Vom Egoismus der Linken

28. August 2011 0

Kolumne: Ansichten und Einblicke aus Berlin

Je mehr ich mich mit Politik beschäftige, desto unverständlicher wird mir die linke Ideologie. Es gibt kaum etwas Unlogischeres. So wirbt die SED, pardon, die Linkspartei derzeit in Berlin mit einem Plakat mit Wirtschaftssenator Harald Wolf. Er sagt darauf: „Berlin boomt. Alle sollen was davon haben!“ Berlin boomt? Wäre mir neu. Außer vielleicht mit Kriminalität und Arbeitslosigkeit. Berlin geht es wirtschaftlich nicht gut, machen wir uns doch nichts vor. Ohne den Länderfinanzausgleich wären wir längst pleite. Der einzige Finanzsenator, der die Hauptstadt nach der Wende mit einem ausgeglichenen Haushalt geführt hat, war Thilo Sarrazin.

Tatsächlich boomt ein Teil der Berliner Wirtschaft und es könnte noch viel mehr sein, hätte man nicht beispielsweise vor einigen Jahren die Ansiedlung von BMW in Pankow und damit 3.000 Arbeitsplätze verhindert. Nun kommt also der linke Wirtschaftssenator und will denjenigen, die unter diesen erschwerten Bedingungen noch Geld verdienen, dieses wieder wegnehmen und an die Faulen verteilen? Ja geht’s noch? Dass Bedürftigen geholfen wird, ist selbstverständlich und findet sich schon lange vor der Etablierung unserer modernen Wohlfahrtsstaaten. Aber im großen Stil das Geld von den Fleißigen weg zu den Unwilligen umzuverteilen ist nicht nur ungerecht. Es nimmt auch noch die Lust am Fleißigsein. Denn wofür, wenn man der eigenen Hände Arbeit nicht behalten darf?

Schon bei der Bundestagswahl 2009 forderte die Linkspartei auf ihren Plakaten „Reichtum für alle“. So unsinnig es ist, den schon mit allen möglichen Transferleistungen Alimentierten noch mehr von etwas anzubieten, was es gar nicht mehr gibt, so trickreich war der offensichtliche Finanzierungsplan der Linken dafür. Denn auf einem anderen Plakat stand dann: „Reichtum besteuern“. Nur zusammen sah man die beiden Plakate natürlich nicht, denn dann hätte auch der letzte Hartz-IV‘ler ja kapiert, dass die Linken ihm den Reichtum dann gleich wieder wegnehmen wollen. Und dann wäre es noch enger geworden beim Wahlergebnis für Die Linke. Und vielleicht wäre dann auch mal wieder die Frage aufgekommen, wo all die SED-Millionen nach der Wende hingekommen sind. An die Bedürftigen wurden sie jedenfalls nicht verteilt.

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