Iran wieder im Fokus

3. November 2011 0

USA und Grossbritannien bereiten Militäreinsätze vor

Wie Spiegel-Online berichtet, nimmt in den USA und in Grossbritannien die Sorge bezüglich des iranischen Atomprogramms zu. In den nächsten Wochen wird ein aktualisierter Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erwartet, der möglicherweise neue Beweise für ein geheimes Nuklearwaffenprogramm der Regierung in Teheran enthält. Die iranischen Anlagen zur Urananreicherung wurden im vergangenen Jahr durch den Angriff des Computervirus Stuxnet außer Kraft gesetzt, sollen aber mittlerweile wieder funktionstüchtig sein.

Ziviles Atomprogramm nur zur Tarnung

Besonders groß ist freilich die Sorge in Israel, das in relativer Reichweite zum Iran liegt und wohl das erste Ziel eines iranischen Nuklearschlags wäre. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in der Vergangenheit häufiger seinen Hass auf Isreal zum Ausdruck gebracht. Die isrealische Armee testete erst kürzlich eine atomwaffenfähige Rakete mit großer Reichweite, was die Iraner wiederum erzürnte. Offiziell zählt Israel nicht zu den Atommächten. Es gilt in Fachkreisen jedoch als hochwahrscheinlich, dass auch Israel über Nuklearwaffen verfügt.

Einem Bericht des Guardian zufolge, der auf Quellen im britischen Verteidigungsministerium beruht, bereitet sich London derweil bereits auf einen möglichen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen vor. Bislang gilt ein solches Szenario als unwahrscheinlich, da US-Präsident Obama nach der gerade halbwegs überstandenen Krise in Syrien sicher nicht an neuen Kriegsschauplätzen gelegen ist. Doch gehen zunehmend viele Sicherheitsexperten davon aus, dass die Iraner ihr ziviles Atomprogramm nur zur Tarnung ins Leben gerufen haben, um heimlich Nuklearwaffen zu entwickeln. „Daher müssen wir mit einer Anfrage rechnen, einen Beitrag zu leisten“, zitiert der Guardian einen anonymen Informanten aus Regierungsquellen. „Wir dachten, das hätte Zeit bis nach den US-Wahlen im nächsten Jahr, aber jetzt sind wir nicht mehr so sicher“.

Druck auf Obama würde sich erhöhen

Sollten sich die Hinweise konkretisieren, dass der Iran tatsächlich an der Entwicklung von Nuklearwaffen arbeitet, würde dies den Handlungsdruck auf US Präsident Obama immens erhöhen. Denn im anstehenden Wahlkampf um die Präsidentschaft könnte ein zu lascher Umgang mit dieser offensichtlichen Bedrohung als Schwäche gewertet werden. Zudem gilt es als sehr wahrscheinlich, dass der iranische Geheimdienst hinter dem vor kurzem gescheiterten Attentat auf den Saudi-Arabischen Botschafter in Washington steckt.

Am Wochenende wurde bekannt, dass die US-Armee erwägt, zusätzliche Kriegsschiffe in den persischen Golf zu entsenden. Auch die britische Regierung bereitet sich nun allem Anschein nach auf einen Angriff vor. Israel ist ohnehin in ständiger Bereitschaft, was angesichts der regelmäßigen verbalen Attacken aus Teheran nicht verwundert. Eine Eskalation der Lage scheint also längst nicht abwegig. Zumindest nicht, so lange im Iran ein Diktator wütet, dessen Hass offensichtlich und dessen Pläne undurchschaubar sind.

 

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