Der Koran und der Hund – eine wahre Geschichte

30. Oktober 2011 1

Kolumne: Die Politik geht vor die Hunde

Ich war gestern mal wieder in Neukölln, meinen Freund Ali auf ein Glas Tee besuchen. Ich kenne ihn schon über dreißig Jahre lang. Wir haben früher viele lustige Sachen erlebt. Ali verkauft immer noch gebrauchte Kühlschränke in seine Heimat. Damals habe ich ihm die Kühlschränke in Neukölln besorgt.

In den 80er Jahren habe ich ihn einmal in seine Heimat begleitet. Mein erster Besuch in der Türkei. Schönes Land, liebe Leute. Ich war dort, bevor der All-Inclusive-Tourismus die türkische Ägäis vergewaltigen konnte. Es war ein höchst interessanter Besuch. Das Fenster in meinem Hotelzimmer war nur wenige Zentimeter von einer Moschee entfernt – und natürlich immer offen. Schließlich ist es heiß in der Türkei.

Am ersten Morgen, so gegen 4 Uhr holte mich ein – für mich damals noch sehr fremdartiger Sing-Sang aus dem Bett. Der Muezzin rief zum Morgengebet und ich kratzte mit den Fingernägeln an der Tapete herum. Aber ich war neugierig. Und so bat ich meinen Freund Ali um Aufklärung. Ali lachte nur: „Das ist irgendso ein altmodischer religiöser Kram. Keine Ahnung, was das soll, aber ich kenne Leute, die wissen mehr.“

Ali verkaufte weiter seine Kühlschränke. Ich traf mich mit einigen graubärtigen Religionslehrern und Koranschülern (wie man mir erklärte) in einem Café. Sehr nette Leute, zuvorkommend, gastfreundlich und in weiße Tücher gekleidet. Man gab mir schwarzen Tee, etwas zum Knabbern und eine Einweisung in den Koran.

Das mit den 77 Jungfrauen, die im Himmel warten hat mir am besten gefallen. Damals. Ali hat mich deswegen ausgelacht: „Die schaffst Du doch gar nicht, Du schlaffe Nudel!“

Aber nach der dritten Sitzung ging es dann allmählich ins Eingemachte. Die netten Herren erklärten mir an diesem Abend, dass Allah in allen Wesen und Dingen dieser Erde stecken würde. In den Menschen, ja sogar in den Teppichen, die ein befreundeter Händler mir zu einem unglaublich günstigen Preis anbieten könne.

Das klang doch gar nicht mal schlecht. In diesem Moment lief ein dreibeiniger Hund vorbei. Ich wies mit dem Finger auf ihn und fragte: „Steckt in diesem Hund ebenfalls Allah?“

Nur wenige Augenblicke fand ich mich wieder, an einem Laternenpfahl gebunden. Man hatte mir ein Schild umgehängt: „Vollidiot“ stand drauf. Ali hatte mir das übersetzt, nachdem er mich wenige Stunden später lachend befreite.

Ich fand das natürlich nicht so lustig. Stinksauer habe ich am nächsten Tag während des Morgengebets, sämtliche Puschen, die ordentlich in Reih und Glied vor einer Moschee aufgereiht waren, in eine Plastiktüte gesteckt und ins Meer geworfen.

Den dreibeinigen Hund habe ich nicht mehr wiedergesehen, dafür habe ich mir einige Jahre später eine vierbeinige Hündin angeschafft. Die Idee, dass Gott in allen Geschöpfen dieser Erde wohnt, fand ich als Christ einfach unwiderstehlich. Ali hat meiner Hündin gestern ein Stück von seinem Kebab abgegeben.

One Comment »

  1. Jens 7. November 2011 at 15:37 - Reply

    Lieber Thomas, das mit den !72! Jungfrauen muß man Dir nochmal erklären. Es gibt dazu zwei Lehrmeinungen:

    1. Die muslimischen Jungfrauen in Mohammeds (Allah sei gepriesen) Paradies haben selbstverständlich muslimische Brüder und COusins, die wachsam sind. Da kommt natürlich auch ein Märtyrer nicht ran.

    2. Die überlieferte Zahl 72 (zweiundsiebzig) ist zwar prinzipiell richtig, allerdings ist das nicht die Anzahl der Jungfrauen, sondern das Alter der einzigen, im Paradies weilenden Jungfrau, die allen Märtyren zur Verfügung stehen muß.

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