Vom Ende des Euros wie wir ihn kannten

8. November 2011 0

Hans-Olaf Henkel über Griechenland, den Euro und die D-Mark

Griechenland dürfe nicht aus dem Euro geworfen werden, stattdessen müsse sich Deutschland finanzpolitisch endlich von Frankreich lossagen, warnte Hans-Olaf Henkel heute in einem Exklusiv-Interview mit dem Magazin Citizen Times. Ansonsten sei nicht nur ein Sturm auf die Banken zu befürchten, sondern auch der finanzielle Zusammenbruch von Irland, Portugal, Spanien und letzten Endes auch Italien.

Hans-Olaf Henkel in seinem Berliner Büro der "Bank of America"

Während sich die Ereignisse der politischen Euro-Rettung Tag für Tag überschlagen, forderte der Ex-BDI-Chef die Mitglieder der FDP zur Unterstützung von Euro-Rebell Frank Schäffler auf. Nur so könne man die Rettungs-Orgie beenden und den drohenden Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verhindern. Im Gespräch mit Citizen Times erklärte Henkel, einst einer der großen Befürworter des Euros, dass er zu der Überzeugung gekommen sei, eine Währung müsse die Kultur von Ländern reflektieren – und dass sich nicht umgekehrt unterschiedliche Kulturen nach einer Währung zu richten hätten. Die Unionswährung sei als Hebel zur politischen Union Europas grandios gescheitert.

Sein Modell des Südeuros und Nordeuros erläuternd, gab Henkel zu, dass man theoretisch auch zur D-Mark zurückkehren könne, dass er sich diese Forderung aber nicht zu stellen getraut habe. Außerdem sehe er im Währungsverbund zwischen Deutschland, Österreich, Finnland und Holland keine Probleme, wie sie jetzt den Einheitseuro beträfen. Den Aufwertungsdruck, den ein starker Nordeuro mit sich brächte, begrüßte Henkel indes als wichtiges Druckmittel für die deutsche Industrie zu Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Am morgigen Mittwoch erscheint der zweite Teil des Interviews, in dem Henkel sich zur Zukunft der FDP äußert und die Chancen für die Neugründung einer Henkel-Partei abwägt.

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