Spießrutenlauf für Sarrazin

15. Juli 2011 3

Thilo Sarrazin spaziert mit dem ZDF-Magazin „Aspekte“ durch Kreuzberg

In einem Schlagabtausch mit einem Bürger, offenbar kein deutscher Staatsbürger, poltert Thilo Sarrazin: „Benimm dich mal vernünftig. Du bist hier in einem anderen Land. Benimm dich doch erst mal ordentlich.“ Der PASSANT entgegnet ihm, dass er hier lebe und er sich nicht von Sarrazin beleidigen lässt. Sarrazin beendet die Auseinandersetzung: „Grotten schlecht. Dich kann man gar nicht mehr beleidigen.“

Thilo Sarrazin steht gemeinsam mit der türkischstämmigen Autorin Güner Yasemin Balci (Arabboy) an diesem Dienstnachmittag im kurzärmligen blauen Hemd auf der Kreuzberger Adalbertstraße – nahe dem Bahnhof Kottbusser Tor. Die Sonne strahlt. Die Brille hat er sich gerade zurechtgerückt. Sie betreten das türkische Restaurant Hasir.

Die Leitung des Restaurants weigert sich die Bestellungen des Teams und Sarrazins entgegenzunehmen. Die Aussagen des ehemaligen Bundesbankers seien „ausgrenzend und erniedrigend“ gewesen, wird der Geschäftsführer später der türkischen Tageszeitung Hürriyet sagen. Vor dem Restaurant skandiert eine kleine Gruppe „Rassist Sarrazin, hau ab!“

Einer aus der Gruppe fordert Sarrazin dazu auf, rauszukommen, schließlich bräuchte er keine Angst vor Ihnen zu haben. Eine junge Frau wirft Sarrazin vor, er habe in seinem Buch soziale Probleme ethnisiert. Dem widerspricht Sarrazin, wirft ihr vor, sein Buch nicht gelesen zu haben: „Ich habe keine Angst vor Ihnen. Ihnen gegenüber empfinde ich nur Verachtung.“

Daraufhin geht es an den türkischen Markt am Maybachufer. Sarrazin war hier schon lange nicht mehr hier, zum letzten Mal 1998, erinnert er sich. Im Gespräch fordert ein Händler Sarrazin dazu auf, sich in der Neuköllner Sonnenallee umzusehen. Dort seien viele Türken und Araber selbstständig. Sarrazin verweist auf Statistiken, wonach rund 40 Prozent der Türken und Araber in Berlin Hartz-IV beziehen. Dem Einwand des Händlers, dass auch viele deutsche Hartz IV beziehen, entgegnet Sarrazin: „Weniger als die Hälfte.“ Er weist darauf hin, dass sein Gesprächspartner offenbar nicht in der Lage sei, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen, nachzudenken und sich selbst zu fragen, worin die Ursachen für diese Zahlen liegen.

Ein anderer Händler wirft Sarrazin Pauschalisierung vor: „Schauen Sie sich auf dem Markt um. Was ist so schlimm an Ausländern?“ Ein polnischer Kollege greift ein: „Sarrazin hat doch recht!“ Sarrazin entgegnet, er habe nie von Ausländern gesprochen: „Polen sind anders als Türken. Die beziehen weniger Hartz-IV.“

„Wer hier arbeitet ist mir doch willkommen und hat meinen Respekt.“

Selbst der mit der anatolischen Gemeinde der Aleviten geplante Termin platzt. Vor deren Kulturzentrum skandiert eine Gruppe „Hau ab, hau ab“, als sich Sarrazin mit dem Fernsehteam nähert. Der Vorsitzende liest einer Erklärung vor, mit der er erklärt, dass der Termin seitens der Gemeinde abgesagt sei. Als Begründung führt der Sprecher an, man befürchte, dass nicht wie ursprünglich gedacht, die Auseinandersetzung mit der Arbeit der alevitischen Gemeinde im Vordergrund stehen würde. Nachdem die Erklärung verlesen ist, applaudiert die Gruppe und ruft weiter „Hau ab, hau ab!“ Sarrazin wendet sich an den Sprecher mit den Worten: „Sie tun sich damit keinen Gefallen. Damit bestätigen sie Vorurteile.“ An die Gruppe gerichtet fügt er hinzu: „Auf diese Weise bestätigen sie Vorurteile. Sie sind keine Demokraten.“ Die Antwort der Demonstranten ist genauso klar: „Sarrazin muss raus aus Kreuzberg.“

Das ZDF plant den Beitrag in seiner Aspekte-Sendung am Freitag, 22. Juli 2011, 23:15 Uhr auszustrahlen.

