Die Jugend und die Politik

2. März 2011 0

Kolumne: Ansichten und Einblicke aus Berlin

Jungen Menschen Politik nahezubringen, sollte eigentlich eine der Hauptaufgaben unserer Bildungsorgane sein. Natürlich gibt es dafür spezielle Träger, wie etwa die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB). Gerade letztere ist zwar für Lehrer an allgemeinbildenden Schulen sehr interessant, aber auch ziemlich linksdogmatisch, wie überhaupt ein großer Teil der (politischen) Hochschullandschaft. Immer wieder gibt es aber auch interessante Initiativen, die versuchen, Jugendliche auf alternativen Wegen an die Politik heran zu führen. Dazu heute zwei kurze Tipps für die Wahlen in Bremen und Berlin 2011:

Bremische Bürgerschaftswahlen

Als erstes veranstaltet die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) einen Jugendwettbewerb zur Wahlwerbung. Dabei geht es nicht darum, Slogans für eine Partei zu entwerfen, sondern für die Wahl an sich zu werben. Konkret geht es um die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft am 22. Mai 2011. Deswegen ist der Einsendeschluss auch schon am 11. März 2011, 18 Uhr, also praktisch übermorgen.

Anlass ist die historisch niedrige Wahlbeteiligung von rund 57,6 % bei der letzten Bremer Bürgerschaftswahl im Mai 2007. Das Wahlrecht ist eine tragende Säule des demokratischen Verfassungsstaates. Es stellt sicher, dass die Souveränität des Volkes gewahrt bleibt. Daher sollte jeder sein Wahlrecht in Anspruch nehmen – zur Stärkung der Demokratie! (KAS)

Leider müssen die Beiträge direkt bei der Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen (Martinistraße 25, 28195 Bremen) abgegeben werden, aber wenn man seine Plakate, Videos etc. schon früh genug hinschickt, wird das wohl auch gehen. Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche ab 15/16 Jahren, sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen.

Auf die Bestplatzierten warten Geldpreise in Höhe von 1500 Euro für den ersten Platz, 1000 Euro für den zweiten Platz und 500 Euro für den dritten Platz. Die Sieger werden am 21. März 2011 um 18 Uhr in der Bremischen Bürgerschaft (Am Markt 20, 28195 Bremen) geehrt.

Berliner Abgeordnetenhauswahlen

Das Projekt Jugendwahl U18 organisiert zwar nicht nur in Berlin Wahlen für Minderjährige, dort wird aber neben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dieses Jahr die wohl größte Jugendwahl stattfinden. Neun Tage vor den Abgeordnetenhauswahlen sollen die Kinder und Jugendlichen in eigens dafür eingerichteten Wahllokalen ihre Stimme abgeben, das Ergebnis wird anschließend veröffentlicht:

Ziel von U18 ist es, junge Menschen darin zu unterstützen, Politik zu verstehen, Unterschiede in den Wahlprogrammen der Parteien zu erkennen und Versprechen von Politikerinnen und Politikern kritisch zu hinterfragen. Im Vordergrund steht dabei, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Interessen erkennen und formulieren lernen, selbst Antworten auf politische Fragen finden – und vor allem ermutigt werden, sich in die Gestaltung ihrer Lebensumwelt einzubringen. Gleichzeitig sollen Politikerinnen und Politikern die Anliegen der jungen Menschen näher gebracht werden. (U18)

Neben den hoffentlich positiven Effekten auf die spätere Wahlbeteiligung und das Politikverständnis der jungen Menschen, ist aus Erwachsenensicht vor allem interessant, dass das Wahlverhalten und die Entscheidungskriterien der U18-Wähler von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann von der Berliner Hertie School of Governance wissenschaftlich untersucht wird.

Leave A Response »