Jung, männlich, rechts

10. November 2011 13

Frank-Furter Schnauze: Das Spiegel-Bild der Realität

Die neue Spiegel-Zentrale in Hamburg (Bild: Wolfgang Meinhart, Quelle: Wikipedia)

In einem aktuellen Artikel berichtet Spiegel-Online über eine britische Studie, die auf einer Umfrage unter Facebook-Anhängern rechter Parteien und Bewegungen basiert. Das „erschütternde“ Ergebnis: die meisten von ihnen sind jung, männlich und rechts. Demnach wächst eine neue Generation junger Nationalisten heran, die geeint sind in ihrem „Hass“ auf den Islam, mit dem niederländischen „Hetzer“ Geert Wilders sympatisieren und sich gar trauen, auf Facebook „braune Rechtspopulisten“ öffentlich durch Betätigen des „like“-Buttons zu unterstüzen.

Tatsächlich zeigt schon die Wortwahl des Spiegels, was das eigentliche Problem dieser Zeit ist: Deutschland erstickt an der weltfremden Ideologie der Alt-68er, deren geisttötende Political Correctness den intellektuellen Raum des Landes wie ein Krebsgeschwür befallen hat.

Dabei wird nicht weniger als ein Generationenkonflikt deutlich: die Alt-68er und deren Erben, die in den 50er, 60er und 70er Jahren in einer beinahe rein deutschen Gesellschaft aufwuchsen und diese als nicht lebenswert definierten, wünschten sich nichts mehr als ein buntes, friedliches und vielfältiges Multikulti-Land, eine Nation der Pazifisten, Kuschelpädagogen und Streetworker, angereichert mit den Kulturen dieser Welt und hegemonisiert von dem urtümlich linken Aberglauben des „Gut-Seins“ als neuer, heimlicher Staatsreligion. Doch nun sind neue Generationen in eben diesem scheinbar guten Staate aufgewachsen und wissen zu berichten, dass längst nicht alles so bunt, so friedlich und so vielfältig ist, wie es sich die 68er einst ausgemalt haben. Im Gegenteil: das vielleicht größte Lebenswerk der scheidenden Generation steht vor seiner historischen Bankrotterklärung.

Und keine Gruppe weiß davon besser zu berichten, als junge deutsche Männer. Denn viele von ihnen haben am eigenen Leibe erfahren, was es bedeutet, von vornehmlich türkisch- und arabsichstämmigen Jugendbanden bedroht, angegriffen und verprügelt zu werden. Sie haben gelernt, dass es meistens nur Ärger und Konflikte birgt, wenn sich ein deutscher Junge in ein muslimisches Mädchen verliebt, während sie mit eigenen Augen ansehen mussten, wie sich viele muslimische Jungen gegenüber deutschen Mädchen verhalten. Sie haben – ohne sich jemals mit Islamkritik oder Rechtspopulismus auseinandergesetzt zu haben – jahrelang beobachtet, dass männliche Angehörige des Islam tendenziell gewalttätiger und krimineller sind, als Mitglieder anderer Bevölkerungsgruppen.

Zur Veranschaulichung das folgende Beispiel: in der Mehrzahl aller Diskotheken der Republik gilt, dass Menschen mit südländischem Äußeren, gewisser Ausstrahlung und entsprechender, szenetypsicher Kleidung schwer bis gar nicht Zutritt erlangen. Der Logik des Spiegels (und damit des linken Meinungsmainstreams) folgend liegt das daran, dass fast alle Diskotheken-Betreiber und Türsteher des Landes braune, fremdenfeindliche Islamhasser sind. Das zu behaupten, wäre freilich Unfug – bezeichnenderweise sind viele Diskotheken-Betreiber und Türsteher selbst Türken oder Araber. Tatsächlich ist der Zustand schlicht und ergreifend den Erfahrungen geschuldet, die beinahe jeder jüngere Mensch in diesem Land mit dem besagten Klientel gemacht hat.

Das gilt freilich nicht für alle, aber doch für eine unverhältmäßig hohe Anzahl insbesondere der jungen, männlichen Muslime. Dass sich also vor allem junge, männliche Nicht-Muslime den so genannten „Rechtspopulisten“ zuwenden, ist nicht verwunderlich, sondern logisch.

