Der Islam muss Verantwortung übernehmen

24. Oktober 2011 1

Kolumne: Ordnung muss sein

Die gesellschaftliche Verantwortung islamischer Verbände lässt schon wirklich zu wünschen übrig: In den Gelben Seiten habe ich bisher noch kein Frauenhaus für muslimische Mädchen gefunden, das auch von einem islamischen Verein getragen wird. Keine Berliner Moschee bietet ein Aussteigerprogramm für Salafisten an.

Dabei sind radikalisierte Jugendliche, Zwangsehen und Ehrenmorde mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und deswegen werden sie auch nahezu täglich debattiert. Islamische Verbände ziehen daraus keine Konsequenzen: Im Gegenteil, diese Probleme werden auf staatliche Institutionen verschoben, beschönigt oder gar geleugnet. Noch nie habe ich vernommen, dass islamische Verbände gar auch nur geplant hätten, ein Frauenhaus für verprügelte Frauen einzurichten.

Stattdessen appellierte Kenan Kolat im Jahr 2009 dafür, einen islamischen Feiertag für alle muslimischen Schüler einzuführen – dies sei ein Zeichen von Toleranz. Das ist ein schwerwiegender Vorwurf, denn wer Toleranz fordert, der scheint sie zu vermissen.

Beschweren sich noch weitere religiöse Minderheiten über fehlende Toleranz? Zumindest haben sich bisher weder Buddhisten noch Hindus dahingehend geäußert, dass es ihnen an Toleranz fehlen würde. Auch haben Sie bisher noch keine eigenen Gebetsräume für sich beantragt, wie es der 16jährige Yussuf vom Weddinger Diesterweg-Gymnasiums jetzt in dritter Instanz vor dem Bundesverwaltungsgericht versucht.

Überhaupt scheint das Toleranzgefühl einiger islamischer Verbände sehr einseitig ausgeprägt zu sein. Geht es darum, etwas zu beanspruchen, das ihnen nützt, beruft man sich auf eine sehr weite Auslegung der Religionsfreiheit. Geht es darum, andere ebenfalls grundgesetzlich geschützte Werte zu verteidigen und zu vertreten – wie die Gleichheit der Frau, die Meinungs- und Pressefreiheit, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die freie Wahl des Berufs und so weiter – unterliegen diese sehr starken Einschränkungen.

So finden es einige islamische Verbände ja schon unerträglich, ja, es wird als persönliche Kränkung empfunden, wenn Teddybären in Afrika Mohammed genannt werden. Es hat sich aber kein Buddhist auf dieser Welt aufgeregt, eine Botschaft gestürmt, Minderheiten verfolgt oder sich gar in die Luft gesprengt, als in einem Kinofilm ein Hund Buddha hieß. Wäre der Kino-Hund Mohammed genannt worden, wären sicherlich aufgebrachte Muslime gegen den Produzenten, die Produktionsfirma und gegen alle Kinos vorgegangen, die es gewagt hätten, den Film auszustrahlen.

Nein, diese Ausführungen sind nicht witzig. Sie sind nicht polemisch, sie sind auch nicht Ausdruck einer Islamfeindlichkeit und erst recht keines Rassismus, sondern nur eine Kritik an einer religiösen, kulturellen und politischen Ideologie, die Menschen dazu treibt, sich und ihren Propheten durch Gewalt vor Kritik zu schützen. Es ist die Kritik an Menschen, die die ihre religiöse Identität und damit ihre persönliche Ehre mit Gewalt verteidigen müssen. Was soll man auch machen, wenn man sonst nichts hat? Aber jede Ideologie ist der Kritik zugänglich, auch der Islam.

Statt also einen islamischen Feiertag zu verlangen oder die Einschränkung der Grillfreiheit im Berliner Tiergarten zu kritisieren, würde ich mir wünschen, dass es in allen Großstädten Zufluchtsorte für muslimische Frauen gibt, die durch ihre Väter, Ehemänner, Brüder, Cousins, Onkel und alle anderen Familienmitglieder verfolgt, misshandelt und verschleppt werden.

Der Islam muss gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und die islamischen Verbände in Deutschland müssen sich offen, ehrlich und transparent mit den dunklen Seiten des Islams auseinandersetzen.

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