Islamisten die Macht in diesen Ländern übernehmen und islamische Gottestaaten errichten könnten. Die „Generation Facebook“, von der die Revolution nach hiesigem Verständnis hauptsächlich ausgegangen ist, könnte auf diesem Wege recht schnell vom Regen in die Traufe kommen.

2 Comments »

  1. cicero 11. November 2011 at 11:42 - Reply

    Fehler in Eurer Überschrift: Es geht um Libyen, Leute …

  2. Volker Hübner 16. November 2011 at 12:12 - Reply

    …hat denn jemand ernsthaft etwas Anderes erwartet ?

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