3 Comments »

  1. Dodo 15. Juli 2011 at 23:38 - Reply

    Ich habe die zwei Videos zu diesem Thema auf pi-news gesehen.
    Gruselig, da steht doch wirklich der türkische Gast, da er keine deutsche Staatsbürgerschaft hat ist er nunmal Gast in unserem Land, dort in Kreuzberg auf der Straße und sagt Thilo Sarrazin habe dort nichts zu suchen.
    Ja hallo? Wo leben wir denn? Das ist ja wohl eine bodenlose Frechheit und ich denke, daß viele ebensolcher Gäste in unserem Land denken, daß wir Deutschen (nicht nur Sarrazin) dort nichts zu suchen haben.
    Wir werden wirklich Fremde im eigenen Land wenn da nicht langsam was passiert.
    Ich habe Angst um meine Enkel und hoffe, daß es noch nicht zu spät ist etwas zu ändern.

  2. W. Riesebieter 16. Juli 2011 at 08:27 - Reply

    Hoffentlich wird Erdogan von den im Zuwanderungsland noch anwesenden Biodeutschen beim nächsten Besuch in Deutschland genau so begrüßt, nämlich „Hau ab Erdogan“.

  3. P.Bähr 16. Juli 2011 at 11:34 - Reply

    Das ist wirklich eine unglaubliche Entwicklung, die wir in unserem eigenen Land erleben.
    Wir werden vertrieben – doch nicht von “Migranten“ wie Polen, Italienern oder Japanern.
    Es sind einzig und allein die “Kulturbereicherer“ aus dem islamischen Kulturkreis.
    Wer sehen will, wie wunderbar die “Religion des Friedens“ ist, der muss sich bloß folgende Videos einmal ansehen und verinnerlichen:
    http://www.youtube.com/watch?v=NQlaEzzwtgo
    http://www.youtube.com/watch?v=LtnQm8tp-yw
    http://www.youtube.com/watch?v=D8evdlTDz4M
    http://www.youtube.com/watch?v=hTheVwj64k8

    Zu verdanken haben wir das dem Altparteienbrei – CDU, SPD, Grüne & Co.
    Wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen, werden wir in nicht einmal 30 Jahren selbst verfolgt werden…und mir braucht niemand zu sagen, dass das nicht passieren kann.
    In Ägypten waren die koptischen Christen einmal in der Mehrheit; sie nahmen die Muslime genauso auf wie wir – mittlerweile werden sie verfolgt, vertrieben und ermordet.
    Die Türkei war auch einmal ein christliches Land; die “Religion des Friedens“ sorgte durch Verfolgung, Mord und Totschlag dafür, dass die Christen (sowie die Andersgläubigen) nur noch eine winzige Minderheit sind.
    Dazu passt ein sehr informatives Interview während einer Demo gegen Christenverfolgung, die in Frankfurt stattfand (darin ist unter anderem der Koptische Bischof für Deutschland, Anba Damian, zu hören):
    http://www.youtube.com/watch?v=RYYz5T99qxc&feature=related
    Eine weitere eindringliche Warnung des Bischofs Damian:
    http://www.youtube.com/watch?v=ySDUna8htto

    Doch was kann man dagegen tun?
    Eigentlich ist es ganz einfach: Wir müssen für unsere Werte, für unsere hart erkämpfte Freiheit, für unsere Kultur einstehen; natürlich müssen wir auch der Politik bewusst machen, dass wir den gescheiterten “MultiKulti-Traum“ nicht länger unterstützen.
    Das geht zum Beispiel mit der Oktober 2010 gegründeten Bürgerrechtspartei DIE FREIHEIT – Webseite: http://www.diefreiheit.org

    MfG P.Bähr

Leave A Response »