Von Partizipation und Integration

10. Oktober 2011 1

Kolumne: Ordnung muss sein

Vor einiger Zeit las ich in einem Internetblog, Integrationsprobleme seien „gesamtgesellschaftliche Probleme“. Dieser pauschale Rundumschlag ist aus vielerlei Gründen absurd.

Integrationsprobleme sind Probleme des Individuums, das sich in eine Gesellschaft nicht erfolgreich integriert hat. Hinsichtlich des Könnens hat die Gesellschaft den klaren und den eindeutigen Auftrag, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und auch zu erhalten. Aber angesichts der Masse erfolgreich wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch integrierter Migranten und deren Nachkommen, kann wohl kaum behauptet werden, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht die notwendigen Chancen bieten würden. Diese Rahmenbedingungen sind allgemein gültig und für alle Mitglieder einer Gesellschaft gleich. Die Integrationspolitik eines Landes hat und muss sich insofern nicht an den besonderen Wünschen irgendeiner Migrantengruppe anpassen.

Hinsichtlich der Integrationsbereitschaft müssen aber starke Unterschiede zwischen einzelnen Migratengruppen festgestellt werden: Nach der Studie Muslime in Deutschland des Bundesministeriums des Inneren aus dem Jahr 2007 gelten 40 Prozent der befragten Muslime als religiös-fundamental orientiert. Diese Zahl steigt, je jünger die Befragten werden. Religiös-fundamental orientierte Muslime weisen beispielsweise eine starke Intoleranz gegenüber anderen Religionen auf und zeigen eine gewisse Distanzierung zur Demokratie. Diese Gruppe zeichnet sich darüber hinaus durch einen sehr geringen Willen zur Integration und eine sehr geringe Akzeptanz westlicher Werte aus. Weitere Ausführungen erspare ich mir an dieser Stelle.

Diesen Mangel am Integrationswillen versucht man nun in Berlin durch gesetzliche „Partizipation“, also Teilhabe und Gestaltung der Gesellschaft zu kompensieren. Das Wort Partizipation ist übrigens dem linken Flügel der Berliner SPD besonders heilig. Die notwendigen Voraussetzungen zur Teilhabe und damit zur Gestaltung der Gesellschaft zu schaffen, trägt aber jedes Gesellschaftsmitglied selber.

Um an der Gesellschaft teilzunehmen – vorausgesetzt es ist keine Parallelgesellschaft – müssen beispielsweise einfache sprachliche Fertigkeiten beherrscht werden. Es ist Sache des einzelnen Mitglieds dieser Gesellschaft die deutsche Sprache zu erlernen, um sich so im alltäglichen Leben zurechtzufinden. Wo das Elternhaus versagt, sei es durch eine klare Verweigerungshaltung oder schlichtweg durch die Unfähigkeit seinem Kind ordentlich die deutsche Sprache beizubringen, muss die Gesellschaft und damit der Staat zwangsweise kompensierend – beispielsweise durch eine Kitapflicht – tätig werden. Lehrbücher zur deutschen Sprache sind in fast jedem großen Buchhandel käuflich zu erwerben. Man braucht nur 10 Euro, Zeit und den notwendigen Willen. Wer selber nicht die notwendigen Voraussetzungen zur gesellschaftlichen Partizipation aufbringt, darf nicht weiter erwarten, dass ihm die Gesellschaft entgegen kommt.

Die gerade von linken Verbänden betriebene Stigmatisierung der Muslime trägt ebenfalls wenig zur erfolgreichen Integration dieser Menschen bei. Ihnen wird unentwegt die Nachricht vermittelt, sie würden von anderen Teilen der Gesellschaft zu „Sündenböcken“ erklärt, die Schuld seien an allen möglichen Problemen. Doch diese Argumentation ist schlichtweg eine islamistische. Auch Islamisten vermitteln ihren Anhängern, sie würden zu einer globalen Opfergemeinschaft gehören, die überall Unterdrückungen und Ungleichbehandlungen ausgesetzt seien. Sie berauben diese Menschen ihrer notwendigen und auf Selbstbestimmung ausgerichteten Lebenseinstellung und leisten so der Argumentation fundamentalistischer Muslime Vorschub. Diesen Effekt verstärken sie dadurch, dass sie die Muslime in eine selbst erfundene Opferrolle drängen, um sich dann auch noch in widerwärtiger Weise als Schutzpatronen dieser aufführen können. Doch der überwiegende Teil der muslimischen Bevölkerung Berlins wird niemanden brauchen, der sich als ungerufener Retter aufspielt.

One Comment »

  1. Rentner 13. Oktober 2011 at 10:05 - Reply

    Leider vergisst die Politik die politische Komponente des Islam und die Dogmen, die dahinter stehen. Dazu gehört auch der BP Wulff. Nur in einer Opferrolle zu verharren, sollte nicht zum Tagesgeschäft erkoren werden. Der diese Probleme des Islam gut formuliert hatte, war Zafer Senocak, ein in Berlin lebender Schriftsteller, in Ankara geboren.
    Es fehlt die Bereitschaft zur Kritik der eigenen Traditionen.Muslime verurteilen Morde. Aber sie erkennen in dem Terror kein Grundproblem ihres Glaubens.Kaum ein islamischer Geistlicher, geschweige denn ein frommer Laie ist willens und in der Lage, das Kernproblem in der Denkstruktur des eigenen Glaubens zu sehen.Muslime fühlen sich heutzutage schnell attackiert. Sie haben das Gefühl, in einer permanenten Verteidigungshaltung ausharren zu müssen. Das schweißt sie zusammen und erschwert die kritische Selbstbetrachtung. Diese Geisteshaltung entfremdet die Muslime zunehmend von ihrer Umgebung. Sie macht aus ihnen eine Art verschworener Gemeinschaft, die in den Augen anderer zunehmend als gefährlich eingestuft wird.Der Islam in seiner gegenwärtigen Verfassung polarisiert nicht nur die Meinungen, er sorgt inzwischen auch für ein Klima, in dem der Rechtsstaat bedroht ist.Dieses neue Selbstbewußtsein der Muslime führt keineswegs zu der erwünschten gesellschaftlichen Integration, sondern in den direkten Konflikt mit der Mehrheitsgesellschaft. Denn nicht selten nutzen radikale Muslime die Toleranz und die Werte- und Meinungsfreiheit aus, um letztendlich dagegen zu agieren. Ein solches Verhalten muß unterbunden werden, wenn wir unsere Demokratien erhalten wollen.
    Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden !!

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