Aus Sicht der besagten 68er und ihrer Erben in den Redaktionsstuben der Nation erscheint dies hingegen unverständlich, steht es doch ihrem jahrzehntelang gepflegten Gesellschaftstraum entgegen. Faktisch ist es die Realität, mit der ihr besagter Traum kollidiert. Doch anstatt sich dieser zu stellen, flüchten sich die Schreiberlinge in ihren vor Jahrzehnten anerzogenen Automatismus: dass alles aus ihrer Sicht Böse, Falsche und Schlechte, gar gegenüber anderen Kulturen warum-auch-immer Kritische, von Natur aus und per Definition rechts sein muss – und damit ein Erbe des deutschen Nationalsozialismus.

Auch das wurde überdeutlich im letzten Jahr, als das Buch eines SPD-Mitglieds in Deutschland für Furore sorgte: „Deutschland schafft sich ab“. Thilo Sarrazin ist mitnichten ein brauner Fremdenhasser. Doch auch über ihn schütteten die Statthalter der Political Correctness eine ganze Fuhre ihrer ideologischer Gülle aus – als Strafe für den Überbringer der schlechten Nachricht, gegen den sie argumentativ (bis heute) kein einziges Mittel hatten. Tatsächlich ist Sarrazins Buch nichts weiter als der umfangreiche, papiergewordene Beweis für die Lebenserfahrung einer ganzen Generation. Die Wahrheit ist: die meisten, die den Islam kritisch sehen, gar ablehnen, tun dies nicht aus einer irgendwie gearteten, rechtsextremen Gesinnung heraus. Diese Ablehnung ist  reaktiv. Sie resultiert aus den Erfahrungen, die diese Menchen mit den Anhängern des Islam gemacht haben.

Die Ächtung, Verklärung und Beleidigung, mit der all jene – von Wilders bis Sarrazin – medial gestraft werden, die diesen Erfahrungshorizont nachkommender Generationen zu thematisieren wagen, ist in diesem Zusammenhang gar noch das größte Übel: denn sie könnte viele der besagten jungen Menschen früher oder später in wirklich extremistische Gefilde treiben, wenn die Gesellschaft, namentlich Medien und Politik, auch weiterhin eine nüchterne und sachliche Auseinandersetzung zu den Problemen der Multikulti-Gesellschaft mit infantlien Beschimpfungen wie „Hetzer“ und „Islamhasser“ zu unterdrücken versucht.

 

13 Comments »

  1. Ralf Uhlemann 10. November 2011 at 16:05 - Reply

    Alles rechts der CDU-SPD ist braun also nationalsozialistisch. Da müssen seltsame Wundertüten im Spiegel Büro herumgehen damit solche Aussagen möglich werden 🙂
    Dieser Online Artikel ist der aktuelle journalistische Tiefpunkt dieses Blattes. Nur, wenn die politische Konkurrenz Gift und Galle speit, muss man (wir) etwas richtig gemacht haben.

  2. Bürgermeister Hansen 10. November 2011 at 16:25 - Reply

    Gerade in Zusammenhang mit dem gestrigen Gedenken an die Reichsprogromnacht sollte man sich die Frage stellen: Was war der Grund, dass diese Verbrechen möglich wurden?
    Meine Vermutung: Political Correctness!

  3. Querfrau 10. November 2011 at 17:42 - Reply

    Komisch.
    Ein Artikel welcher einer übertriebene „Rechte Gefahr“ zeichnet wird kommentiert von einem Rechten der eine übertriebene „Linke Gefahr“ zeichnet.
    Welch Ironie.

    Die politisch desinteressierte Masse zuckt mit den Schultern.

  4. the_critical 10. November 2011 at 19:37 - Reply

    Das unterschreib ich sofort! Und weil die politisch korrekten nie zuhören, radikalisieren sich einzelne, um sich Gehör zu verschaffen. Denn wenn man die Tat von Breivik mit der gleichen political Correctness zerpflücken würde, wie die eines anatolischen U-Bahngangsters, dann sind die linken Sozis Schuld.

    • Michael Siebel 11. November 2011 at 10:23 - Reply

      Stimmt auffallend. Denn sie wissen nicht, was sie tun.

