Brief an Ströbele

6. November 2011 1

Satire: Die Politik geht vor die Hunde

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele (2010)

Hallo Christian Ströbele!

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an mich. Wir waren zu Beginn der 80er Jahre in der taz aktiv. Du hast die hübschen Redakteurinnen abgegrast und ich habe die wild wuchernden Pflanzen begossen.

Weißt Du noch, wie eines morgens sich alle Redakteurinnen die Blusen vom Leib gerissen und sich barbusig in der Redaktionskonferenz breit gemacht haben? Nur, weil irgendein Layouter heimlich die Druckplatten ausgetauscht hatte und daraufhin eine Pornoseite in der taz erschienen ist. Mir hat das damals die Schamesröte auf die Backen getrieben, Du hast nur gegrinst, für Dich war der Anblick ja auch nichts Neues.

Du bist ja inzwischen wirklich groß rausgekommen, bist Politiker geworden und fährst Fahrrad. Herzlichen Glückwunsch.

Und vielen Dank auch, dass Du diesem blöden Land mit seinen blöden Menschen dieses Multikulti-Ding übergebraten hast. Etwas besseres hätte Deutschland nicht passieren können.

Dank Deines Engagement ist Kreuzberg richtig aufgeblüht. Die durchgeknallten Schwuchteln und Tunten haben das Weite gesucht – aus Angst, an einem der vielen Baukräne aufgehängt zu werden. Die meisten Currywurstbuden mit diesem ekeligen Schweinefleisch haben dicht gemacht, stattdessen schreien die gequälten Seelen der geschächteten Rinder an jeder Ecke durch die graffitibeschmierten Häuserfluchten. Aber Du warst ja immer ein Fan der spontanen Kunst.

Die Radfahrer haben den Krieg auf den Straßen gewonnen, auch dazu hast du mit beigetragen. Allein dafür gebührt Dir als Dank die goldene Luftpumpe des ADFC.

Die alten Geschäfte sind übernommen worden, nun blenden uns nicht mehr die alt-deutschen Schriften in den Schaufenstern. Stattdessen locken uns malerische Zeichen zum Kauf von Obst und Gemüse und dem köstlichen Halal-Fleisch.

Gut auch, dass Du dafür gesorgt hast, dass unsere jungen Männer – schließlich alles Weicheier – mal so richtig Druck kriegen. Ich meine nicht den Druck aus der Spritze. Ich meine den Druck in den U-Bahnhöfen, wenn sie ans Messer geliefert werden. Was bilden sie sich auch ein, setzen sich einfach auf eine Bank und telefonieren mit diesen bescheuerten iPhones. Immer auf die Mütze, richtig so, lieber Christian!

Du hast ja mit Deinem Multikulti-Angriffskrieg, Allah sei dank, dem bunten Treiben in Kreuzberg ein Ende gesetzt. Punks, Hippies und Hausbesetzis sind geflüchtet, stattdessen zieht nun ein Grauschleier durch den ehemals so lebendigen Kiez. Perfekt, schließlich muss irgendwann auch hier mal Schluss mit lustig sein.

Immer mehr unreine Wesen wie die Ureinwohner und die Hunde verlassen, dank Deines Einflusses winselnd Deinen Bezirk. Auch das ist gut so. Wer will schon mit seinem Verkehrsmittel durch braunen Dreck radeln.

Eine kleine Bitte hätte ich dann aber doch noch: Bitte bringe die letzten noch tanzenden Kirchglocken zum Schweigen. Wer will so ein heuchlerisches Gebimmel überhaupt noch hören? Außerdem beleidigt das die Atheisten und Strenggläubigen gleichermaßen.

Im Gegensatz zu mir verstehst Du die neue Sprache der Straße, da bin ich richtig neidisch. Mein Türkisch und Arabisch hält sich in Grenzen, Du kannst bestimmt den Koran auswendig, ich meine den Original-Koran, nicht irgendso eine falsche, deutsche Übersetzung.

Aber ich kenne Dich, Du Schlawiner. Dir war es immer schon wichtig, dass Dir die Frauen hinterherlaufen. Und das müssen sie in Kreuzberg fast alle – schon aus religiösen Gründen.

Vielleicht freut es Dich, zu hören, dass der UN-Flüchtlingsrat beschlossen hat, 134.000 afrikanische Buschmänner nach Kreuzberg zu importieren. Dann kannst du auch endlich mal die Hosen runter lassen!

One Comment »

  1. B. Stöger 10. November 2011 at 20:03 - Reply

    Der Ströbele – tja – so ein „Hund“ – mir hat nur noch die Anti-Mac-Aktion gefehlt –

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