Integrationsprobleme beziehen sich nicht ausschließlich auf Migranten

30. Dezember 2010 2

Integration ist die auf die gesellschaftliche Teilhabe an der Mehrheitsgesellschaft gerichtete Aufgabe an die Unterschicht. Diese Mehrheitsgesellschaft besteht in Deutschland in der arbeitenden, gebildeten und nach vorn strebenden Mittelschicht. Sie sollte der Maßstab für das Integrationsziel der migrantischen und der deutschen Unterschicht sein.

Eine in Deutschland lebende, weitgehend funktions- und arbeitslose Unterschicht lässt sich durch eine Reihe von Eigenschaften charakterisieren: Eine überdurchschnittliche Geburtenrate, eine starke Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen, Antriebslosigkeit, überdurchschnittliche Erwerbslosigkeit, geringe Bildung und eine berufliche und soziale Perspektivlosigkeit.

Auf Dauer kommt es in der Unterschicht zu einer sich verfestigenden geistigen Verwahrlosung. Die dabei entstehenden, aber durchaus berechtigten, Minderwertigkeitsgefühle und das Gefühl des Nichtdazugehörens und nicht Gebrauchtwerdens müssen kompensiert werden. Die Unterschicht will sich nicht minderwertig vorkommen, sie will zu der Gesellschaft, in die sie integriert werden muss, dazugehören. Auch wenn man es bisher mit dem Hauptschulabschluss in Jahren des Vor-sich-hin-Lebens nur zu einigen Aushilfsjobs gebracht hat, jedoch nicht zum ersehnten Berufsabschluss, soll ein Leben geführt werden, das das eigene soziale Versagen nicht nach außen erkennen lassen darf.

Die deutsche Unterschicht versucht es im materiellen Anschluss an die Mittelschicht: Mit dem Becks-Bier, den Pall-Mall-Zigatretten und einen überdimensionierten LCD-Flachbildfernseher, den man durch die Null-Prozent-Finanzierung bei Media-Markt erworben hat, kann man sich die Lebensqualität erhalten, die auch der arbeitende Nachbar für sich aufgebaut hat. Zur Erleichterung der Erziehungsaufgaben wurde gleichzeitig die Playstation III von Sony mit einigen Spielen gekauft.

Die in Deutschland lebende migrantische Unterschicht – die mehrheitlich dem islamischen Glauben angehört – flüchtet sich hingegen in eine überhebliche meist auch falsch verstandene Religiosität. Mit dem Gedanken, strenge Regeln einhalten zu können und so die eigene Kultur gegen westliche Werte zu verteidigen, schafft sich die integrationsunwillige, migrantische Unterschicht keine gute Grundlage, um sich hier zu integrieren.

Vor allem die Flucht in die Religion macht sie integrationsunfähig. Allen voran flüchten sich junge Männer in die Welt des Islam, einer Welt ihrer Väter und Großväter. Zu Deutschland und ihren deutschen Klassenkameraden fühlen sie sich ohnehin nicht hingezogen. Diese heben sich bereits in frühen Jahren durch bessere Sprachkenntnisse in der Schule ab und erzielen dadurch bessere Schulleistungen, die in der migrantischen Unterschicht verpönt sind. Auch leistungs- und bildungsorientierte Migranten-Kinder laufen so Gefahr, von leistungsschwachen Migranten gemobbt zu werden. Alltag an Berliner Schulen. Ihre Lösung finden sie im Pflegen der eigenen Sprache auf dem Schulhof und dem Studieren des Islam.

Auch die oft an einer Identifikationsstörung leidenden jungen Muslime finden ihre Ersatzbefriedigung: Die oft zitierte, aber wohl selten verstandene „Machokultur“ und ein falsch ausgelegter Ehrbegriff führen zu einem falschen Gefühl der Überlegenheit der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber. Sie fühlen sich als etwas Besseres, weil sie Gläubige sind und die anderen als Ungläubige verachten können. Dieses Phänomen wird in den öffentlichen Debatten mittlerweile als Deutschenfeindlichkeit behandelt. Diese Deutschenfeindlichkeit, aber auch interne Machtkämpfe, werden in der migrantischen Unterschicht, oft aber auch in der deutschen, durch Gewalt ausgelebt. Es wäre mehr erreicht, wenn Moslems statt der Suren des Korans, einige Zeilen der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ lesen würden.

Ordnung muss sein

…ist die Kolumne von Ehssan Khazaeli (Jahrgang 1988). Der Sohn eines persischen Arztes wuchs in den Berliner Stadtteilen Lankwitz und Rudow auf. Als Student der Rechtswissenschaften war er bereits in frühen Jahren mit den Problemen einer sich immer weiter verfestigenden und fortpflanzenden Unterschicht und damit mit Integrationsproblemen konfrontiert. Seit dem Jahr 2005 engagiert er sich kommunalpolitisch.

Als Gründungsmitglied der Bürgerrechtspartei DIE FREIHEIT tritt er für eine stark fordernde Integrationspolitik ein, wo die Förderung der Integration scheitert.

2 Comments »

  1. Felicitas 30. Dezember 2010 at 16:18 - Reply

    Ein sehr interessanter Artikel!

    Sie sollten ihn auf die Homepage der Freiheit setzen, solche Zeilen interessieren die Menschen und Mitglieder.

  2. Richard Schwan 30. Dezember 2010 at 17:22 - Reply

    Diesen Artikel stimme ich gerne zu. Denn genau so ist es ja hier im Land. Dummerweise nicht nur in Berlin Neu-Köln, oh nein. Ich lebe im Kocher-/Jagsttal, im wohlhabensten und fortschrittlichsten Teil Deutschlands, und sehe den Verfall von Mittelschicht und Wirtschaft.

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