Von Quoten und Zwangsheirat

13. Februar 2011 0

Ein Plädoyer für einen neuen Feminismus

Die 68er, die Befreiungsbewegung der Frauen, Alice Schwarzer, die Errungenschaften des Feminismus…Wir haben einmal für unsere Freiheit gekämpft, wollten gehört werden, gleichberechtigt und stark sein.

Und an diesem Punkt angekommen, zwingen wir nun andere, unseren Gesetzen zu folgen. Wir verstümmeln unsere deutsche Sprache, wir zwingen Unternehmen, Frauen in Führungspositionen zu bringen, ganz egal ob sie dorthin passen.

Das hat unweigerlich auch Einfluss auf unser Frauenbild: Weg von der selbstbestimmten Frau, die Kariere macht, weil sie das will und weil sie in dem was sie tut gut ist, hin zu einem Bild der benachteiligten Frau, die nur dann gut ist, wenn sie sich für diesen Weg entscheidet.

Was haben wir mit unserer Selbstbestimmung gemacht? Wo ist die Achtung vor uns selbst geblieben?

Wir können und sollten immer wieder dankbar dafür sein, dass wir in einer Zeit leben, in der wir die Freiheit haben unseren Partner selber zu wählen, uns für oder gegen Kinder zu entscheiden, in denen wir alle Fächer studieren können und je nach Fähigkeit und Wunsch auch jeden Beruf ergreifen. Wir leben in einem Land, in dem Frauen bei allen wichtigen Entscheidungen gefragt und beteiligt werden, in einem Land, das sogar von einer Frau regiert wird.

Je mehr Freiheiten wir Frauen aber in der Gesellschaft haben, desto mehr Verantwortung müssen wir auch übernehmen.

Wir haben diese Freiheiten nur, weil andere in der Vergangenheit bereit waren dafür zu kämpfen. Jetzt sind wir an der Reihe. Es ist ein Verrat an unseren „Vormüttern“, wenn wir uns darauf ausruhen ohne diese Errungenschaften zu schützen und anderen dabei zu helfen, daran teilhaben zu können.

Wer in Deutschland als Mädchen geboren wird, hat aller Voraussicht nach die gleichen Chancen Bildung zu erhalten, einen Beruf zu ergreifen und sich gemäß seiner Wünsche und Fähigkeiten zu entfalten, wie ein Junge.

Doch dies gilt nicht für alle Mädchen gleichermaßen. Täglich werden Mädchen in zugewanderten Familien geboren, bei denen es unter Umständen nicht so selbstverständlich ist, dass sie die gleichen Freiheiten zugesprochen bekommen, wie die Jungen.

Der Alltag von diesen Frauen sieht oft anders aus: Es gibt immer noch und leider immer wieder Frauen, die keine volle Schulbildung bekommen, die nicht studieren dürfen, die manchmal sogar minderjährig verheiratet, die von ihren nicht gewollten Ehemännern vergewaltigt werden und die, sollten sie sich für einen anderen Weg entscheiden, bedroht und manchmal auch umgebracht werden.

Hier sollten wir eingreifen und uns nicht in eine endlose Diskussion um Frauenquoten in Vorständen versticken. Wir brauchen keine Gesetzte, die die Freiheit von Unternehmen einschränken, sondern Gesetze, die die Unfreiheit in unserer Nachbarschaft bekämpfen. Das sollte die Aufgabe des Feminismus heute sein.

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