Tariq Ramadan – Wolf im Schafspelz?

21. Februar 2011 2

Tebbet Kaya mit einer Reflektion zur Veranstaltung Islam in Europa im Berliner Haus der Kulturen der Welt

Der Islam sei mittlerweile eine deutsche Religion. Und die Integration längst geschehen. Wer anderes behauptet, sei ein Rassist. So einfach funktioniert das Weltbild von Tariq Ramadan, dem wohl bekanntesten und zugleich umstrittensten Verfechter eines europäischen Islams. Die Bezeichnung des Islams als eine schlechte Religion sei falsch und würde von emotionaler Politik und einem verzerrten Medienbild kommen, behauptet er. Ständig würde es dem Westen darum gehen, ein „Anderes“ zu konstruieren. Der Islam sei aber gar nicht das Problem, sondern genau diese Haltung der Europäer.

Thilo Sarrazin, Autor des Buches Deutschland schafft sich ab nennt Ramadan einen Rassisten, ein wirkliches Problem, ja eine Gefahr für Europa. Am Anfang seien es die Türken und die Araber gewesen, vor denen die Deutschen Angst gehabt hätten. Nun ginge es nur noch um die Muslime. Und schon holt Ramadan den unsäglichen und so gerne bedienten Vergleich zwischen Antisemitismus und angeblicher Islamophobie herbei, sieht in Juden und Muslimen gleichartige Opfer. Politiker wie Sarrazin würden diese Angst der Menschen instrumentalisieren, indem sie sagten, der Islam sei gegen Freiheit. Deswegen müssten alle, Muslime wie Nicht-Muslime, in Europa dieser emotionalisierten Politik widerstehen.

Die Lösung sieht Ramadan in dem, was er „echte Pluralität“ nennt, einem Europa vermischt mit vielen Muslimen, einem Europa, das längst nicht mehr nur christlich oder griechische Wurzeln hätte. Muslime sollten sich nicht von der Gesellschaft distanzieren, sondern die Sprachen der Länder, in denen sie leben, lernen, sich ausbilden lassen und überflüssige Traditionen ablegen. Sie seien keine Opfer und müssten sich auch nicht so fühlen, ruft er den Muslimen zu und merkt den Widerspruch zu seiner Behauptung über das europäische Islambild nicht einmal. Muslime sollen in der Mitte der Gesellschaft ankommen, Schulen bauen, an öffentlichen Schulen unterrichten, in der Politik mitmischen.

Auch für die Überbrückung des Unterschieds zwischen islamischer und europäischer Lebensweise hat Ramadan einen Vorschlag. Die Muslime sollten seiner Meinung nach zwischen intellektueller und der Ebene des Herzens unterscheiden. Denn das Herz bleibe islamisch und den islamischen Prinzipien unterworfen. Leuchtendes Beispiel dafür sei natürlich er selbst. Nur weil er Bücher über Christentum und Judentum schreibe, sei er noch lange kein Anhänger dieser Religionen, argumentiert Ramadan wenig überzeugend. Die konkrete Umsetzung für die Gläubigen könnte sein, Moscheen passend zur umliegenden Architektur zu errichten, anstatt in traditioneller Bauweise. Und dann kommt wieder so ein Satz, der anfangs schön klingt und dann doch eine ganz andere Bedeutung bekommt: Die muslimischen Communities müssten sich in Europa assimilieren, so dass sie ohne Hindernisse wachsen können, bis ihre Anwesenheit nach zwei, drei Generationen ganz normal sei…

Es ist der Punkt, an dem der Historiker Dan Diner, der mit Ramadan und der Islamwissenschaftlerin Gudrun Kramer auf dem Podium sitzt, eingreift. Es ginge doch nicht primär darum, wie Integration funktioniere, sondern um Fragen, die die tiefsten kulturellen Strukturen Europas betreffen. Es sei kaum möglich zu sagen, was sich in eins, zwei, drei Generationen ändert. Aber ganz generell sei die Präsenz des Islam eine fundamentale Herausforderung für Europa. Denn der Islam sei nicht nur eine Konfession, sondern beansprucht eine sakral durchdrungene Kultur mit eigener Rechtsordnung und Rechtsprinzipien zu sein. Die europäische Gesellschaft baue hingegen auf christlich säkularisierten Werten auf. Was passiere nun, wenn diese grundverschiedenen Gefüge zusammenkommen?

Der Islam müsse also eine Confessio werden, ein Glaubensbekenntnis des Einzelnen, statt eine Gesellschaftsordnung mit dem Anspruch auf ein eigenes Rechtssystem und eigene Ordnung, damit es überhaupt eine Grundlage für ein „Wir“ geben könne, hält Diner Ramadan entgegen. Fragen wie „Worauf einigt man sich, was soll das Gedächtnis der Gesellschaft sein, welche Rechtsprinzipien werden gelten, an welchen Bildungswerten wird man sich orientieren“ seien entscheidender, als wie viele Muslime hier in den nächsten 50 Jahren leben würden.

Ramadan hält dem entgegen, dass es eben nur einen Islam gebe, der mehrere Interpretationen erfahre und der in unterschiedlichen Kulturen praktiziert werde. Sein Bild des Islam ist also gerade nicht das einer europäisierten und modernisierten Religion. Ihm geht es nur darum, das die Präsenz der Muslime Europa wesentlich bestimmen wird.

Es werden wenig kritische Fragen gestellt an diesem Abend. Weder Gudrun Krämer noch Moderatorin Susanne Stemmler, geschweige dann das Publikum schaffen es, Ramadan wirklich zu hinterfragen. Man gibt sich wie immer als toleranter Islam-Versteher. Wäre Diner nicht gewesen, wäre das ganze wohl zu einer totalen Kuschelveranstaltung verdorben.

2 Comments »

  1. Ein Muselmann packt endlich aus! 22. Februar 2011 at 18:13 - Reply

    Hallo hier spricht ein Moslem, der irgendwie zufällig auf diesen WordPress-Blog gelangt ist. Ja, es ist wahr, wir sind alle in Wirklichkeit Terroristen und wollen das Land durch eine höhe Geburtenrate an uns reißen. Und bei Vollmond mutieren wir zu monströsen Kreaturen und treffen uns an einem geheimen Ort in Berlin-Neukölln. Das wolltet ihr doch hören – und ich bin jetzt glücklicherweise Anhänger der Überzeugung, die eine logische Schlussfolgerung des Nationalsozialismus in Deutschland und seiner Verbrechen, die die schlimmsten der Menschheitsgeschichte waren, darstellt, nämlich dass Rassisten auch Rassisten bleiben und Worte und Argumente nichts Nützen. Doch so sehr sie Gefallen an ihrem Fremdenhass behalten, die Geschichte zeigt, sie werden nie bestehen.

    So und jetzt geht wieder schön schlafen, ich les euch die Geschicht‘ vom bösen Muselmann vor.

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