BAMF: Migrationsbericht 2009

19. Januar 2011 0
Institution: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Titel: Migrationsbericht 2009
Veröffentlicht: 19.01.2011
Download: Vollständiger Bericht (PDF)

Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung am 8. Juni 2000 aufgefordert, jährlich einen Migrationsbericht vorzulegen, der unter Einbeziehung aller Zuwanderergruppen einen umfassenden Überblick über die jährliche Entwicklung der Zu- und Abwanderung gibt. Bislang wurden sieben Migrationsberichte der Bundesregierung veröffentlicht, zuletzt im Jahr 2010.

Folgende Fakten nannte Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière bei der Vorlage des Berichtes im Bundestag (Auszüge): 1

  • Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger an der Gesamtbevölkerung in Deutschland ist seit Mitte der 90er-Jahre nahezu unverändert und liegt jetzt bei 8,7 Prozent. Etwa 35 Prozent der Ausländer in Deutschland sind Unionsbürger, also Bürger der Europäischen Union, 24 Prozent aus den alten und 11 Prozent aus den neuen EU-Mitgliedstaaten. Die zweitgrößte Gruppe der Ausländer in Deutschland stellen trotz eines relativen Rückgangs die türkischen Staatsangehörigen dar. Ihr Anteil liegt bei ungefähr 24,8 Prozent.
  • Fast zwei Drittel der in Deutschland lebenden Ausländer verfügen über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. In dieser Zahl sind die Unionsbürger eingeschlossen.
  • Zwei Drittel der ausländischen Bevölkerung leben seit zehn oder mehr Jahren in Deutschland, über ein Drittel sogar seit mehr als 20 Jahren. 73 Prozent aller Ausländer, also fast drei Viertel, leben seit acht oder mehr Jahren in Deutschland und erfüllen insoweit, wenn nicht andere Kriterien dem entgegenstehen, die Bedingungen für eine Einbürgerung.
  • Die Einbürgerungszahlen sind nahezu konstant. Wir haben im Jahr 2009 in Deutschland rund 96 000 Einbürgerungen vorgenommen. Im Jahr 2008 waren es 95 000. Die Größenordnung ist also knapp unter 100 000.
  • Bezüglich der Auswanderungen und der Zuwanderungen haben wir erneut einen negativen Gesamtwanderungssaldo, das heißt, es sind mehr Menschen aus Deutschland abgewandert, als nach Deutschland zugewandert sind. Der Saldo beträgt minus 12 800. Allerdings ist er deutlich geringer als im Jahr 2008 (minus 56 000).
  • Es sind drei große Gruppen, die zuwandern. Die größte Gruppe mit knapp 50 000 Personen sind Ehegatten oder sonstige Familienangehörige. Der ganz wesentliche Teil der Zuwanderung ist also im Familiennachzug begründet. Die zweite große Gruppe sind Studenten; die dritte große Gruppe bilden diejenigen, die zum Zweck der Erwerbstätigkeit hierherkommen. Das sind nur 26 000, etwas weniger als in den Vorjahren.
  • Im Jahr 2009 haben ungefähr 33 000 ausländische Studenten hier einen Hochschulabschluss gemacht. Auf Platz eins steht China mit 4 700 Studienabsolventen. Auf Platz 2 liegt die Türkei mit 2 300. Dann folgen Bulgarien, Russland, Polen, die Ukraine sowie Frankreich und Österreich.
  • Menschen, die zu Erwerbszwecken hierherkommen, kommen oft aus Indien und interessanterweise aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Allerdings ist die Zahl absolut gesehen gering.

Notes:

  1. Quelle: http://www.bmi.bund.de/cln_174/SharedDocs/Reden/DE/2011/01/bm_bt.html?nn=109632

Leave A Response »