  5. cicero 10. November 2011 at 19:46 - Reply

    Das Interessante ist ja, dass die Kommentare der Spiegel-Leser zeigen, dass auch dort die Erkenntnis der Realität angekommen ist. Und die Leser des Spiegel wissen sehr wohl zu differenzieren. Sie beklagen sich z.B., dass Wilders mit Le Pen in einen Topf geworfen wird. Manchmal bringt der Spiegel auch vernünftige Artikel. Deshalb lautet der Schluss: Diese Pauschalverurteilungsartikel sind gar nicht Produkte verklemmten Denkens, sondern sie sind gezielte Propaganda! Die glauben selber nicht dran, schreiben es aber trotzdem, weil sie ein Ziel damit verfolgen.

    • Lettre 11. November 2011 at 00:50 - Reply

      Und sperren die Kommentarfunktion ganz schnell. Weil die Kommentare sich nicht so entwickelt haben, wie erhofft.

      Der Artikel im SPON war eigentlich hetzerisch.

      • Querfrau 11. November 2011 at 07:58 - Reply

        Der Artikel wurde bei PI & CO. verlinkt. Was sollte da raus kommen? Eine ausgewogene Diskussion?

        Das glaubt ihr wohl selbst nicht.
        Ein Kommentarbereich der bei PI & Co. verlinkt wird, entwickelt sich zu einem PI-Kommentarbereich. Das heisst: Kot-Niveau und kindisches Gekeife bis zu offener Hetze. Das kann man sich nur erlauben wenn man sich hinter einem türkischen Domaininhaber mit Webspace in den USA versteckt.

  6. WahrerSozialDemokrat 11. November 2011 at 11:18 - Reply

    Da ist er! Der Frank Furter den ich mag!

  7. Kunibert v. Krötenschreck 12. November 2011 at 19:31 - Reply

    Ich war von 1968-2000 SPIEGEL-Leser und von 1976-1986 DKP-Mitglied. Ich habe den ganzen linken Scheiß selbst vertreten. Doch wer Augen im Kopf hat und nicht in einem Hochhaus arbeitet, kann die Realität auf unseren Straßen nicht mehr übersehen. Die Privilegierten in den Redaktionen unserer Presse sind blind oder heucheln, weil sie sich und ihren 1968er Eltern nicht eingestehen können, dass sie sich ihr Leben lang selbst betrogen habent. Ewig kann das aber nicht so weitergehen.

  8. DrBakterion 14. November 2011 at 00:15 - Reply

    Ach Frank Furter, gut dich hier wiedergefunden zu haben. PI ist nur noch reine Gewohnheit… Solche Artikel, die ich beim Lesen mit einem stetigen zustimmenden Kopfnicken begleite, fehlen mir.

    Der Artikel gibt meine Erfahrungen wieder, humanistischen Erziehung genossen (Mutter Sozialpädagogin, lol) und behütet vom homogenen Gymnasium aus betrachtet, schien Multikulti natürlich ne klasse Sache zu sein. Wieso sollte ich auch etwas gegen Menschen aus anderen Kulturen haben, ich bin ja neugierig und aufgeschlossen und die haben immer was zu erzählen/kochen. Hatte hier in meine Studenten-WG schon Slowaken, Engländer, Franzosen, Polen und eine Kanadische Japanerin wohnen. War mal mit einer Halbitalienerin und Vietnamesin zusammen…

    Aber abends zu Jugendzeiten, in freier Wildbahn wurde man schon stutzig, wenn man immer wieder an ein bestimmtes Klientel ohne Anlass (und natürlich immer in Überzahl) gerät. Ganz egal in welcher Stadt ich meine Kindheit und Jugend auch verbrachte ob Mainz, Mannheim, Ulm, noch schlimmer Neu-Ulm und nun München und Freising. Es waren immer die selben Leute: junge und männliche Moslems, basta! Eine Binsenweisheit bei den U30gern. Wobei ich sagen muss, dass mit zunehmenden Alter, die Belästigungen und Rangeleien schwinden, daher meine ich:
    Ü40 Multikulturalisten haben eine Wahrnehmungsstörung.

  9. Felix Strüning 14. November 2011 at 16:07 - Reply

    Einen etwas sachlicheren Kommentar als den Spiegelartikel zu der Studie gibt es jetzt hier bei Citizen Times.

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